Theater

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Der klassische Dreiakter „Der eingebildete Kranke“ von Molière feiert am Wochenende Premiere in einer ganz besonderen Inszenierung. Angelina Galbeni bringt das Stück in einer modernen Variante in die Höfe. Parks und Gärten von Düsseldorf. Das besondere an den Vorstellungen: Sie finden im privatem Rahmen statt. Jeder Interessierte kann das Ensemble für sich und seine Nachbarschaft anfordern.

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Noch traut man der Sache nicht ganz. Schließlich war das Festival „Theater der Welt“ im vergangenen Jahr auch schon perfekt durchgeplant, das Programmbuch gedruckt – und dann kam der Lockdown, der große Spielverderber. Kulturelle Depression zog ein. Aber das Schauspiel Düsseldorf versucht’s noch einmal: vom 17. Juni bis 4. Juli 2021. Wenn der Inzidenz-Wert hält, was er verspricht, gibt es 34 Vorstellungen, die meisten davon live, mit 350 Künstler*innen aus 17 Ländern und vor allem – mit Gefühl. „Es braucht große emotionale Aufladung“, weiß Programmdirektor Stefan Schmidtke. Er behielt die Nerven, hat sich, wie er sagt, „durch die Welt gezoomt“ und ist, so Intendant Wilfried Schulz, „der eigentliche Held des Ganzen“.

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Die Götter beliebten zu scherzen. Zur Open-Air-Premiere der neuen Show über „Das Rheingold“ am Düsseldorfer Schauspielhaus schickten sie Schauer und lausig kalte Winde über den Gründgens-Platz. Was soll’s? Irgendwie passten die Wolken zum dunklen wilden Drama, das Feridun Zaimoglu und Günter Senkel aus dem Schatz von Mythen und Oper erschaffen haben. Oberbürgermeister Stephan Keller ward zwar nach der Pause nicht mehr gesehen, aber die übrigen 200 Zuschauer trotzten den Elementen drei Stunden lang, hockten auf den knallharten Sitzstufen des „Raumlabor Berlin“ und genossen das von Roger Vontobel inszenierte Spektakel. Ein weia-waga-woge-wagnerhaftes Erlebnis, nur mit Rockmusik und cool.

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Die Würste des Menschen sind unantastbar. Das ist so eine Art Grundgesetz – am Vatertag der alten weißen Männer. Sie und alle Polyamorie-Frauen, Klimaschützer, Krisenmanager, Corona-Leugner, Kapitalisten, Politiker und Besserwisser sprangen am Donnerstag (13.5.) bei Kay Lorenz aus der Kiste. Das Kom(m)ödchen, feierte Premiere. „Crash – ein Drama in vier Fenster“ ist 70 Minuten lang bestes Kabarett einer auf der Bühne gespielten und dann live gestreamten Videokonferenz, die das Leben ausleuchtet.

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Zur Spielzeit 2021/2022 bekommt die Bürgerbühne am Düsseldorfer Schauspielhaus einen neuen Namen: Stadt:Kollektiv. Die Leitung übernehmen Birgit Lengers und Bassam Ghazi gemeinsam. Das Stadt:Kollektiv wird auch unter dem neuen Leitungsteam gemeinsam mit dem Café Eden das D‘haus und Düsseldorf auf besondere und integrative Weise verbinden. Hier können die Düsseldorfer*innen nicht nur Publikum, sondern Akteur*innen sein.

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Die Kulturhäuser sind weiterhin geschlossen, weshalb man aber die auf den Besuch verzichten muss. Denn das Schauspielhaus hat sein digitales Programm für den Januar vorgestellt und bietet zahlreiche Aktionen.

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Noch fünf Minuten – der Countdown auf der Website läuft. Schnell was zu trinken holen, gemütlich machen. Theater im Netz, das hat auch Vorteile. Keine Anfahrt, keine Maske, Logenplatz auf dem Sofa. Aber: Das Gefühl stimmt nicht, man bleibt seltsam abgetrennt. Am Abend der eigentlich geplanten Premiere hat das Junge Schauspiel das neue Anne-Frank-Drama „Liebe Kitty“ für die ganze Familie als digitale Voraufführung gestreamt. Das Ensemble spielt unter der Regie von Jan Gehler tapfer ins Leere, ohne den Atem des Publikums, ohne Reaktionen und Applaus. Eine Notlösung, die allen Respekt verdient.

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Es ist kein Märchen mit Moral und Happy End. Eher so etwas wie ein quälender Traum. Die Ereignisse ergeben keinen Sinn, die Figuren nerven. Trotzdem oder gerade deshalb gehört „Alice im Wunderland“ seit der Veröffentlichung 1865 zu den Evergreens der Jugendliteratur. Bis heute wird die Geschichte wieder und wieder vorgelesen, dramatisiert, gemalt, verfilmt. Mal süß wie bei Disney, mal spooky wie bei Tim Burton. Das Düsseldorfer Schauspielhaus macht daraus ein beglückendes kleines Musical fürs Herz mit Songs von Matts Johan Leenders, inszeniert vom großen Spielkind André Kaczmarczyk.

