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Geiger Frank-Peter Zimmermann und die "Lady Inchiquin"

Portigon contra Star-Virtuose: Millionenpoker um Stradivaris „Lady Inchiquin“

Der Künstler: zu Konzerten in die USA abgereist. Das Instrument: übergeben an einen Geigenbauer. Der Scherbenhaufen: riesig. Stargeiger Frank Peter Zimmermann musste sich nach mehr als 13 Jahren von seinem Lieblingsinstrument trennen, weil WestLB-Nachfolger Portigon derzeit all seine Kunstschätze zu Geld machen möchte.

Für den Virtuosen Zimmermann ist das 1711 entstandene Instrument schlicht ein Teil seiner selbst. Die Trennung von der Geige namens „Lady Inchiquin“ bezeichnet er als „ganz große Tragödie“. Von seinem Berater, Karl-Joachim Hytrek, ist zu hören: Vor gut drei Wochen habe sein Mandant dem Eigentümer Portigon deshalb ein Kaufangebot für das seit 2002 an ihn entliehene Instrument unterbreitet: fünf Millionen Euro wollte Zimmermann aufbringen.
Doch die Servicegesellschaft Portigon, entstanden aus den Überresten der nordrhein-Westfälischen Landesbank WestLB, beschied ihn kühl, das sei zu wenig. Ein bis zwei Millionen mehr – da gehen die Schilderungen auseinander - müssten es schon sein.

Ein Kunst- und Instrumentenschatz wird abgewickelt

Portigon sieht sich derzeit in der Pflicht, die millionenschwere Kunst- und Instrumentensammlung der einstigen WestLB abzuwickeln. Dass man dabei wenig zimperlich vorgeht, hatte ausgerechnet das Land NRW lernen müssen. Rund 400 Kunstwerke – Picasso, Macke und andere – stellte Portigon zum Verkauf. Seither laufen die Kulturpolitiker aller Parteien Sturm, um diese Schätze dem Land NRW zu erhalten.
Und nun – die Lady Inchiquin. Branchenkenner sagen: Portigon könne den Preis von sechs Millionen Euro oder mehr gar nicht erzielen. Zudem ist der Schaden für das eigene Image bereits jetzt immens. In einer am heutigen Montag verbreiteten Erklärung bedauerte das Unternehmen die Rückgabe der Geige. Bestätigt wird, dass man sich mit Zimmermann bisher nicht auf einen Kaufpreis habe einigen können. Man habe ihm aber diverse weitere Möglichkeiten eröffnet, zum Beispiel die Miete der Geige. Dies habe Frank Peter Zimmermann abgelehnt. Der feiert am 27. Februar seinen 50. Geburtstag – fern des geliebten Instruments.

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