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Vier Ideen für die künftzige Nutzung des Outokumpu-Geländes in Düsseldorf Benrath gehen in die finale Runde.

Düsseldorf: Auf dem Outokumpu-Gelände entsteht ein vollkommen neues Quartier in Benrath

Auf dem Weg zur Neugestaltung von 21,8 Hektar Fabrikgelände in Benrath Ost sind die Düsseldorfer Stadtplaner einen Schritt weiter gekommen. Für das Thyssen-Krupp-Nirosta-Gelände – heute benannt nach dem finnischen Unternehmen Outokumpu – wurden aus 13 Architekten-Vorschlägen vier ausgewählt. Diese sollen jetzt bis zum 18. Januar 2018 ausgearbeitet werden. Wenn alles klappt, gibt es am Ende einen Gewinner, der in den kommenden Jahren umgesetzt werden soll. Am Donnerstagabend erfuhren rund 50 Zuhörer in der Aula des Benrather Schloßgymnasiums, um welche Ideen es sich dabei handelt.

Im Westen liegt eine vielbefahrene Schienentrasse der Deutschen Bahn und eine Schnellstraße, im Osten rauscht die Autobahn A 59, im Norden die kaum weniger belastete Hildener Straße; hinzu kommt ein großes Rheinbahn-Depot mit quietschenden Straßenbahnen und pötternden Diesel-Bussen: Es gibt ruhigere Ecken in Düsseldorf.

22 Fußballfelder Raum für Ideen

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Donnerstagabend in der Aula des Schloßgmnysiums Benrath.

Auf 22 Fußballfeldern sollen Gewerbebetriebe, 650 bis 700 Wohnungen und eine Schule untergebracht werden. Dazu Tiefgaragen, eine Mobilitätsstation mit Miet-E-Autos und ausleihbaren Elektro-Fahrrädern. Alle vier Entwürfe packen das Gewerbe an die Bahnlinie und in eine Verlängerung von bereits bestehenden Betrieben. Das soll Abstand schaffen zum Schienenlärm. Viele Planer haben das im Westen benachbarte Benrather Schloss studiert, um auf Ideen für das neue Viertel zu kommen. Manche imitieren Alleen und den Spiegelweiher; säße man den ganzen Tag in einem Hubschrauber, man könnte sich an den Symmetrien von Plätzen und Straßen erfreuen.
Und das sind die vier Vorschläge:

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Neues Stadtquartier Benrath: Rot - die Bahnlinie, Blau - die Itter, rechts - die A59

(1)    Neues Stadtquartier Benrath
Eine klare Gliederung mit Gewerbe im Westen, Wohnen in der Mitte des Gebietes und einem Park im Osten als Übergang zum Landschaftsschutzgebiet Richtung Hilden.

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Das Benrtaher Stadtquartier: Graulinks - die Bahnlinie, Grauoben - die Itter, rechts unten - die A59

(2)     Das Benrather Stadtquartier
Südlich von Benrather Freibad schlagen die Planer einen weiteren Tunnel vor, über den das neue Viertel mit dem alten Benrath verbunden werden soll. Das Preisgericht war skeptisch, ob diese Verbindung machbar und bezahlbar ist. Zur Bahnlinie hin schafft Gewerbe einen Puffer. Die Wohnbebauung samt Schule soll auf vier Baufeldern entstehen, die um einen großen dreieckigen Platz mit Zusatzzacken angeordnet sind.

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(3)    Wohnhöfe im Park
Auch hier: Gewerbe als Puffer zur Bahn. Rund um das Wohnen zieht sich eine begrünte Ringstraße. In der Mitte liegt ein öffentlicher Platz, um den herum sich die Wohnhäuser gruppieren sollen

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(4)     Thyssen-Krupp-Garten
Hier wurde der Name der Pläne kritisiert. Der große Platz zur Hildener Straße ist ein Entree; die Grünachse südlich davon imitiert den Spiegelweiher hinter dem Benrather Schloss.

Verständnis-Probleme

Bürger, aber auch Bezirksvertreter hatten Verständnisschwierigkeiten: An diesem Abend wurden erste Ideen vorgestellt. Viele Details werden erst in den kommenden Wochen ausgearbeitet. Gefragt wurde nach einem Verkehrsgutachten für die Paulsmühle (Benrath Ost), wo neben den hier erwähnten Wohnungen weitere rund 1000 neue Wohneinheiten entstehen werden, dazu die neue Berufsschule mit vielen hundert Schülern. Die Anwohner fürchten, dass ihre Wohnstraßen zu viel befahrenen Schleichwegen Richtung Schnellstraße und Autobahn werden.

"Überdimensionierte Turnhallen in vielen Entwürfen" (SPD)

Auch der SPD-Chef in der Bezirksvertretung 9, Udo Skalnik, ehemals Leiter des Düsseldorfer Sportamtes, kritisierte die seiner Meinung nach viel zu überdimensioniert geplanten Sporthallen der Schulen. Dabei waren die angesprochenen Dreifach-Hallen von den Planern nur mal so aufs Papier geworfen worden.

"Klasse statt Masse beim Wohnungsbau" (CDU)

Christdemokraten lästerten über den Düsseldorfer Wohnungsbau, bei dem derzeit Masse vor Klasse ginge und rieten zu weniger, aber hochwertigeren Wohnungen - gerade so, als gäbe es den von  der CDU maßgeblich mitverursachten Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Düsseldorf nicht.

Schulen am Anschlag

Besorgte Eltern sehen die Schulen in Benrath bei den Schülerzahlen schon jetzt am Anschlag und haben Angst davor, dass das Schulamt ähnlich fatale Planungsfehler macht wie in Düsseldorf Itter. Sie wollen Unterschriften sammeln, um die Schulbürokraten wachzurütteln.

Und eine Kapelle

Die Ehrenvorsitzende der Benrather Heimatgemeinschaft Marianne Holle wünscht sich eine Kapelle für die Schwarze Mutter Gottes am Schwarzen Weg. Dies liegt ebenso außerhalb dieser Planung wie die Renaturierung der Itter, nach der ein vollbärtiger Umweltschützer mehrfach fragte. Dieses Projekt sei eine gesonderte Planung, wurde er beschieden.

Das Gelände des ehemaligen Kaltwalzwerk der Firma Outokumpu

Das ehemalige Kaltwalzwerk der Firma Outokumpu in Düsseldorf-Benrath wurde im Herbst 2016 stillgelegt und die Produktion nach Krefeld verlagert. Auf dem Areal südlich der Hildener Straße werden derzeit die letzten Anlagen demontiert.
Die reine Industriefläche ist etwa 15 Hektar groß. Beim Wettbewerb zur Umstrukturierung der Industriefläche werden auch die angrenzenden Areale mitbetrachtet: Das Plangebiet ist insgesamt 21,8 Hektar groß. Denn es soll in Zukunft möglichst auch Erweiterungsflächen für die Gewerbetreibenden im Umfeld geben. Auf Basis des Siegerentwurfs soll im Anschluss an den Wettbewerb für das neue Wohn- und Gewerbequartier ein Bebauungsplanverfahren durchgeführt werden.

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