Kultur Theater

D_Spiel_um_Zeit_16052017

Das Theaterstück über das Mädchenorchester von Auschwitz wird am 16. und 17. Juni im Stahlwerk aufgeführt, Foto: Veranstalter

Düsseldorf: Ernste Theater-Kost im Stahlwerk - “Spiel um Zeit”

Das Stahlwerk ist bekannt für Events vieler Art. Im Juni betreten Stefan Prill, Betriebsleiter des Stahlwerks, und Regisseur Sascha Dücker Neuland und bringen das Theaterstück „Spiel um Zeit“ in die ehemalige Fabrikhalle. Das Junge Ensemble Mariengarden führt das Stück um das Mädchenorchester von Auschwitz auf, das auf wahren Begebenheiten beruht.

Kooperation mit Fortuna Düsseldorf

Wer die Ankündigung des Theaterstücks sieht, das am 16. und 17. Juni im Stahlwerk aufgeführt wird, erkennt das Logo von Fortuna Düsseldorf und der Düsseldorfer Volksbühne auf dem Plakat. Was der Düsseldorfer Fußballverein mit dem ernsten Thema des Konzentrationslagers Auschwitz zu tun hat, erläuterte der Vorstandsvorsitzende Robert Schäfer bei der Vorstellung des Stücks. Fortuna arbeitet schon seit drei Jahren gemeinsam mit der Mahn- und Gedenkstätte und der Heinrich-Heine-Universität die eigene Vergangenheit im Dritten Reich auf. So organisierte der Verein bereits 2015 ein Fanprojekt gegen Rassismus mit einer Tour nach Auschwitz. Der Erfolg führt im Juni zu einer Wiederholung der Fahrt. Damit möchte Fortuna auch sein gesellschaftliches Engagement unterstreichen. Das Theaterstück sehen die Fußball-Verantwortlichen als gute Möglichkeit, aufzuzeigen, was die Menschen damals durchlebt haben.

D_Spiel_um_Zeit_Bühne_16052017

Das Ensemble bei der Aufführung in Borken, Foto: Michael H. Schmitt, Borken

Junges Ensemble Mariengarden

So entstand die Kooperation zwischen Fortuna und Regisseur Sascha Düker. Die „Spiel um Zeit“-Inszenierung entstammt aus Dükers Arbeit als Theaterpädagoge und Dozent für Schauspiel im Gymnasium Mariengarden in Borken. Das Theaterstück von Arthur Miller ist anspruchsvoll, denn die 40 Akteure müssen neben dem Schauspiel auch auf Instrumenten musizieren.

Der Inhalt des Theaterstücks, das auf wahren Begebenheiten beruht, ist das Mädchenorchester in Auschwitz. Weibliche Häftlinge wurden unter Demütigungen und Qualen gezwungen, zu den Märschen der Arbeitskolonnen sowie zur Unterhaltung der Lagerleitung zu spielen. Sie spielten buchstäblich um ihr Leben, um nicht 3in den Gaskammern ermordet zu werden. Das historische Orchester bestand aus jungen Menschen zwischen 15 und 18 Jahren. Damit ist das Junge Ensemble Mariengarden, in dem Oberstufenschüler spielen, eine ideale Besetzung für das Stück.

Regisseur Sascha Dücker feierte mit seinem Ensemble im Januar in Borken Premiere und freut sich, das Stück nun auch in Düsseldorf präsentieren zu können. “Sie alle haben viel Leidenschaft und Arbeit investiert und das merkt der Besucher auch. Die Intensität des Schauspiels geht förmlich auf einen über und man ist direkt von den Protagonisten gefesselt”, berichtete er bei der Vorstellung des Projekts. Mit dem Stahlwerk wurde eine zum Stück passende Spielstätte gefunden, die rund 600 Zuschauern Platz bietet.

Unterstützt wird die Aufführung auch durch die Jüdischen Gemeinde und Stadtdirektor Burkhard Hintzsche, der den Besuch des Theaterstücks den weiterführenden Düsseldorfer Schulen empfehlen wird. Kooperationspartner ist ebenfalls die Düsseldorfer Volksbühne.

“Spiel um Zeit” von Arthur Miller

Mit dem Jungen Ensemble Mariengarden, Regie: Sascha Dücker

Freitag, 16., und Samstag, 17. Juni 2017, Beginn 19:30 Uhr, Einlass 18:30 Uhr

Stahlwerk, Ronsdorfer Straße 134, 40233 Düsseldorf

Preise: 18 Euro, ermäßigt 9 Euro, Karten an allen bekannten VVK-Stellen, Fanshop Fortuna Düsseldorf am Flinger Broich und Burgplatz sowie unter www.eventim.de

Zurück zur Rubrik Theater

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Theater

D_SchauspielTrailerZelt_20170909

Beim Pokern würde man sagen: „Einen Fünfer zum Sehen!“ Im Düsseldorfer Schauspielhaus wird gepokert – und für einen Fünfer gab es am Samstagabend Häppchen der kommenden Spielzeit zu sehen. Musik, Tanz, Theater – mit dem 24/7-verschmitzt dreinblickenden Intendanten Wilfried Schulz ist ein neues Format auf Düsseldorfs höchster Bühne eingezogen: Man lässt sich für einen kleinen Obolus vorab in die Karten schauen, um danach Theaterkarten verkaufen zu können.

D_Schauspielhaus_Bruecke_08092017

Das Schauspielhaus ist zwar immer noch Baustelle, aber das hindert Theaterchef Wilfried Schulz  und sein Team nicht daran, die neue Spielzeit 2017/18 mit zwei großen Festen zu beginnen. Am Samstag (9.9.) wird im Central gefeiert und zur Welcome-Sommerparty lädt am Montag (11.9.) das Junge Schauspiel und das Café Eden ein.

D_Schulz_07072017

Das Düsseldorfer Schauspielhaus hat einen Summenstrich unter die Spielzeit 2016/17 gezogen. Mit 193.800 Zuschauern in 907 Vorstellungen sei dies die erfolgreichste Spielzeit der vergangenen sieben Jahre gewesen, sagte Intendant Wilfried Schulz. Drei von vier Theaterstühlen waren besetzt – Platzausnutzung 76 Prozent.

report-D: Social Media / RSS

Bildergalerien von report-D