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Eine Spitzenkandidatin, eine Minibühne, ein Mkro: Die Grüne Spitzenfrau Katin Göring-Eckardt war näher an den Düsseldorfern als Merkel und Schulz an den Erwartungen zum Kanzlerduell.

Düsseldorf als Vorbild: Klare Fragen und Antworten bei den Grünen statt Merkels Schlaflabor

Der Kontrast kann kaum größer sein: In Berlin acht Kameras, vier Moderatoren, 50 Mitarbeiter, 635,56 Quadratmeter Studio – und völlig überspannte, unerfüllbare Erwartungen an den Herausforderer Martin Schulz in einem fußballspiellangen Dialog mit Angela Merkel. In Düsseldorf: ein miserabel ausgesteuertes Mikrofon, eine Spitzenkandidatin, ein Dutzend Freiwillige, 2,50 Meter im Kreis und die Aufforderung: Triff Katrin! Katrin, wer?

Klare Worte

Katrin Göring-Eckardt, 51, verheiratet, Mutter zweier Söhne und eine von zwei Realos an der Grünen Parteispitze. Sie hat diejenigen, die ihr am Samstag auf dem Heinrich-Heine-Platz zuhörten überrascht. Mit klaren Worten.
„Wir sind die erste Generation, die die Klimakatastrophe spürt, und die letzte, die was ändern kann“, sagte die Politikerin, die beim vorherigen Bundestagswahlkampf als schwarz-grüne Vizekanzlerin gehandelt wurde und sich nun erneut im Kampf mit der FDP um einen Platz am Merkels Seite befindet. Mit Katrin Göring-Eckardt sind die Grünen endgültig im bürgerlichen Lager angekommen, hieß es mal über die Frau aus Thüringen.

"Wo warst Du damals, Omi?"

Sie habe fünf gute Gründe, sich erneut um ein gutes Wahlergebnis der Grünen zu bewerben: „Das sind meine Enkel, die einmal fragen werden: Omi, was hast Du damals eigentlich gemacht?“ Gute Frage! Die Autoindustrie betrügt ihre Kunden nach Strich und Faden und nimmt ihnen die Luft zum Atmen. Die industrielle Landwirtschaft liefert schlechte Lebensmittel, tötet mit ihren Pestiziden die für das Ökosystem unverzichtbare Insekten und vergiftet mit Gülle-Nitrat das Trinkwasser. Die Braunkohlenkraftwerke süd-westlich von Düsseldorf stoßen unverdrossen Schwaden von Schadstoffen aus, die früher mit der Hauptwindrichtung bis zu den Gerresheimer Höhen geweht wurden. Heute bleiben sie in der fantasielos zubetonierten Frischluftschneise von Itter hängen – was auch nicht besser ist.

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Wunschkoalition Schwarz-Grün: Katrin Göring-Eckardt (Mitte) mit den Düsseldorfer Kanddiaten Uwe Warnecke (Süd) und Paula Elsholz (Nord)

Über all das will Katrin Göring-Eckardt aber nicht in einem Weltverbesserinnen-Monolog dozieren. Sondern die Zuhörer sollen ihre Fragen stellen. Die Grüne ist seit zwei Jahrzehnten im Bundestag. Da bringt sie in den Antworten schon unter, was sie sagen möchte. Doch erstens kommen von den Düsseldorfern gute Fragen – zum Beispiel nach der zu rasch aufgegebenen schwarz-grünen Option nach der vergangenen Bundestagswahl. Und zweitens wirkt der Dialog munterer und bringt Göring-Eckardt mit ihrem unklaren, verwaschenen Profil näher an die Wähler, die lange stehen bleiben und ihr zuhören.

Rente, Miete - es drückt im Portemonnaie

Auch und gerade zu sozialen Fragen – wie einer Mindestrente von 1400 Euro für alle, die ihr Leben lang gearbeitet haben und derzeit am Ende feststellen, dass sie kaum über dem Mindestsatz liegen. Zum Beispiel bei einem Bekenntnis zum sozialen Wohnungsbau und gegen die abstrusen Mietsteigerungen, vor allen in Städten wie Düsseldorf.

Düsseldorfer Straßenpöbler

Hier wären die Grünen – anders als er Erzfeind FDP – das bessere Korrektiv in einer neuen Bundesregierung. Das bleibt als Botschaft in Düsseldorf. Und AfD-Straßenpöbler müssen lernen, das eine Frau aus Thüringen schon ganz andere Angriffe pariert hat als das bisschen „besorgte-Bürger-Schmutz“ am Rhein.
Mit ihrer Mini-Arena in der Fußgängerzone haben die Grünen am Samstag dem hermetisch abgeschlossenen Kanzlerduell in Berlin gezeigt, wie Politik geht. Echte Fragen, klare Antworten, statt das CDU/SPD Schaflabor.   

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