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8Vl.) Michael Szentei-Heise von der jüdischen Gemeinde, Norbert Schäfer – Vorstandsvorsitzender von Fortuna Düsseldorf und Thomas Geisel, Düsseldorfs Oberbürgermeister am Stolperstein fürDr. Waldemar Spier

Düsseldorf erinnert sich: Ein Stolperstein für Fortuna-Obmann Dr. Waldemar Spier

Drei Herren gehen in die Knie: Michael Szentei-Heise von der jüdischen Gemeinde, Norbert Schäfer – Vorstandsvorsitzender von Fortuna Düsseldorf und Thomas Geisel, Düsseldorfs Oberbürgermeister. Es ist eine späte Ehrenbekundung für Dr. Waldemar Spier; eine, für die unter anderem hartnäckige Fans gesorgt haben. Der Vater des einzigen Meistertitels von Fortuna Düsseldorf im Jahr 1933 hat vor dem Haus Kölner Straße 248 einen Stolperstein bekommen. Er starb an Typhus, acht Wochen nach der Befreiung Tausender im KZ Auschwitz.

Waldemar Spier war Zahnarzt in Düsseldorf. Und Fan der Fortuna. Seit 1930 war Spier Obmann der ersten Mannschaft von Fortuna Düsseldorf. Die Meistermannschaft von 1933 trägt seine Handschrift. Doch das versuchten die Nazis mit allen Mitteln zu tilgen. Noch vor dem Endspiel musste der Jude Spier von seinem Vereinsposten zurücktreten. Wenig später schloss ihn die Fortuna ganz aus dem Verein aus.

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Stemmten sich gegen das Vergessen: Fortuna Fans erinnerten regelmäßig an Waldemar Spier

Vor dem Anpfiff des Endspiels rissen die Spieler den rechten Arm in die Höhe. Sich anpassen. Mitlaufen. Thomas Geisel sagte es in den Lärm und die Gleichgültigkeit der Passanten auf der Kölner Straße hinein: „Es freut mich,…(dass es) der Fortuna ein ernstes Anliegen ist, sich ihrer Geschichte in der NS-Zeit zu stellen. Der deutsche Fußballmeister des Jahres 1933 ist – wie andere Vereine, Institutionen und Menschen in Düsseldorf – nicht frei von Verstrickungen und von Verantwortung.“
Immerhin sei es nicht selbstverständlich, dass ein Profiverein die Patenschaft über den Stolperstein für Dr. Waldemar Spier übernommen habe. Fortuna-Vorstand Norbert Schäfer ging am Freitag noch einen Schritt weiter: „Es ist wichtig, dass wir uns erinnern, vor allem, weil heute offenbar wieder Sachen gesagt werden können, ich vor 20 Jahren für unmöglich hielt.“

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1944 wurde Waldemar Spier wie viele weitere Düsseldorfer jüdischen Glauben deportiert und ins KZ Auschwitz verschleppt. An der Rampe schickten ihn die Ärzte zu den Zwangsarbeitern. Schläge, Schinderei und schlechte Verpflegung trugen ihm den tödlichen Typhus ein. Er erlebte zwar noch die Befreiung des KZs, starb jedoch wenige Tage später. Seine Ehefrau ging nach dem Kriegsende zurück nach Düsseldorf, wo sich von der Fortuna bis 1978 niemand fand, der sich entschuldigt hätte.
Umso höher ist es den Fans anzurechnen, dass sie mit regelmäßigen Hinweisen und Choreographien im Stadion die Erinnerung an Spier wach hielten. Sie legten am frisch gesetzten Stolperstein einen Kranz nieder. In den Farben Rot und Weiß.

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Fans erinnern mit einer Choreo an Dr. Waldemar Spier.  Foto: Facebook

Die rund 300 Stolpersteine Düsseldorfs

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Im Boden verlegte Gedenktafeln sollen an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Selbstmord getrieben wurden. Die quadratischen Messingtafeln mit abgerundeten Ecken und Kanten sind mit von Hand eingeschlagenen Lettern beschriftet und werden von einem angegossenen Betonwürfel mit einer Kantenlänge von 96 × 96 und einer Höhe von 100 Millimetern getragen. Sie werden meist vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster bzw. den Belag des Gehwegs eingelassen. In Düsseldorf gibt es jetzt 304 Stolpersteine. 13 Stolpersteine hat der Künstler Gunther Demnig gemeinsam mit der Mahn- und Gedenkstätte am Freitag (7.7.) neu verlegt.  

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