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Im Zentrum Südwest stehen GEschäfte seit langem leer und eine Entwicklung ist nicht in Sicht

Düsseldorf Garath: Ein Stadtteil im Blick des Oberbürgermeisters

Oberbürgermeister Thomas Geisel hatte vor drei Wochen zum OB-Dialog nach Garath eingeladen und das Gespräch mit den Bürgern gesucht. Am Dienstag (30.7.) besuchte er Garath erneut und schaute sich verschiedene Projekte und Problemstellen an.

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Beim Spaziergang durch Garath sah der OB an verschiedenen Stellen Bauaktivitäten

Gemeinsam mit Quartiersmanagerin Silke de Roode, dem ortskundigen SPD-Ratsherrn Jürgen Bohrmann, Bezirksbürgermeister Uwe Sievers und dem Planungsreferenten Kai Fischer startete Oberbürgermeister Thomas Geisel den Rundgang am Stadtteilbüro in der Fußgängerunterführung am S-Bahnhof. Der Weg der Gruppe führte zuerst in Richtung Garath Süd-West. Durch das belebte Zentrum hinter dem S-Bahnhof richtete sich der Blick des OBs immer wieder auf die Hochhäuser und er liess sich von Jürgen Bohrmann erklären, wer der Besitzer ist und ob es Problem gibt. Über den Fußweg durch das Wohnviertel ging es Richtung der „Burg“, dem Nebenzentrum an der Kirche St. Matthäus. Die ehemaligen Wohnungen für Geflüchtete an der Emil-Barth-Straße , die seit Dezember leer stehen und immer noch nicht renoviert sind, lagen nicht an der Route.

Verdichtung als Lösung gegen Wohnungsnot?

Thomas Geisel fielen immer wieder Grünflächen auf und er besprach sich mit seinem Planungsreferenten Kai Fischer, ob sich diese Flächen nicht für Verdichtung eignen würden.

Im Zentrum Südwest schilderte Silke de Roode die Problematik, dass dort mehrere Eigentümer Immobilien besitzen und deren Interessen nicht unter einen Hut zu bringen seien. Die Folge: Leerstand. Im ehemaligen Edeka-Markt weisen immer noch Schilder auf die Schließung 2015 hin – passiert ist seitdem nichts. Doch neben dem Leerstand hat das Stadtoberhaupt einen Blick auf die eingeschossige Bebauung im Zentrum. Hier wäre eine Aufstockung auf drei Geschosse möglich, lässt er sich von Kai Fischer versichern.

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Die Laufstrecke durch das Naturschutzgebiet der Urdenbacher Kämpe kennt der OB noch nicht und schaut sich den Verlauf an

Erstaunlich viele Spielplätze gibt es in den Wohngebieten, stellte Geisel fest. Die sind in sehr unterschiedlichem Zustand, doch beispielsweise der Ameisenspielplatz gleich neben der Kämpe wird noch in diesem Jahr nach den Vorstellungen der jungen Nutzer renoviert.

Dass die Kämpe eine gute Landschaft für Läufer ist, vermittelte die Quartiersmanagerin dem Stadtoberhaupt bei einem kurzen Blick ins Grüne. Früher habe es Markierungen im Kilometerabstand gegeben, an denen sich die Läufer orientieren konnten. Die sind verschwunden und die Stadt habe eine neue Beschilderung abgelehnt, vielleicht könne der sportliche Ob da mal nachhaken?

