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Neben historischen Fotos ist die Geschichte des Lagers erklärt

Düsseldorf Pempelfort: Stele erinnert an Zwangsarbeitslager

Seit Donnerstag (30.8.) erinnert eine Gedenkstele an der Schinkelstraße an das Zwangsarbeiterlager, in das im zweiten Weltkrieg viele Menschen verschleppt wurden und den Tod fanden.

Für die Aufstellung der Erinnerungsstele hat sich die Bezirksvertretung 1 (Altstadt, Carlstadt, Stadtmitte, Pempelfort, Derendorf, Golzheim) eingesetzt und auch Gelder dafür bereitgestellt. Am Standort des ehemaligen "Lagers Bahnhof Derendorf an der Schinkelstraße" wurde die Gedenkstele am Donnerstag enthüllt. Sie soll an die Zwangsarbeiter in diesem Lager, aber auch an die vielen anderen in Düsseldorf erinnern. Denn während des Zweiten Weltkrieges wurden mehr als 35.000 Menschen gegen ihren Willen zur Zwangsarbeit nach Düsseldorf verschleppt.

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Zahlreiche Düsseldorfer waren zur Enthüllung der Stele gekommen

Der Betreiber des Lagers an der Schinkelstraße war die "Deutsche Reichsbahn", die die Lagerinsassen auf dem Gelände des Derendorfer Güterbahnhofs zur Wartung der Bahnanlagen, zu Rangierarbeiten und anderen handwerkliche Tätigkeiten einsetzte. Die ehemalige Lehrerin der Franklin-Schule Dagmar Gutheil, hat lange zu diesem Lager geforscht. Nachgewiesen sind insgesamt 110 Insassen aus Belgien, Frankreich, den Niederlanden, der Ukraine und Polen. 34 Niederländer fanden durch einen der letzten Luftangriffe auf Düsseldorf am 23. Januar 1945 in der nahegelegenen Franklinschule den Tod.

Bezirksbürgermeisterin Marina Spillner, Dr. Peter Henkel von der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, sowie Annette Klinke, Leiterin des Arbeitskreis "Orte der Erinnerung" der BV1 waren zur Enthüllung der Stele gekommen. "Es ist mir ein Herzensanliegen, dass wir heute - 73 Jahre nach Kriegsende - den Zwangsarbeitern, die hier nach Pempelfort verschleppt, zur Schwerstarbeit gezwungen und von denen viele zu Tode kamen, gedenken. Alle, die mit offenen Augen durch den Stadtteil spazieren, werden an das Schicksal dieser Menschen erinnert. Wissen statt Vergessen ist der Auftrag", erklärte Bezirksbürgermeisterin Spillner.

Zwangsarbeit in Düsseldorf

Zwangsarbeiter wurden in allen Bereichen der Düsseldorfer Wirtschaft eingesetzt, von den großen Konzernen über die Rheinbahn oder Handwerksbetriebe bis hin zur städtischen Verwaltung. Durch ihren Einsatz sollte die angestrebte Steigerung der Produktion kriegswichtiger Güter, die Sicherung der Gebrauchsgüter des täglichen Lebens und die Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens trotz der verstärkten Luftangriffe und der massiven Zerstörung der Stadt Düsseldorf gewährleistet werden. Untergebracht waren sie zum Teil in KZ-ähnlichen Verhältnissen in über 400 Lagern und Unterkünften im gesamten Stadtgebiet.

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