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Dezernentin Cornelia Zuschke und Caspar Schmitz-Morkramer (msm Architekten). Zuschke hatte den schwierigen Spagat zwischen Bürgern und Investor zu bewältigen.

Düsseldorf Stockum: Spagat beim 2. Bürger-Workshop zum Fashion Haus

Erneut hatten sich am Freitag (15.9.) knapp 300 Bürger zum zweiten Workshop zur Zukunft der Fashion Häuser eingefunden. Nachdem sie Anfang September in der ersten Runde ihre Wünsche an die Firma CR Investment Management (CR) und die Stadt Düsseldorf formuliert hatten, waren nun alle gespannt darauf, wie diese in die entwickelten Varianten eingearbeitet worden waren. Die Ernüchterung war groß, denn weiterhin sind Bauten geplant, die die aktuelle Höhe der Fashion Häuser deutlich übersteigen.

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So sehen die drei Varianten nun aus, Darstellung: CR und Stadt Düsseldorf

Großes Interesse der Bürger

Die Bürger-Workshops sind von der Stadt initiierte Veranstaltungen, die bereits weit vor den offiziellen Verfahren, wie der Änderungen des Bauungsplans, den Anwohner Gehör verschaffen sollen. Cornelia Zuschke, Dezernentin in Düsseldorf für Planen, Bauen, Mobilität und Grundstückswesen, hatte die aufgebrachten Bürgern beim ersten Workshop gebeten, sich auf dieses neue Vorgehen einzulassen, da es große Chancen biete. Entsprechend groß waren die Hoffnungen der Anwohner, dass ihre Bedenken Gehör finden und berücksichtigt werden.

In einem Lenkungskreises, an dem Vertreter der Stadt, der Eigentümer, die Architekten und ein Vertreter der Siedlergemeinschaft als Repräsentant der Anwohner teilnahmen, war in zwei Sitzungen die Umsetzung der Wünsche und Anregungen diskutiert worden. Aus den drei Grundideen für das Gelände waren drei Planungsvarianten entstanden. Ziel des zweiten Bürger-Workshops sollte sein, mit einer dieser Varianten in die konkreteren Planungen zu gehen.

Drei Varianten

Alle drei Varianten legten eine Bebauung mit 400 bis 500 Wohneinheiten, 350 bis 450 Arbeitsplätzen, 100 bis 150 Hotelzimmern, 70 bis 90 Kindergartenplätzen und Möglichkeiten der Nahversorgung zu Grunde.

Bereits bei der Vorstellung der ersten Varianten wurde Caspar Schmitz-Morkramer, msm Architekten, vom Plenum scharf kritisiert. Zwei zwölfgeschossige Hochhäuser von jeweils 39 Metern Höhe sorgten für lauten Protest und die Wortmeldungen häuften sich.  

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Die Siedlergemeinschaft hatte die Hochhauspläne selber visualisiert, da sie die Darstellung der Architekten als geschönt empfand

Bernhard Alef von der Siedlergemeinschaft regte spontan eine Bürgerabstimmung im Saal an, um den Veranstaltern zu zeigen, dass die Hochhauslösung keinerlei Akzeptanz finden würde und auch klar den Maßgaben des ersten Workshops widerspreche.

Doch die Varianten zwei und drei fanden im Saal auch nicht mehr Zustimmung. Zwar waren die Gebäudehöhen mit sieben Geschossen und 24 Metern geringen, gingen aber immer noch über die aktuelle Höhe des Fashion Hauses(19 Meter) hinaus. Kritisiert wurde außerdem die massive Bebauung entlang der Danziger Straße, die vom Architekten aus Lärmschutzgründen empfohlen wurde. Doch die Anwohner in Stockum, auf der anderen Seite der Schnellstraße befürchten damit umso mehr von Lärm belastet zu werden, da der Schall zurückreflektieren würde. Das konnte auch die Berechnung des Schallgutachters nicht entkräften, die Bürger glaubten seinen Berechnungen nicht. Da in den ursprünglichen Ideen eine verträgliche Höhenentwicklung zur Nachbarschaft beginnend mit drei Geschossen angedacht war, empörten sich viele, das nun mit mindestens vier Geschossen geplant wurde.

Gleiche Nutzung, verschiedene Höhen

Zwar waren in allen drei Varianten 800 Parkplätze vorgesehen, was 300 über der von der Stadt vorgegebenen Stellplatzverordnung liegt, aber auch hier regte sich Kritik im Plenum. Die Annahme der Planer von zunehmenden Haushalten ohne Fahrzeuge, verstärkter Nutzung des ÖPNV, Carsharings oder Zweirädern hielten die Anwesenden für falsch. Ein Bürger bekräftigte in seiner Wortmeldung: „Wir im Düsseldorfer Norden haben ein ganz anderen Parkplatzbedarf, da gibt es sogar das Dritt- und Viert-Fahrzeug“.

Eine Vision

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Es wird wohl eine Vision bleiben: Die Einhausung der Danziger Straße

Ein interessantes Planspiel trug Architekt Schmitz-Morkramer noch vor, als er in einer Visualisierung die mögliche Überbauung der Danzigerstraße aufzeigte. Damit wurde das Problem des Schallschutzes durch die Einhausung gelöst und Stockum wachse zusammen. Allerding sei es ein System, was sehr neu und wenig erprobt ist. Durch die unklare Genehmigungssituation und die schwierige technische und wirtschaftliche Machbarkeit ist realistisch nicht mit dieser Variante zu rechnen.

Fazit: Ziel verfehlt

Rund drei Stunden wurde im Fashion Haus rege über die Zukunft des Fashion Hauses diskutiert. Keine der drei vorgestellten Varianten konnte die Bürger begeistern und damit wurde das Ziel verfehlt. Zur Veranschaulichung der geplanten Gebäudehöhen soll ein Gerüst aufgestellt werden. Ein Verfahren, das in der Schweiz häufig Anwendung findet, um die Auswirkungen von Bauvorhaben zu verdeutlichen.

Cornelia Zuschke fasste erneut die kritischen Punkte zusammen:

> Keine Hochhäuser

> keine Gebäude über 19 Meter Höhe

> die Berücksichtigung der Flanke Richtung Stockum bezüglich Lärm und Schall

> das Verkehrskonzept mit Parkraum und Zufahrten.

Diese Punkte werden als Anregung an den Investor gegeben. Ob die Bedenken der Bürger dabei eine Rolle spielen, bleibt abzuwarten. Ein weiterer Workshop ist nicht geplant und auch von einer weiteren Aktivität des Lenkungskreises war nicht die Rede.

Die Ergebnisse des Workshop-Verfahrens sollen zum Jahresende vorliegen und von CR und der Stadt Düsseldorf in konkrete Pläne zur Umnutzung des Grundstücks einfließen. Im Anschluss wird das Bebauungsplanverfahren eingeleitet, dem die politischen Gremien zustimmen müssen.

Auf der Homepage der Stadt Düsseldorf können die Informationen zu den Workshops aufgerufen werden.

Höhengestaltung der drei Varianten im Vergleich zum jetzigen Stand

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