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Die Fälle häuslicher Gewalt drohen durch die Corona-Pandemie noch zu steigen

Düsseldorf: CDU und Linke fordern zusätzliche Plätze in Frauenhäusern

Im politischen Alltag sind die CDU und die Linken nicht immer einer Meinung, doch nun fordern beide Parteien eindringlich den Ausbau der Plätze in den Frauenhäusern. Die Corona-Pandemie, der Appell zu Hause zu bleiben und in vielen Fällen finanzielle Sorgen zerren an den Nerven vieler. Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Düsseldorf warnt davor, dass es wahrscheinlich zu einem drastischen Anstieg häuslicher Gewalt gegen Frauen kommt. Doch die Plätze in den Frauenhäusern sind bereits jetzt nicht ausreichend. Die CDU schlägt vor leere Hotels für die Unterbringung von Betroffenen zu nutzen. Die Linke fordert fünfzig zusätzliche Frauenhausplätze.

Zwei Frauenhäuser gibt es in Düsseldorf mit zusammen 29 Plätzen, die schon in der Vergangenheit kaum reichten. Die Plätze in den Nachbarstädten sind ebenfalls knapp. Die Corona-Pandemie verschärft die Situation zusätzlich. Familien und Paare sollen möglichst zu Hause bleiben. Der Alltag ist auf den Kopf gestellt, Kinder gehen nicht in die Kitas oder Schulen und für viele kommen finanzielle Sorgen hinzu. Es ist zu befürchten, dass diese Situation die Fälle der häuslichen in die Höhe schnellen lässt. Da Sozialkontakte möglichst unterbleiben sollen, entfällt vielfach auch der Austausch mit anderen Menschen, die zur Seite stehen könnten.

CDU sieht dringenden Handlungsbedarf

Die CDU-Ratsfraktion schlägt vor leere Hotels für die Unterbringung von betroffenen Frauen zu nutzen. „Die Stadt sollte jetzt überlegen, wie der Mangel an Plätzen in den Frauenhäusern kurzfristig aufgefangen werden kann“, sagt Ratsfrau Sabine Schmidt, Vizevorsitzende im Gleichstellungsausschuss. „Wenn Beherbergungsbetriebe einspringen könnten, wären Kapazitäten zur Soforthilfe frei. Wir als CDU rufen die Verwaltung auf, sich dafür einzusetzen.“

Städtischen Schutzangebote fehlen, kritisieren die Linken

Auch die Linken befürchten, dass durch Corona mehr Frauen Schutz in den Frauenhäusern suchen müssen. „Die Stadt muss sich darauf vorbereiten, dass mehr Frauen vor Gewalt in der Beziehung fliehen müssen. Für die Dauer der Corona-Krise sollte die Stadt mindestens fünfzig zusätzliche Plätze für Frauen, die Schutz suchen, bereitstellen. Die Sicherheitsempfehlungen gegen eine Ansteckung mit Corona müssen auch in den Unterbringungen eingehalten werden. Das werden wir dem Oberbürgermeister im Ältestenrat vorschlagen,“ erklärt Angelika Kraft-Dlangamandla, Sprecherin der Linken Ratsfraktion.

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Frauenberatungsstelle Düsseldorf

Die Frauenberatungsstelle Düsseldorf hat ihre telefonischen Beratungszeiten ausgeweitet. Montags bis Donnerstag von 10 bis 18 Uhr und Freitag von 10 bis 14 Uhr können Frauen unter 0211 686854 anrufen. Außerdem ist der Kontakt per Mail unter info@frauenberatungsstelle.de möglich.

24-Stunden-Hilfetelefon

Rund um die Uhr ist das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter der Nummer 08000 116 016 geschaltet. Von Gewalt betroffene Frauen erhalten dort vertrauliche, anonyme und kostenlose Unterstützung in 17 Fremdsprachen. Die Beraterinnen sind telefonisch, im Sofort-Chat sowie per Mail auf www.hilfetelefon.de zu erreichen.

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