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Der Aufsichtsratsvorsitzende von Fortuna Düsseldorf, Reinhold Ernst. Foto: Hengeler Müller

Fortuna Düsseldorf - Analyse: Duell an der Spitze contra Jubel über den Klassenerhalt an der Basis

Der Aufsichtsrat von Fortuna Düsseldorf unter der Leitung von Reinhold Ernst und Mitwirkung von Henkel-Finanzchef Carsten Knobel benutzt Robert Schäfer. Vor dem ausverkauften Derby gegen erstarkte Bayern am Sonntag (14.4.) und ausgerechnet in der besten Stimmung aller Fans zum vorzeitigen Klassenerhalt der Fortuna Düsseldorf in der 1. Bundesliga wurde der Vorstandsvorsitzende Schäfer quasi gefeuert. Quasi - denn einen Auflösungsvertrag hat Schäfer, dem Vernehmen nach, nicht unterschrieben. Ein Bericht des Düsseldorfer Express über wiederholte Compliance-Verstöße des Aufsichtsrates, über zusätzlich eingeforderte VIP-Zusatztickets in großer Zahl und doppelt gebuchte Flüge gerät dadurch ins mediale Off.

Verkündet, aber "nicht offziell"

Es sind zwei Sätze in der Exklusivnachricht der Rheinischen Post vom Samstag, die aufhorchen lassen: Die Trennung sei Robert Schäfer mitgeteilt worden. Der förmliche Beschluss solle in den nächsten Tagen vom Aufsichtsrat gefasst werden. Was? Sowohl Fortuna Aufsichtsrats-Chef Ernst (Wirtschaftsanwälte Hengeler Mueller) als auch Henkel-Mann Knobel sind in Unternehmen tätig, die das normalerweise geräuschlos regeln. Nicht, weil diese beiden Herren so genial gut wären. Sondern weil sie jede Menge Experten an ihrer Seite haben.

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Vorstands-Vorsitzender der Fortuna Düsseldorf auf Abruf: Robert Schäfer.

Tatsächlich scheint es so zu sein, dass Robert Schäfer einen ihm vorgelegten Auflösungsvertrag nicht einmal mit Fingerspitzen angefasst hat. Warum sollte er auch? Sein Vertrag soll angeblich bis 2021 laufen, 1,3 Millionen Euro sind zu verdienen. Da erscheint man gerne mal im Büro und am Sonntag – beim Bayern-Spiel – im Stadion, um seine Arbeitsleistung anzubieten. Aufsichtsratsvorsitzender Reinhold Ernst hat die Trennung gründlich vergeigt.

Buh-Mann aufgebaut!

Die gegen Robert Schäfer geäußerten Vorwürfe sollten sorgsam bewertet werden. Auch report-D hat Schäfer Anfang des Jahres zum Buh-Mann erklärt. Zu recht. Denn der Umgang mit Fortuna Trainer Friedhelm Funkel war inakzeptabel. Rasch wurde der vermeintliche Alleingang korrigiert, Funkel bekam einen Vertrag und Robert Schäfer wurde bei der Fortuna-Karnevalsparty ausgebuht. Dabei gibt Aufsichtsratschef Reinhold Ernst sogar zu, dass „der Aufsichtsrat den Vorstandsitzenden hat gewähren lassen“. Mit anderen Worten: Der jetzt als Buhmann aufgebaute Robert Schäfer handelte nicht im Alleingang, sondern hatte sich mit seinem Aufsichtsrat besprochen und glaubte an dessen Rückendeckung.

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Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel macht auch das richtig: "Kein Kommentar!"

Weiterer Vorwurf gegen Robert Schäfer: Er habe verdiente Fortuna-Großköpfe geschasst. Das stimmt, aber dafür wurde Robert Schäfer geholt. Das war sein Auftrag. Wir ersparen uns an dieser Stelle das kleinteilige Vereins-Hick-Hack. Trainer Friedhelm Funkel sollte eine Witzmannschaft fußballerisch auf Vordermann bringen. Robert Schäfer sollte die abgewirtschaftete Fortuna sanieren. Beides ist gelungen. Das nun Schäfer anzukreiden, ist Chuzpe. Fortuna braucht gute Trainer, gute Scouts und eine bestmögliche Mannschaft. Aufsichtsrat und Vorstand kommen erst danach. Deshalb sollten Friedhelm Funkel und die Mannschaft bei diesen zwei Worten bleiben: „Kein Kommentar.“

Infektionsgefahr

Reinhold Ernst und Carsten Knobel gefährden mit ihrem Dilettantismus schon jetzt den Klassenerhalt 2019/2020. Ihre Arbeitgeber sollten sich dagegen wappnen, von nun veröffentlichten Compliance-Fällen bei Fortuna infiziert zu werden.

Compliance ist die betriebswirtschaftliche und rechtswissenschaftliche Umschreibung für die Regeltreue (auch Regelkonformität) von Unternehmen, also die Einhaltung von Gesetzen, Richtlinien und freiwilligen Kodizes. Die Gesamtheit der Grundsätze und Maßnahmen eines Unternehmens zur Einhaltung bestimmter Regeln und damit zur Vermeidung von Regelverstößen. (Quelle: Wikipedia)

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