Theater

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Nun, meine Damen und Herren, das müssen Sie einsehen: Auf Dauer kann sich das Düsseldorfer Schauspielhaus, keck D’haus genannt, nicht auf seine alten Bildungsbürger verlassen. Die sterben bald aus, neues Publikum muss her. Und so lässt Generalintendant Wilfried Schulz zwischen den herkömmlichen Premieren allerlei experimentelle Formate ausprobieren. Zum Beispiel die monatliche Lecture-Performance, eine schräge Art von Vorlesung unter dem Titel „Embracing Realities“ (Realitäten umarmen), kombiniert mit dem „Safe Open Fun Space“, dem sicheren offenen Spaßraum.

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Kinder, da war noch was los, als das neue Düsseldorfer Schauspielhaus 1970 mit „Dantons Tod“ eröffnet wurde! Krawall vor der Tür, Polizeischutz für die Premierengäste. „Schmeißt die fetten Bonzen raus!“ schrien die Demonstranten. Heute kümmern sich die Kids ums Weltklima und nehmen das bürgerliche Theater gar nicht wahr. Sie würden es kaum finden inmitten der Baustelle auf dem Gründgens-Platz, wo Büchners Danton erneut starb – am halb sanierten Ort. Ein nostalgisch gestimmtes Seniorenpublikum betrachtete wohlwollend ein junges, sich verausgabendes Ensemble bei qualvollen Leibesübungen unter der Regie von Armin Petras.

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„Hamburch, meine Perle“ – diese Hymne haben sie beim HSV gerade abgeschafft. Bernhard Paul poliert die Perle in Düsseldorf wieder auf. Mit einem Balanceakt zwischen Klischee und Klasse. Rotzfrech und sentimental. Rock und rotierenden Menschen und Kegeln und Bechern.

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Sonne? Mein Gegenüber blinzelt irritiert in das überraschend intensive Licht dieses Aprilnachmittags. Er kommt aus dem fensterlosen Bühnenraum des Central, dem Langzeitausweichquartier des Düsseldorfer Schauspielhauses. Vier Stunden Vormittagsprobe liegen hinter ihm, die nächste folgt um 18 Uhr. Coriolan, Shakespeares Alterswerk, hat am 18. April Premiere. André Kaczmarczyk wird die Titelfigur spielen, den aufstrebenden Feldherrn Caius Martius. Eine Rolle, die sich zu den vielen anderen gesellt, die der 33-Jährige aktuell mit all seinen Sinnen zusammenhalten muss. „Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie viele Produktionen ich parallel mache“, sagt er und rührt im Cappuccino. Gefühlt ist er in so gut wie jeder Aufführung zu sehen.

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Mit dem ganz eigenen Blick auf die Beziehung zwischen Mann und Frau kommt der Caveman nach Düsseldorf zurück. Der Broadway-Klassiker ist vom 5. bis zum 7. April im Club des Capitol Theaters Düsseldorf zu sehen.

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Mit der Novemberrevolution wurde 1918 das Kriegsende, das Wahlrecht und der gesetzliche Acht-Stunden-Tag erreicht. Die Theaterperformance „November Revolution in Düsseldorf“ erinnert am Samstag (29.9.) und Sonntag (30.9.) als lebendiges Denkmal an die Ereignisse in Düsseldorf und den hundertsten Geburtstag.

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Der Festivalkurator Stefan Schmidtke wird Programmdirektor des Festivals Theater der Welt 2020 in Düsseldorf. Darauf haben sich das Internationale Theaterinstitut (ITI) und das Düsseldorfer Schauspielhaus verständigt. Seine Arbeit beginnt in wenigen Tagen.