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Es fließen die Desinfektionsmittel, Paketband blockiert die Nachbarsitze, alles fühlt sich noch anstrengender an. Auch während der Vorstellung muss der ermahnte Mensch neuerdings die Mund-Nasen-Bedeckung aufbehalten und flach atmen. Nur echte Liebhaber verlassen fürs Theater ihre heimische Komfortzone – und freuen sich umso mehr, wenn sie belohnt werden wie jetzt auf der kleinen Bühne des Düsseldorfer Schauspielhauses. Der fabelhafte Jonas Friedrich Leonhardi macht aus Georg Büchners Erzählung „Lenz“ im Alleingang ein reiches, tiefgründiges, spannendes Drama – with a little help von seinem Regie-Freund Fabian Rosonsky.

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Mit dem Theater in Corona-Zeiten ist es nicht anders als im Leben selbst: Man muss immerzu den Abstand wahren und versucht verzweifelt, sich dennoch bemerkbar zu machen. Auch die Düsseldorfer „Mutter Courage“ zappelt und schreit in ihrer Isolation. Kaum auszuhalten. Sebastian Baumgarten (51), ursprünglich Opernregisseur aus Berlin, hat Brechts Lehrstück vom Seelenfresser Krieg als quälendes Kreiselspiel inszeniert. Die Bühne im Großen Haus dreht sich ununterbrochen wie eine gigantische Spieluhr, auf der Menschen unter Getöse wie irre Automaten agieren.

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Es ist ja nicht alles schlecht an den Corona-Bedingungen. Dass man im Schauspielhaus nicht mehr so dicht beieinander hockt, immer einen freien Platz neben sich hat und die Handtasche abstellen kann, hat durchaus etwas Angenehmes. Viele freuen sich gewiss auch, derzeit keine vierstündigen Inszenierungen durchhalten zu müssen. Da Pausen verboten sind, wird alles knackig kurz gehalten. Als Kilian Land allerdings schon nach einer furiosen Dreiviertelstunde mit Kafkas „Bericht für eine Akademie“ fertig war, fühlte sich das verdutzte Premierenpublikum dann doch etwas unterversorgt. Wenigstens ein Stündchen hatte man erwartet.

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Vergesst Ibsen! Von seinem letzten Drama „Ein Volksfeind“, mit dem der alte norwegische Gesellschaftskritiker vor 140 Jahren gegen die Verlogenheit der bürgerlichen Gesellschaft zu Felde zog, ist im „Volksfeind for Future“ nur so viel übrig, dass Gymnasiasten die Strukturen vergleichen könnten. Während bei Ibsen ein aufrechter Badearzt das verdorbene Wasser in einem Kurort anprangert und dafür gehasst wird, geht es in der Neufassung von Lothar Kittstein um eine kindliche Kämpferin, die den Bau eines E-Auto-Werks verhindern und die Welt radikal verändern will. Der Realitäts-Spürhund Volker Lösch hat die Sache mit jungen Düsseldorfer Umweltaktivist(inn)en ins Szene gesetzt, und das Publikum muss jetzt ganz tapfer sein.

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Die Rechtsfrage ist geklärt: Gemäß einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Februar 2020 dürfen Ärzte auch in Deutschland ungestraft Beihilfe zum Suizid leisten. Theoretisch. Praktisch gibt es immer noch erhebliche moralische Bedenken. Die werden in „Gott“, dem neuen Debattier-Drama des Juristen und Erfolgsautors Ferdinand von Schirach, ausführlich verhandelt. Wie in seinem ersten Stück „Terror“ soll das Publikum am Ende abstimmen. Das sorgt für einen kleinen Spannungskick in der weitgehend stocksteifen Uraufführung am Düsseldorfer Schauspielhaus.

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Schon fünf nach acht. Man könnte jetzt auf dem Sofa liegen und Schnittchen essen. Wir zeigen Einsatz, stehen maskiert im kleinen Foyer des Schauspielhauses und warten auf den Beginn eines „theatralen Rundgangs“ mit Texten des Düsseldorfer Freiheitsdichters Heinrich Heine (1797-1856): „Lieber ein lebendiger Hund als ein toter Löwe!“ Neben geistiger Bereitschaft ist auch eine gewisse körperliche Fitness erforderlich. Denn es geht über steile Treppen und enge Gänge hinauf und hinab durch das labyrinthische Innere hinter der endlich fertigen Fassade des Pfau-Baus. Lohnt sich das? Und ob! Jan Philipp Gloger hat ein Abenteuer voller Überraschungen inszeniert, mit Poesie, Scharfsinn, Sang und Klang und Inspiration.

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So richtig verlockend klingt das ja nicht: „Hyperreal – Eine dystopische Science-Fiction-Komödie“. Pardon? Nur Old-School-Bildungsbürger oder Google wissen, dass Hyperrealität ein Begriff des 2007 verstorbenen französischen Philosophen Jean Baudrillard für eine Welt der beziehungslosen Zeichen ist, und dass die Dystopie im Gegensatz zur Utopie eine verdammt miese Vorstellung von der Zukunft beschwört. Aber keine Bange: Trotz einiger intellektueller Verrenkungen tanzt, singt und lacht das Stück der Regisseurin und Choreografin Constanza Macras, dass es eine Lust ist, und reflektiert dabei unser aller Gegenwart.

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