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Elke Nowak und Marcel Gerblich von der Initiative "Lebenswerte Paulsmühle" moderierten den Abend zur Zunkunft des Viertels

Düsseldorf Benrath: Fehlende Verkehrsplanung – 430 Wohnungen weniger in der Paulsmühle?

In der Paulsmühle in Benrath rumort es. Der Bau des Albrecht Dürer Kollegs schreitet voran und auf der ehemaligen BEA Brache fangen bald die Ausschachtarbeiten für das Mühlenviertel mit 364 Wohneinheiten an. Was auf der einen Seiten zur Belebung des Viertels beitragen wird, bereitet den Paulsmühlern Sorgen. Denn die Bauten sind geplant, aber ein Konzept für den wachsenen Verkehr gibt es noch nicht. Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Graf bekam bei einer Bürgerversammlung am Donnerstag (30.11.) viele Applaus für seinen Vorschlag, die Änderung des Bebauungsplan für 430 neue Wohnungen neben dem Berufskolleg einfach abzulehnen.

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Im nächsten Jahr soll der Unterricht am Albrecht-Dürer-Kolleg starten

Schon jetzt stöhnen die Menschen in der Paulsmühle über die Baustellen, denn viele LKW rollen durch das Viertel. Da außerdem das Kanalnetz im Bereich Einsiedelstraße erneuert wird, ist die Verkehrsführung abenteuerlich.

Bürger wollen sich Informieren

Die Bürgerinitiative „Lebenswerte Paulsmühle“ ist aus der Lärmschutz-Initiative entstanden, die sich gegen den Lärm durch die A59 gegründet hatte. Nun setzen sich die Mitglieder auch dafür ein, die Belastungen durch die Neubauten für die Paulsmühler verträglich zu gestalten. Rund 150 Bürger waren am Donnerstag in der Saal des Bunkers auf der Paulsmühlenstraße gekommen, um sich über die neusten Entwicklungen zu informieren.

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Die Paulsmühler Jecken hatten für die Versammlung ihren Saal im Bunker zur Verfügung gestellt

Die Rechnung der Verkehrsbelastung stellt sich relativ klar dar: 3500 Schüler besuchen das Berufskolleg, davon täglich etwa1000 Schüler. 364 Wohnungen entstehen im Mühlenviertel auf der BEA-Brache. Im zweiten Bauabschnitt soll neben dem Berufskolleg ein Wohnviertel mit 430 Einheiten entstehen, dafür müsste der Bebauungsplan aber noch geändert werden. Aktuell läuft ein Planungswettbewerb, mit dem die Zukunft des Outokumpu-Geländes an der Hildener Straße mit etwas 650 Wohnungen entwickelt werden soll.

Um Investoren zu entlasten hat die Stadt die Stellplatzverordnung geändert, so dass nicht mehr für jede Wohnung ein Parkplatz gebaut werden muss. Außerdem gehen die Stadtplaner davon aus, dass viele Menschen keine eigenen Autos mehr besitzen, sondern verstärkt auf Sharing-Modelle zugreifen. Vor allem, wenn die Wohnung so günstig gelegen ist, wie es in Benrath mit ÖPNV der Fall ist.

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Sie stellten sich den Fragen der Paulsmühler: (v.l.) Ernst Welski (Grüne), Uwe Grein (SPD), Udo Skalnik (SPD) und Andreas Hartnigk (CDU)

Die Stadt hat keinen Plan

Für die Paulsmühler sind die Zahl der Wohnungen und die Schüler ein klarer Hinweis darauf, dass der Verkehr im Viertel dramatisch zunehmen wird. Nur haben die Stadtplaner noch keinerlei Antwort, wie der Verkehr verträglich geregelt werden soll. David Miga, Lärmschutzkoordinator der Stadt führte im Bunker aus, dass die Einführung von Einbahnstraßen kein Ziel der Verwaltung sei, konnte aber auch keine Lösung präsentieren. Stadtplaner Kai Fischer aus dem Büro des Oberbürgermeisters war zwar zur Versammlung gekommen, hatte aber ebenfalls keine Antworten parat.

Während der stellvertretende Bezirksbürgermeister Udo Skalnik, SPD, für Verständnis warb, dass die Stadt Wohnraum schaffen müsse, kam von CDU-Seite ein unkonvetioneller Vorschlag. Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Graf, CDU, verwies auf die notwendige Änderung des Bebauungsplans für den zweiten Bauabschnitt am Dürer-Kolleg für die 430 Wohnungen. Würde man die Zustimmung zur Änderung verweigern, könnte dort ein schöner Park oder andere Nutzungen entstehen. Dafür erhielt er viel Applaus und es wurde gleich eine Unterschriftenaktion zur Unterstützung dieser Idee ins Leben gerufen.

Doch viele Paulsmühler gingen am Donnerstag ratlos nach Hause. Fassungslos darüber, wie die Stadt Wohnungen planen kann, ohne die Verkehrslage im Vorfeld zu bedenken, ließ sie an der Qualifiaktion der Stadtplaner zweifeln. Doch leider ist dies in Düsseldorf kein Einzelfall, denn die Bewohner von Hamm erleben gerade die gleiche Situation. Der große Bedarf an neuem Wohnraum scheint die Prioritäten den sinnvollen Planung erheblich zu beeinflussen.

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