Politik Stadtrat

D_Kutsche_ohne_04052018

Das es auch ohne Pferde geht, zeigten diese Prinzgardisten im vergangenen Jahr, sie mussten allerdings nicht den ganzen Zug lang ziehen

Düsseldorf: Karnevalisten verzichten auf Pferdekutschen

Der Düsseldorfer Rat befasste sich am Donnerstag (3.5.) bei seiner Sitzung mit zwei Anträgen, die den Einsatz von Pferden bei Umzügen betrafen. Während die Fraktion Tierschutz Freie Wähler „Keine Pferde im Karneval“ forderte, beantragte die Grünen, eine gemeinsame Lösung für Tierschutz und Brauchtum zu finden. Die Karnevalsiten hatten bereits unabhängig von der politischen Diskussione Fakten geschaffen und beschlossen keine Pferdekutschen mehr einzusetzen.

D_Kutsche_braun_04052018

Die Gerresheimer Bürgerwehr zieht traditionell mit ihrer Kutsche in ihrem Veedelszoch und an Rosenmontag

Rat plant Runden Tisch

Der Zwischenfall beim Rosenmontagszug in Köln hatte die Diskussionen über den Einsatz von Tieren bei Brauchtumsumzügen wieder aufflammen lassen und so standen zwei Anträge auf der Tagesordnung des Rates. Den kompletten Verzicht von Pferden im Karneval forderten die Tierschützer und Freien Wähler. Sie berücksichtigen dabei nicht die vielen Schützenumzüge, die im Sommerbrauchtum an den Wochenenden ziehen. Dabei fahren nicht nur die Königspaare in Kutschen, auch die Senioren, die den Festzug nicht mehr zu Fuß schaffen, ermöglicht die Kutschfahrt die Teilnahme.

Die Ratsmitglieder von Bündnis 90 Die Grünen fassten ihren Änderungsantrag weiter und beantragten einen Runden Tisch zu initiieren, bei dem die Karnevalisten, Schützen, Brauchtumsvereine, Pferdehalter, Tierschutzverbände, Ratsfraktionen und Fachverwaltung gemeinsam besprechen, welche Lösung für die Akteure machbar ist.

Für diesen Antrag sprachen sich die Mehrheit der Ratsmitglieder aus.

D_Kutsche_hell_04052018

Auch die Prinzengarde der Stadt Düsseldorf wird sich für ihren Planwagen einen anderen Antrieb suchen

Karnevalisten mit klarer Ansage

Das Comitee Düsseldorfer Carneval (CC) diskutiert das Thema schon länger und hat für die kommende Session klare Regelungen beschlossen. Da eine Gefährung durch Zugpferde deutlich höher eingeschätzt wurde, als durch Einzelreiter, werden die Düsseldorfer Karnevalisten ab 2019 auf den Einsatz von Kutschen verzichten. Wer im Rosenmontagszug als Einzelreiter teilnehmen will, muss nicht nur seine Reitpraxis nachweisen, sondern ab dem kommenden Jahr auch den deutschen Reiterpass besitzen. Zusätzlich wird jeder Einzelreiter durch einen Pferdeführer begleitet, der sich ebenfalls durch die Prüfung bei der deutschen Reitervereinigung qualifiziert hat.

Sven Gerling, Organisationsleiter im CC-Vorstand, erklärte gegenüber report-D, damit die vermeidbaren Risiken reduziert zu haben. Gerade bei Pferdegespannen wirkten enorme Kräfte, wenn die Tiere durchgingen und es gebe keine technischen Möglichkeiten dies zu verhindern. Es habe ausführliche Gespräche mit den betroffenen Vereinen gegeben. Die Entscheidung sei im Vorstand einstimmig getroffen worden. Beim Rosenmontagszug in diesem Jahr wurden sechs Kutschen von insgesamt 18 Pferden gezogen. 55 Reiter und Reiterinnen nahmen teil.

Für die Kinderprinzenpaare beim Kinder- und Jugendumzug am Karnevalssamstag wird sich das CC eine alternative Transportmöglichkeit ausdenken, denn auch dort sollen keine Kutschen mehr zum Einsatz kommen.

Ziehen die Schützen nach?

D_Kutsche_Schützen_04052018

Kutschen gehören bei den Schützen dazu, ob auch hier ein Verzicht kommt?

Abzuwarten bleiben die Diskussionsergebnisse mit den Schützen und Veranstaltern von anderen Umzügen wie beispielsweise dem Erntedankzug in Urdenbach. Dort sind traditionell Kutschen im Einsatz, wobei die Menge der Zuschauer bei den Schützenumzügen deutlich geringer ist als bei den Karnevalsumzügen.

Zurück zur Rubrik Stadtrat

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Stadtrat

D_Rat_Klima_03072019

Es war nicht nur die Vokabel „Klimanotstand“, über die in der Sitzung des Düsseldorfer Stadtrats am Donnerstag länger als zwei Stunden debattiert wurde. Es ging um Klimaziele, konkrete Maßnahmen, viele Nebenschauplätze und den Jugendrat, der dann doch noch ein Rederecht erhielt. Bei den vielen unterschiedlichen Meinungen der Fraktionen zum Thema Klima, herrschte doch in einem Punkt Einigkeit: Das Engagement des Jugendrats wurde von allen gelobt.

D_airbnb_04072019

Seit fast drei Jahren setzten sich die Vertreter der Partei Die Linken für eine Zweckentfremdungssatzung in Düsseldorf ein. Bisher scheiterten alle ihre Anträge im Rat, das die anderen Parteien den Schutz des Eigentums höher bewerteten, als den immer prekärer werdenden Wohnungsmarkt. Nun ist die Kommunalwahl 2020 in Sicht und das Problem der Wohnungsnot ist bei allen Parteien auf der Agenda. Daher steht nun die Zweckentfremdung von Wohnraum am Donnerstag (4.7.) an Position 53 d und 53 e und 53 e.a auf der Tagesordnung des Düsseldorfer Rats. Denn jede Fraktion hat ihre eigenen Vorstellungen, wie Leerstand von Wohnraum und Vermietung von Airbnb bekämpft werden soll.

D_airbnb_24052019

Entschieden hat der Rat sich in seiner Sitzung am Donnerstag (23.5.) noch nicht, aber jetzt gibt es zumindest eine Chance für die Einführung der Zweckentfremdungssatzung in Düsseldorf. Bei mehreren Anläufen der Linken, denen sich schließlich auch die SPD und die Grünen angeschlossen hatten, zog die FPD nicht mit. Dies könnte sich mit einem neuen Entwurf zur Sitzung am 4. Juli ändern.

report-D: Social Media / RSS

Bildergalerien von report-D