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(Der Berichterstatter kommt von links auf die Bühne und stolpert über ein aufgeweichtes Reclam-Heft, das auf dem Boden liegt)
„Man muss vor diesem Wilfried Schulz warnen. Gewiss, er ist nicht groß an Gestalt und schaut auf den ersten Blick intellektuell drein. Abgehoben und durchgeistigt, irgendwie, wenn Sie mich fragen. Doch lassen Sie sich nicht täuschen, er ist ein gemeingefährlicher Mann. Schauen Sie sich dieses verschmitzte Schmunzeln an! Mit dem wird das nichts mit dem populistischen Säurebad für Anstand und Werte und Demokratie. Der springt glatt mitten rein ins ätzende Vollbad und holt alle drei da raus.“

(Der Leser schaut stirnrunzelnd auf. Er hat sein Tablet in eine Zeitung eingeschlagen und legt gerade eine virtuelle Bildschirm-Patience, während er so tut, als würde er den Leitartikel studieren)
„Nun machen Sie aber mal einen Punkt. Wieso springen sie hier so auf und ab? Beruhigen Sie sich doch erst einmal. Sie machen immer entschieden zu viel Alarm da, mit diesem…äh, in dieser Gazette…Sie sollten ihre Mitte finden, ihr Central.“

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Ihr selbstgestecktes Ziel hat das Kuratorium „Schauspielhaus2020“ mit ihrer Kampagne „Schauspielhaus2020 – Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger für ihr Theater“ erreicht: 5.964.983 Euro wurden bis zum 22. März gespendet. Damit konnte die Hälfte der rund 12 Millionen Euro Kosten für die Modernisierung und Sanierung der öffentlichen Bereiche des Schauspielhauses durch Spenden gesammelt werden.

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Das Schauspielhaus nennt sich D’haus – und lockt für den Dezember mit drei Premieren. Da geht es um Komisches und um Sehnsucht. Um bürgerliche Doppelmoral. Und um den Nervenzusammenbruch von Eltern, die für ihre Kinder nur das Beste wollen.

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Eine Premiere feiert das Schauspielhaus Düsseldorf am Freitag, 10. November nicht mit einem Stück, sondern für ein bestimmtes Publikum. Denn blinde und sehbehinderte Menschen sind eingeladen die Inszenierung der Bürgerbühne „Verlorene Lieder“ zu erleben.

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Ein grenzenloser Ort der Möglichkeiten – das kann das Theater sein. Aber man muss hingehen. Und mitdenken. Das Schauspielhaus lädt dazu jetzt tausend Düsseldorfer Schüler aus den Klassen 6 bis 9 ein und will sie zu „Theater.Entdeckern“ machen. Die Expedition Bühne ist auf knapp zwei Jahre angelegt. Wenn alles gut geht, halten weder die Lehrer*innen noch die Theaterleute den Kompass, sondern das junge Publikum. Und besonders wichtig: Gefragt sind nicht nur Milchbubis, denen die Eltern ihren Seitenscheitel mit einem Hunderter ziehen, sondern – shocking – auch Hauptschüler.

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Beim Pokern würde man sagen: „Einen Fünfer zum Sehen!“ Im Düsseldorfer Schauspielhaus wird gepokert – und für einen Fünfer gab es am Samstagabend Häppchen der kommenden Spielzeit zu sehen. Musik, Tanz, Theater – mit dem 24/7-verschmitzt dreinblickenden Intendanten Wilfried Schulz ist ein neues Format auf Düsseldorfs höchster Bühne eingezogen: Man lässt sich für einen kleinen Obolus vorab in die Karten schauen, um danach Theaterkarten verkaufen zu können.

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Das Schauspielhaus ist zwar immer noch Baustelle, aber das hindert Theaterchef Wilfried Schulz  und sein Team nicht daran, die neue Spielzeit 2017/18 mit zwei großen Festen zu beginnen. Am Samstag (9.9.) wird im Central gefeiert und zur Welcome-Sommerparty lädt am Montag (11.9.) das Junge Schauspiel und das Café Eden ein.

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Das Düsseldorfer Schauspielhaus hat einen Summenstrich unter die Spielzeit 2016/17 gezogen. Mit 193.800 Zuschauern in 907 Vorstellungen sei dies die erfolgreichste Spielzeit der vergangenen sieben Jahre gewesen, sagte Intendant Wilfried Schulz. Drei von vier Theaterstühlen waren besetzt – Platzausnutzung 76 Prozent.

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