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Ein Mann im Wahlkampfmodus vor der OB-Wahl 2020: Thomas Geisel in Düsseldorf Urdenbach.

Düsseldorf Urdenbach: Die Stadt-Sparkasse Düsseldorf hat einen kompletten Stadtteil verärgert

Gut, dass es die Stadt-Sparkasse Düsseldorf und das Düsseldorfer Gartenamt gibt. Sonst hätten 150 Urdenbacher fast gar keine Knackpunkte für den OB-Dialog in ihrem Stadtteil am Dienstagabend (10.9.). Das Geldinstitut schließt die Urdenbacher Filiale Ende September komplett. Und Spielplatz-Henker des Gartenamtes zertrümmerten Tischtennisplatten, rissen Zäune und Spielplatzschilder an gleich drei Stellen in Düsseldorf Urdenbach raus – ankündigungs- und erklärungslos. So schildern es zornige Bürger. Unterschriften für den Erhalt der Sparkassen-Filiale und gegen das Bank-Bus-Provisorium werden überreicht. Im Saal des Restaurants Jägerhof ist der Oberbürgermeister zum Abschuss freigegeben. Dafür hat sich Thomas Geisel am Dienstag (10.9.) bemerkenswert gut aus der Affäre gezogen.

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Rund 150 Zuhörer kamen zum OB Dialog von Thomas Geisel in den Sall des Jägerhofs in Düsseldorf Urdenbach.

Düsseldorf Urdenbach. 10.700 Einwohner (Zahl von 2016) leben auf 7,6 Quadratkilometern, auf denen die Großstadt namens Düsseldorf im Süden in die Rheinaue übergleitet, die hier Urdenbacher Kämpe heißt. Die Anwohner vermissen Radwege in ihrem Stadtteil. Es sei ja sehr schön, dass sich der Oberbürgermeister 26 Kilometer neuen Radweg in seiner Erfolgsbilanz auf die Habenseite schreibe. In Düsseldorfer Urdenbach sei davon kein einziger Meter abgekommen. Trotz mehrfacher Eingaben der Urdenbacher Jonges in der zuständigen Bezirksvertretung 9. Geisel benennt die Krux: Wenn gleichzeitig ein „Tempo 30“ auf Dorfstraßen eingerichtet wird, würden Radwege obsolet.

Jugend auf der Suche

Und auch die Urdenbacher Dorfjugend werde sträflich vernachlässigt. Wer keinen Draht zu der evangelischen oder katholischen Jugendarbeit im Dorf findet, geht leer aus und hängt hinter der Kirche rum. Oder auf dem nach einem früheren Oberbürgermeister benannten Josef-Kürten-Platz. Oder auf Kinderspielplätzen, wo dann, laut einer Bürgerin, angeblich leere Bierflaschen und Spritzen zurückbleiben. „Sorgen Sie dafür, dass dort öfter sauber gemacht wird“, fordert eine erboste Mutter. Thomas Geisel, der Pragmatiker, schlägt vor, dass die Jugendlichen es mal in dem just für Millionen erneuerten Jugendzentrum an der Lüderitzstraße versuchen sollten. Doch Schocking: Das liegt im Nachbarstadtteil Düsseldorf Garath.

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Momentaufnahme aus dem OB-Dialog in Düsseldorf Urdenbach.

Neben diesen Urdenbacher Problemen, kommen eine Reihe aus benachbarten Stadtteilen zur Sprache. Auf dem Markt von Düsseldorf Benrath verweigert – erneut das Feindbild Gartenamt – seit vier Jahren den Bau neuer Spielgeräte auf einer, den Fall der Kleinkinder dämmenden Unterlage. Derzeit sind gerade mal zwei Spielgeräte mit Mühe und Not in Betrieb. Thomas Geisel wendet sich an den CDU-Bezirksbürgermeister Karl-Heinz-Graf, der den Bürgerdialog in der ersten Reihe verfolgt: „Sie dürfen der Düsseldorfer Verwaltung ruhig mal Dampf machen, wenn es nicht voran gehen sollte.“

Reitstall Niederheid

Aus Düsseldorf Holthausen/Niederheid war eine Gruppe von Bürgern da, die den Umgang der Stadt mit dem dortigen Reithof heftig kritisierten. Der Pächterin fehle jegliche Planungssicherheit, weil die Stadt den einzigen Investor verprelle – so lautete der Vorwurf. OB Geisel hielt dagegen: „Wir sind bereit, das Grundstück und die sanierungsbedürftigen Gebäude dem Investor zu überlassen.“ Nur müsse sich der verpflichten, die Sanierung sofort zu beginnen.

Reisholzer "Hafenalarm"

Birgit und Volker Götz sprachen für die Initiative „Hafenalarm“. Sie kritisierten die Ausbaupläne im Reisholzer Rheinhafen als „klimaschädlich“. Und rangen Geisel diese Aussage ab: „Ich sehe nicht, dass sich das Areal zu einer großen Drehscheibe für den Containerverkehr entwickelt“, sagte Geisel unter Hinweis auf die stadtnahe Lage, die Schweröl verbrennenden Rheinschiffe und den zusätzlichen Lkw-Verkehr fürs Viertel. Zugleich aber warnte Geisel davor, das Klima als Generalargument gegen alles in Stellung zu bringen.

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