Kultur Musik

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Adam Fischer sieht Musik, auch die aus vergangenen Jahrhunderten, mitten im Leben

Adam Fischer und Alexandre Bloch treten ans Dirigentenpult der Tonhalle

Ein Dirigent von Weltrang komme nach Düsseldorf – schwärmt der sonst eher nüchtern kalkulierende Intendant der Tonhalle, Michael Becker. „Ein faszinierender Künstler“. So überschwänglich klingt das Fortissimo der Entscheidungsträger, dass man den Ungarn Adam Fischer warnend am Ärmel zupfen möchte. Aber es ist eh zu spät. Adam Fischer hat unterschrieben. Neben ihm tritt ein junger Wilder an. Davon gleich mehr.

Bis zum Jahr 2020 wird Adam Fischer mit den Düsis, den Düsseldorfer Symphonikern, sämtliche Symphonien von Gustav Mahler aufführen. Er werde „Künstlerischer Berater der Tonhalle“, verkündet die Stadt. Wer kommt da?
Der Majestro im Originalton: „In meiner Vorstellung ist das richtige Mahler‐Orchester eigentlich ein Opernorchester. Es geht nicht nur um eine hochglanzpolierte Wiedergabe, sondern auch um das Erleben auf der Bühne, um Aktion und Reaktion. Es geht um das Leben.“ Über Adam Fischer wird gesagt, dass klassische Musik für ihn nicht in einem entrückten elitären Raum schwingt. Aus seinem Blickwinkel drücken Kunst und Musik die Empfindungen der Menschen aus – die immer in dem einen Wunsch enden: frei zu sein. Deshalb werde Kunst immer politisch sein; auch wenn es sich um Musik aus vergangenen Jahrhunderten handele. Ein jährliches Sonderkonzert in Düsseldorf will Fischer den Menschrechten widmen.

"Grundsätzlich zu zweifeln, ist das Wichtigste"

Den Bestimmern des Düsseldorfer Konzerthauses gefällt bei alledem natürlich, dass sich ihre Klangrotunde nun in eine Reihe stellt mit dem Konzerthaus Bayreuth, der Wiener Staatsoper, der New Yorker MET, wie Fachleute die Metropolitan Opern gern nennen, wenn sie ihre Weltläufigkeit demonstrieren wollen. Adam Fischer selbst sagt, er wolle die Menschen zum Nachdenken bringen. „Grundsätzlich zu zweifeln, ist das Wichtigste.“

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Alexandre Bloch gilt als großes französisches Talent am Dirigentenpult

An seine Seite rückt der erst 25-jährige französische Dirigent Alexandre Bloch. In vier Konzerten pro Spielzeit hat er die Chance, das aufzubauen, wofür er angesehen wird: Gegenpart zu Fischer zu sein. Bloch feierte Erfolge mit dem Königlichen Concertgebouw Orchester Amsterdam, dem BBC National Orchestra of Wales und dem Danish Chamber Orchestra. Ein die Welt bereisender, aufstrebender Dirigent im Dorf. Höflich verneigt sich der Sprecher des Orchestervorstands, Jan Perschel, vor beiden Kapazitäten – vor Adam Fischer und Alexandre Bloch. Sie werden den Klangkörper schon quälen. Denn nur daraus entsteht Qualität.

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