Kultur Literatur

D_Open_29112017_articleimage

Ein Hüh und Hott für die Händler in der Innenstadt - nun dürfen sie doch ihre Geschäfte öffnen

Niederlage für ver.di: Ladenöffnung in Düsseldorfer Innenstadt am 2. Advent doch erlaubt

Nun doch: Am kommenden Sonntag (10.12.) dürfen die Geschäfte in der Stadtmitte, der Altstadt und der Carlstadt anlässlich des Weihnachtsmarkts geöffnet sein. Dies hat am Donnerstag (7.12.) das Oberverwaltungsgericht (OVG) entschieden, sich aber schwer damit getan. Noch am Dienstag gab das Verwaltungsgericht Düsseldorf der Klage der Gewerkschaft ver.di gegen die Freigabe der Ladenöffnung Recht. Im durch die Stadt Düsseldorf angestrengten Eilverfahren entschied das OVG Münster nun im Sinne der Geschäfte und Stadt.

Einerseits sei entscheidend, ob bei Würdigung der gesamten Umstände die Ladenöffnung als bloßer Anhang zum Weihnachtsmarkt erscheine. Das wird bejaht. Der Weihnachtsmarkt in der Düsseldorfer Innenstadt sei von „beträchtlicher Größe und Attraktivität“. Und ziehe in der Adventszeit jedenfalls, so begibt sich das OVG auf einen abstrakten Nenner, „eine ganz erhebliche Zahl“ innerstädtischer und auswärtiger Besucher an. Es gebe einen „hinreichend“ engen räumlichen Zusammenhang zwischen dem Weihnachtsmarkt und der Ladenöffnung in der Stadtmitte, der Alt- und Carlstadt.

Allerdings werde der Oberbürgermeister zitiert, die Stadt müsse „einen absurden Aufwand“ betreiben, nur um nachzuweisen, was auf die Anziehungskraft der innerstädtischen Weihnachtsmärkte offensichtlich ist. Der 4. Senat sagt dazu noch einmal: Es komme nicht auf exakte Zahlen an, sondern auf die „ungefähre Größenordnung“. Das sei möglich, wenn die Stadt – für das Gericht nachvollziehbar – dokumentiert, in welcher Weise, über Charakter, Größe und Zuschnitt es die Veranstaltung gibt. Dies sei nicht absurd, so der Senat in Richtung OB Thomas Geisel, sondern eine Selbstverständlichkeit. Und: überdies nicht unvertretbar aufwändig. Dem Handel Umsatz an Sonntagen zu schaffen, sei ohne Änderung der Verfassung unzulässig. Die Entscheidung ist unanfechtbar. (AZ 4 B 1538/17).

Ver.di ist überrascht

Die Gewerkschaft ver.di zeigt sich überrascht vom OVG Beschluss. Einen Wiederspruch sieht Stephanie Peifer, Geschäftsführerin des ver.di Bezirks Düsseldorf, darin, dass erst auf acht Seiten erklärt werde, eine Ladenöffnung sei nur zulässig, wenn voraussichtlich mehr Besucher wegen des Weihnachtsmarkts in die Innenstadt kommen, als wegen der Ladenöffnung. Obwohl die Stadt eine unzureichende Prognose abgegeben hätte, dürften die Geschäfte nun öffnen. „Lichter, Gerüche, weihnachtliche Musik“, sollen den Eindruck vermitteln, es ginge beim verkaufsoffenen Sonntag nicht in erster Linie um Kommerz. „Das geht an der Wirklichkeit vorbei. Für unsere Kolleginnen und Kollegen im Einzelhandel ist sie sehr bedauerlich.“ so Peifer.

Zurück zur Rubrik Literatur

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Literatur

D_BuecherBummel_zelt_20190609

Aktualisiert: Der Veranstalter spricht von rund 200.000 Besuchern beim Bücherbummel. Und würde ab jetzt gerne immer das Pfingstwochenende in Komibination mit der Jazz Rally für die Veranstltung nutzen (Quelle: Abschlusspressekonferenz).

Die Allee hat viele Seiten – im Moment. Auf der Kö hat der Bücherbummel seine Zelte aufgeschlagen. Bratwurst, Bier und Belletristik schlendern gemeinsam über den Boulevard. An Pfingstsonntag und -montag schaffen es die Bouqinisten sogar, die lautesten Krachmacher der Stadt zu vertreiben. Autofrei! Zwei Tage lang bleibt die Düsseldorfer Nobel-Meile auf der Geschäftsseite ohne PS-starken Männlichkeitsersatz. Viele tausend Literaturfans laufen derweil Slalom auf der Allee, machen einen Bogen um Abo- und Stromverkäufer, bleiben an den Tapeziertisch stehen und wühlen: Ein Buch 4,95 Euro, drei im Sparpack zu zwölf Euro.

D_Duve_06062019

Es war ein besonderer Moment für Karen Duve, als sie am Mittwochabend (5.6.) im festlichen Rahmen des Forum der Stadtsparkasse Düsseldorf an der Berliner Allee die Laudatio auf sich anhörte und mit dem Düsseldorfer Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Am Donnerstagmorgen (6.6.) war ihr Publikum in Düsseldorf ein anderes, denn die Preisträgerin las in der Aula der Heinrich-Heine-Gesamtschule vor rund 200 Schülerinnen und Schülern aus ihren Roman ´Fräulein Nettes kurzer Sommer´.

D_MGST_Kommissare_Autoren_11122018

Über vier Jahre recherchierte ein Autorenteam für die Texte des Buches "Die Kommissare. Kriminalpolizei in Düsseldorf und im rheinisch-westfälischen Industriegebiet (1920-1950)". Auf 504 Seiten wurde am Dienstag (11.12.) nun das Werk mit den Einblicken in den Alltag der Kripo vorgestellt. Dabei wird auch die unrühmliche Tätigkeit für das NS-Regime deutlich, bei dem die Kripo "Asoziale" oder "Volksschädlinge" regelrecht "aussortierte" und in Konzentrationslager verschleppte.

report-D: Social Media / RSS

Bildergalerien von report-D