Kultur Musik

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Die Oper hat ihr Programm für die neue Spielzeit vorgestellt, Foto: Oper am Rhein

Düsseldorf: Saisonstart der Oper mit viel Kreativität in der Krise

Vor der Sommerpause kam die Zwangspause, auch für die Deutsche Oper am Rhein: Corona als Eiserner Vorhang. Doch das Team um Intendant Christoph Meyer reagierte mit viel Kreativität in der Krise auf der Bühne. Bitter ist der Blick in die Bücher, wo Gewinne und Verluste aufgelistet werden.

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Geschäftsführende Direktorin Alexandra Stampler-Brown, Ballettdirektor Demis Volpi, Generalintendant Christoph Meyer und Generalmusikdirektor Axel Kobel freuen sich auf die neue Spielzeit, Foto: Oper am Rhein, Anne Orthen

Die Rückeroberung der Opernbühne

Ab 13. März mussten bis Spielzeitende 100 Vorstellungen abgesagt werden, 67 in Düsseldorf, 33 in Duisburg, dazu zwei Dutzend Veranstaltungen in den Foyers, ein Umsatzverlust von rund 2,6 Millionen Euro. Doch zwei Millionen Euro konnten, vor allem bei den Personalkosten eingespart werden. Das war bitter für Gast-Künstler, es gab Kurzarbeit im Haus, in dem über 50 Berufsbilder vertreten sind und auch an Material- und Nebenkosten wurde gespart. Unterm Strich ergab sich bis Ende Juni ein Verlust von rund 600 000 Euro.

Doch die Krise ist noch nicht zu Ende. Die Oper rechnet in diesem Jahr mit einem Fehlbetrag von 1,3 Millionen Euro. Sie hofft, ihn durch Rücklagen und weitere Einsparungen ausgleichen zu können. In der erfolgreichen Spielzeit 2018/19 schloss die Oper mit einem operativen Plus von 411.000 Euro ab. Auch treue Opern-Fans halfen dabei, sie spendeten während des Lockdowns bereits 120.000 Euro.

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Genralintendant Christoph Meyer bei der Vorstellung des neuen Programms, Foto: Oper am Rhein, Susanne Diesner

Kreativer neuer Spielplan

Dafür werden sie belohnt mit einem Spielplan, erst mal bis zum Jahresende, der sich nicht nach Notfall anfühlt, sondern mit 23 kompakten Programmen ein Feuerwerk von Ideen verspricht. Der Auftakt, „Vissi d’Arte“ von Johannes Erath, ein szenisch-musikalischer Abend, soll eine poetische Wiedereroberung der Opernbühne werden mit der Musik von Puccini, Verdi, Wagner, Strauss Offenbach – bis Nat King Cole. Premiere ist in Düsseldorf am 2. Oktober.
Durchaus fröhlich eröffnet wird die Opern-Saison mit einem moderierten Konzertabend: „Comedian Harmonists in Concert“, in Duisburg am 11. September, in Düsseldorf eine Woche später.
Das zwangsaktuelle Thema Nähe und Distanz wird nicht nur im Zuschauerraum Beachtung finden: nur etwa 250 bis 350 der Plätze werden besetzt sein. Auf der Bühne wird die Distanz verkörpert von berühmten tragischen Liebespaaren, die nicht zusammenkommen können: „Romeo und Julia“ als Kammeroper von Boris Blacher, am 19. Dezember in der Düsseldorfer Oper. Wagnerianer können sich in Düsseldorf vom 3. bis 6. Dezember auf eine intime Bearbeitung von „Tristan und Isolde“ (Titelrollen: Michael Weinius und Linda Watson) freuen. Weitere Programmpunkte: „Der Kaiser von Atlantis“ von Victor Ullmann, die komische Oper des jüdisch-polnischen Komponisten Mieczyslaw Wagner „Masel Tov! Wir gratulieren“.

Kooperation mit dem Marionettentheater

Erstmals arbeitet die Oper mit dem Düsseldorfer Marionetten-Theater zusammen. „Meister Pedros Puppenspiel“ kommt als Kammeroper von Manuel de Fallas am 7. November in einer Live-Video-Inszenierung quasi von der Bühne auf die Bühne.

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Der neue Leiter des Balletts am Rhein: Demis Volpi, Foto: Oper am Rhein, Susanne Diesner

Der neue Ballettdirektor

Mit Spannung erwartet wird die erste Spielzeit des neuen Ballettdirektors Demis Volpi. So soll das erste Programm „A First Date“ dem gegenseitigen Kennenlernen gewidmet sein. Premiere ist am 11. September in Düsseldorf. Die erste abendfüllende Uraufführung von Demis Volpi steht am 12. Dezember auf dem Spielplan. Dabei sein wird gut ein ein Drittel der Tänzer und Tänzerinnen aus der Schläpfer-Compagnie, 27 neue kommen hinzu. Demis Volpi: „Aus aller Welt von Japan bis Uruguay“.
Die jeweiligen Aufführungen werden nicht länger als 90 Minuten sein, ohne Pause. Mit dem Catering wird noch an einem Konzept getüftelt, ein Drink vor der Vorstellung dürfte drin sein. Christoph Meyer: „Wir sind flexibel. Wir können ja jetzt noch nicht absehen, wie die Vorschriften im August und September sein werden.“

Ab 17. August beginnt der Vorverkauf

Der Opernshop ist ab sofort wieder geöffnet, da gibt’s auch schon das neue Spielzeitheft. Der Vorverkauf beginnt am 17. August 2020. Das ist der Planungsstand Juni 2020, aktuelle Informationen auf www.operamrhein.de

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