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Ob die Verbotsschilder des Gartenamtes für mehr Sicherheit auf der Bürgerwiese sorgen bleibt abzuwarten. Beim Spaziergang am Dienstagnachmittag traf die Gruppe auf eine Kartenspielende Männerrunde und eine Familie, die Schatten im Schatten Erholung suchte

Auf dem Rundgang bekommt die Gruppe eine Übersicht über die Projekte im Rahmen von Garath 2.0, bei dem mit zahlreichen Gestaltungs- und Aufwertungsmaßnahmen der Stadtteil fit für die Zukunft gemacht werden soll. Die Garather und Garatherinnen haben verschiedene Möglichkeiten genutzt, ihre Wünsche für das Viertel zu äußern. In Treppenhausgesprächen, Workshops und weiteren Aktionen wurde ermittelt, wo Handlungsbedarf besteht. Und der Prozess ist noch nicht abgeschlossen, denn im Stadtteilbüro kann immer noch das Gespräch gesucht, Anregungen gegeben oder Probleme geschildert werden. So soll erreicht werden, dass die Bürger sich wohl fühlen und das negative Image von Garath gewandelt wird. Rund 30 Millionen Euro sollen für verschiedene Projekte in Garath investiert werden – vom Bau einer Dreifachsporthalle bis zu bepflanzten Blumenkübeln ist vieles dabei.

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Die Parkouranlage hat sich zum beliebten Treffepunkt entwickelt

Beim Fußmarsch die Garath hatte die Gruppe sich am Dienstagnachmittag schließlich in Richtung Osten orientiert und die Frankfurter Straße überquert. Ein kurzer Blick in die tiefe Grube der Baustelle des SOS-Mehrgenerationenhauses und weiter über den Fußweg durch die Wohnsiedlung. Wie eine Besucherin des OB-Dialoges geschildert hatte, waren einige der Wohnung nicht bewohnt und die Häuser offensichtlich in sehr unterschiedlichen Zustand. Einige wurden bereits renoviert, andere nicht. Eigentümer ist die LEG und Geisel lässt notieren, dies im nächsten Termin mit der Immobiliengesellschaft zu besprechen. An der Bürgerwiese gab es allgemeines Kopfschütteln, denn das Gartenamt hat neue Schilder angebracht, die mit neun Punkten die ordnungsgemäße Nutzung der Fläche erreichen soll. In bestem Beamtendeutsch ist dort formuliert, was man nicht darf. Piktogramme wären international verständlich, da ist sich die Gruppe einig.

Nach einem Blick auf die Parkouranlage endete der Rundgang an der Freizeitstätte Garath und Thomas Geisel lobt die Aktivitäten im Stadtteil, durch die mit Beteiligung der Bürger vieles in Bewegung gerate. Nach und nach würden die Projekte umgesetzt und er ist gespannt, wie sich der Stadtteil entwickelt. Silke de Roode lud den OB ein, im nächsten Jahr bei einem weiteren Besuch über die Fortschritte zu informieren.

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Fördergelder für gute Ideen

Die Stadt Düsseldorf hat im Rahmen des Städtebauförderprogramms "Soziale Stadt Garath 2.0" einen Fördertopf eingerichtet. Damit können Ideen finanziert werden, die das gesellschaftliche Leben in Garath verbessern und fördern. Projekte können Veranstaltungen und Aktivitäten in den Bereichen Kultur, Nachbarschaftshilfe, Gesundheitsförderung, Schule, Sport und im Rahmen des internationalen Austausches und Miteinanders sein. Auch Maßnahmen zur Aufwertung des Stadtbildes, wie die Gestaltung von kleinen Plätzen mit Verweilcharakter oder Kunst im öffentlichen Raum sind förderfähig. Ob eine Maßnahme realisierbar und förderfähig ist, wird im Beirat für den Verfügungsfonds beraten. Pro Maßnahme stehen bis zu 4.000 Euro zur Verfügung, jährlich enthält der Fördertopf 80.000 Euro. Die Gelder werden zu 60 Prozent durch das Städtebauförderprogramm Soziale Stadt von Bund und Land NRW und zu 40 Prozent durch die Stadt Düsseldorf gestellt.

Informationen dazu gibt es imStadtteilbüro, Fritz-Erler-Straße 27 (Fußgängerunterführung am S-Bahnhof); offene Sprechstunde dienstags 14 bis 18 Uhr und freitags 9 bis 13 Uhr sowie nach Vereinbarung. Kontakt per Telefon 0173-2724085, per E-Mail unter: QM-Garath@duesseldorf.de

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