Kultur Musik

D_BodoStaiger_youtube_20191211

Der Düsseldorfer Musiker und Produzent Bodo Staiger ist tot. Foto: Screenshot Youtube

Düsseldorf Klassiker: Musiker Bodo Staiger ist tot

„Schön und…Lead Gitarrist“, so hieß es einem NRZ-Porträt der Gruppe Lilac Angels über Bodo Staiger. Zur Geltung kamen sein Charme und sein unnachahmliches Lächeln erst später: Im Film „Der Fan“ spielte er einen Musiker, der von einem weiblichen Fan (Désirée Nosbusch) getötet wurde. Der Streifen zeigte denn auch den Wandel von Staiger. Vom Rock-Musiker zum Elektronik-Tüftler. Jetzt ist Bodo Staiger knapp einen Monat nach seinem 70. Geburtstag gestorben.

Er hatte mit Marius Müller-Westernhagen seine Anfänge und spielte nur nolens volens bei den Angels. Deren Rhythmus war ihm zu holprig. Er setzte lieber auf Synthesizer und brachte es damit zum Erfolg. Die „Dreiklangsdimensionen“ wurden ein Ohrwurm. Das Album heißt „Rheingold“, auf dem der sich mäandernde Strom abgebildet ist. Aber auch triviale Texte, die sich mit „Garten“ auf „warten“ reimten und von seiner Frau Brigitte gesanglich begleitet wurden, waren ihm nicht peinlich: Er war und blieb ein Düsseldorfer Jong in allen Facetten. Dazu sein eigenes Markenzeichen. Seine Elektronische Musik dazu reicht an „Kraftwerk“ heran.

Auf dem Boulevard

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere hatte er sich leicht überschätzt und musste eine gerade erworbene Wohnung verkaufen. Als ein Boulevardblatt von seiner Insolvenz erfuhr und daraus eine Schlagzeile machte, behielt Staiger die Nerven: „Morgen jagen sie einen anderen Depp durchs Dorf“, sagte er und produzierte nun zumeist afrikanische Klänge in seinem Studio an der Corneliusstraße: B. Staiger stand da, für das Finanzamt unangreifbar, denn hinter dem B. verbarg sich Brigitte, der Vorname seiner Frau.

Die Insel

Wenn noch das Geld reichte, war sein Ziel Formentera, seine Lieblingsinsel. Hier war sein Lieblingsplatz der „Pirata“-Bus, hier bewohnte er auf dem Hochplateau Mola ein kleines Haus, aus dem seine Übungen klangen. Dass ein Bein wegen Durchblutungsstörungen amputiert werden musste und er an einem Stock humpelte, ließ ihn zuversichtlich bleiben: „Ich bin in zwei Jahren wieder da“, ließ er verlauten.

Lauf der Zeit

Jetzt hört sich plötzlich ein Stück von Bodo Staiger wie eine Ahnung an: Denn andererseits schrieb und sang er nachdenkliche Zeilen. Einige davon klingen In einem Stück schicksalshaft: Die Welt dreht sich weiter/Im Lauf der Zeit/Es gibt nichts was für immer bleibt/Die Musik klingt weiter/Im Lauf der Zeit/In ihr liegt die Ewigkeit.

Zurück zur Rubrik Musik

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Musik

D_zakk_newcom_30062020

Beim Akki Newcomer-Festival drängeln sich normalerweise die Fans vor der Bühne und die Stimmung ist grandios. Doch in diesem Jahr ist wegen Corona alles anders. Doch die Organisatoren waren kreativ und so gibt es die 18. Ausgabe des Festivals als Video, das ab sofort auf youtube geschaut werden kann.

D_Oper_Programm_29062020

Vor der Sommerpause kam die Zwangspause, auch für die Deutsche Oper am Rhein: Corona als Eiserner Vorhang. Doch das Team um Intendant Christoph Meyer reagierte mit viel Kreativität in der Krise auf der Bühne. Bitter ist der Blick in die Bücher, wo Gewinne und Verluste aufgelistet werden.

D_Jazz_Benrath_22052020

Die Bewohner an der Benrather Schlossallee rund um die Hausnummer 30 und die Nachbarschaft der Leistenstorfferstraße genossen am Freitagabend (22.5.) ein kleines Privatkonzert. Rene Glatow hatte, wie zwei weitere Jazz-Fans in Oberkassel und Pempelfort, ein Kurz-Konzert vom Künstlerischen Leiter der Jazz-Rally, Reiner Witzel, am Saxophon und Martin Feske an der Gitarre gewonnen. In diesem Jahr geht die Jazz-Rally damit neue kreative Wege – durch die Corona-Pandemie bleibt keine Alternative. So kann die Jazz-Rally nicht wie gewohnt an Pfingsten starten, aber sie kommt am Pfingst-Freitag (29.5.) mit einem Konzert-Film und Live-Acts ins Autokino Düsseldorf.

report-D: Social Media / RSS

Bildergalerien von report-D