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Mehr Architektur-Objekt als gemütliche Brunnenbank: Düsseldorf Benrath hat am Markt die teuersten Planken der Stadt.

Düsseldorf Benrath hat die teuersten und sinnlosesten Sitze der Stadt

Fassungslosigkeit bei Benrather Stadtteilpolitikern aller Parteien am Freitagabend (16.3.): Eigentlich hatten sie den am Marktbrunnen verweilenden Bürgern einen warmen Po spendieren wollen. Dafür wurden immerhin 50.000 Euro aus Steuergeldern bewilligt. Doch was die Experten der Düsseldorfer Stadtverwaltung für diese nicht geringe Summe anmontiert haben, ist ein Schildbürgerstreich.

Bezirksbürgermeister Dr. Karl-Heinz Graf (CDU) fragte irritiert: „Sind die Arbeiten schon fertig – oder mussten sie unterbrochen werden?“ Sein Stellvertreter Andreas Schardt von den Grünen wunderte sich: "Ich bin da auf dem Weg zum Rathaus vorbeigelaufen. Das sieht merkwürdig aus." Die Sprecherin der zur Aktionsgemeinschaft Benrath zusammengeschlossenen Einzelhändler, Melina Schulze, zeigte schon während der turnusmäßigen Sitzung der Bezirksvertretung 9 im Benrather Rathaus kopfschüttelnd ihre Handy-Fotos herum.

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Nobel, aber einsam: ein Brunnensitz, Marke Düsseldorf Benrath.

Einzelsitze bevorzugt

Wo eigentlich Holzunterlagen ein gemütliches Sitzen in größeren Gruppen am Benrather Brunnen ermöglichen sollten, hat eine Gestalterin Einzelsitze willkürlich nach eigenem Gusto verstreut. Mal ein, mal zwei Planken warten auf Singles; bei Pärchen muss dann einer auf dem kalten Stein hocken. Blasenentzündungsverdächtig! Gerade einmal eine Dreier-Sitz-Kombination ist einer Kleinstfamilie vorbehalten.„Ich hatte innerhalb kurzer Zeit schon 44 Anrufe von Bürger dazu“, stöhnte Handelssprecherin Schulze.

Teure Holzbretter

Die teuersten Sitze der Stadt waren Gesprächsthema beim „Roten Teppich in Benrath – einer Aktion mit verlängerten Öffnungszeiten bis 22 Uhr am Freitagabend. Bezirksbürgermeister Graf schwant vermutlich, dass es der Stadtteil mit dieser Verwaltungsposse bis ins Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes schaffen wird: „Wenn das so bleiben sollte, haben wir sehr, sehr teure Sitzgelegenheiten finanziert.“
Die Düsseldorfer Stadtverwaltung war am Freitagabend nicht mehr für eine Stellungnahme erreichbar. Sobald eine Erklärung vorliegt, wird report-D diese nachreichen.

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