Politik Stadtteile

D_CDU_Hubbelrath_Kaserne_20150121

Extrem überfüllt: Das Hubbelrather Bürgerhaus bot bei der CDU-Veranstaltung nur noch Stehplätze.

Flüchtlinge in die Bergische Kaserne? CDU geißelt Alleingang des Oberbürgermeisters

Rund 400 Leute wollten rein, vielleicht 80 fanden Platz: Völlig verschätzt hatte sich der CDU Ortsverein Gerresheim/Ludenberg mit seiner Bürgerversammlung „Bergische Kaserne – Erstaufnahmestelle für Asylanten und Flüchtlinge?“ Es gab nur noch Stehplätze. Entsprechend groß war am Mittwochenabend (21.1.) das Gedränge im Hubbelrather Bürgerhaus.

Und klein der Informationsgehalt. Der Düsseldorfer CDU-Vorsitzende und christdemokratische Bundestagsabgeordnete Thomas Jarzombek griff OB Thomas Geisel, SPD, frontal an. Der habe sich offenbar längst für eine Erstaufnahmestelle in der ehemaligen Bergischen Kaserne an der B7 entschieden. Und verhandele darüber mit der rot-grünen Landesregierung – ohne sich auch nur einmal bei den Anwohnern sehen zu lassen. Von der im Wahlkampf von Geisel zugesagten Transparenz - laut Jarzombek – keine Spur. Dabei sei noch gar nicht klar, wie rasch die Kasernengebäude zu Unterkünften umgerüstet werden könnten und wie viel das kosten würde.
Da sekundierte Ratsherr Alexander Fils (CDU), der auf den Regionalplan verwies und die fehlenden planungsrechtlichen Grundlagen dafür, eine Aufnahmestelle in der Bergischen Kaserne einzurichten: „Den notwendigen Rechtsrahmen herzustellen, dauert nach meiner Einschätzung allein zwei Jahre“, meint Fils.

"Wirtschaftsflüchtlinge so schnell wie möglich loswerden"

Dem CDU-Ratsherren Olaf Lehne verrutschte manchmal die Wortwahl. Gern sprach er vom „Lager“ anstelle einer Unterkunft. Zudem machte er Unterschiede zwischen Flüchtlingen aus Syrien, denen man natürlich helfen müsse, und Wirtschaftsflüchtlingen, die zwar Asyl begehrten, in Wahrheit aber „bloß hier arbeiten wollen“. Die müsse man so schnell wie möglich loswerden.
Unisono betonten die CDU-Politiker, dass die meisten Flüchtlinge „arme, geschundene Menschen“ seien, denen man sicherlich helfen müsse. Nur seien die Lasten gleichmäßig über die Stadt zu verteilen und nicht einseitig im Stadtbezirk 7 zu konzentrieren. Zugleich wurde von den Christdemokraten vor einem Szenario gewarnt: Wenn die Bergische Kaserne für mehrere Millionen Euro in eine Unterkunft umgebaut werden würde, dann bestünde dieses „Lager“ (da war es wieder, das Unwort) mit Sicherheit die nächsten zehn oder fünfzehn Jahren.
Und blockiere eine der wichtigsten Freiflächen für Wohnungsbau in Düsseldorf. Auf die Frage einer Zuhörerin, welche Alternativen denn die CDU neben aller Polemik gegen andere Parteien zu bieten habe, gab es mehrere Antworten. Olaf Lehne ließ durchblicken, dass es ihm lieber wäre, die Hilfesuchende in drei Containersiedlungen à 200 Menschen unterzubringen als 600 Menschen in der Bergischen Kaserne zu konzentrieren. „Mit nur einem Rewe-Markt in der Nähe, bei dem dann alle einkaufen gehen.“

Besser an der Theodorstraße oder am Fernbahnhof des Flughafens

Alexander Fils sagte, an der Theodorstraße sei eine Freifläche dort, wo das Möbelhaus Höffner ursprünglich bauen wollte. Oder neben dem Flughafen Fernbahnhof, wo das angedachte internationale Handelszentrum schon seit vielen Jahren auf sich warten lasse.
Der Abend endete damit, dass die Christdemokraten einen Runden Tisch forderten – mit allen Parteien. Zudem müsse der OB in seinem Alleingang gestoppt werden. Die Infoveranstaltung wolle man schon bald wiederholen – für all jene, die ob des Gedränges enttäuscht ihre Winterjacke gar nicht erst ausgezogen hatten und gleich wieder gegangen waren.
Am Mittwoch, 28. Januar, 19 bis 21 Uhr lädt der FDP Ortsverband zu einer Informationsveranstaltung über die Einrichtung einer Erstaufnahme  für Flüchtlinge auf dem Gelände der Bergischen Kaserne ein. Veranstaltungsort ist das Sportlerheim des SSV Knittkuhl, Am Püttkamp 9.
Was die Gerresheimer Kirchen zur Willkommenskultur zu sagen hatten, lesen Sie hier – bei report-D.

Zurück zur Rubrik Stadtteile

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Stadtteile

D_Feuerwache_Animation_22022021

An der Werstener Friedhofstraße in Düsseldorf Wersten soll auf dem Gelände der Hausnummer 70-72 eine neue Feuer- und Rettungswache gebaut werden. Zur optimalen Nutzung der Fläche sieht der Entwurf vor, gleich nebenan den zentralen Betriebshof des Gartenamtes zu errichten. Das Vorhaben wird jetzt in den Ausschüssen beraten und bei Zustimmung am 18. März von Rat der Stadt Düsseldorf können die konkreteren Planungen beginnen.

D_Kita_Paul_Schlüssel_22022021

Die Paulsmühle ist ein Bezirk im Osten von Benrath, der durch verschiedene Wohnungsbauprojekte seine Bewohnerzahl fast verdoppeln wird. Als erstes Projekt ist bereits das Mühlenviertel mit fast 400 neuen Wohnungen realisiert. Neben dem Dürer-Kolleg sollen weitere 500 Wohnungen entstehen, mit deren Bau aber noch nicht begonnen wurde. Mit der steigenden Zahl der Bewohner*innen wächst auch der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen. Darauf hat das Unternehmer Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz AG (IDR) als Bauherr reagiert und nach nur einem Jahr Bauzeit am Freitag (19.2.) der AWO den Schlüssel zur neuen Kita Paulsmühle übergeben. Die AWO Familienglobus gGmbH wird den neuen Kindergarten betreiben und plant die Eröffnung für Mai.

D_Hellerhof_07022021

Über 2.500 Unterschriften haben die Kundinnen und Kunden des Edeka-Marktes Rath in Düsseldorf Hellerhof geleistet und damit ihren Wunsch ausgedrückt, dass der Markt erhalten bleibt. Doch das scheint der Edeka-Zentrale nicht wichtig zu sein. Sie hat den Pachtvertrag mit Sander Rath gekündigt, der den Markt seit zwölf Jahren betreibt. Bereits in Garath war der Lebensmittelmarkt geschlossen worden. Die Hellerhofer befürchten nun, dass sie das gleiche Schicksal erwartet. Es gibt zwar einen Aldi-Markt, aber der den Bürger*innen ist der Nahversorger Edeka wichtig.

report-D: Social Media / RSS

Bildergalerien von report-D

SONDER-
VERÖFFENTLICHUNG