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Je nach Einkommen der Eltern könnte der Klavierunterricht bald deutlich teurer werden

Düsseldorf: Neues Konzept für Clara-Schumann-Musikschule - mehr Lehrer, aber auch Gebührenerhöhungen für Besserverdienende

Dass die Warteliste der Kinder und Jugendlichen, die an der Clara-Schumann-Musikschule unterrichtet werden wollen, mit über 2.000 Positionen lang ist, ist keine Neuigkeit. Ein neues Konzept soll die Situation verbessern und auch mehr Lehrer soll es geben. Seit 1. Oktober ist die Leiterin der Musikschule, Dr. Doris Bischler, im Amt. Sie hat ihre Ideen eingebracht und gemeinsam mit Oberbürgermeister Thomas Geisel und Kulturdezernent Hans-Georg Lohe am Donnerstag (7.11.) die Neuerungen vorgestellt, die nicht bei allen Begeisterung auslösen dürften.

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Thomas Geisel, Dr. Doris Bischler und Hans-Georg Lohe präsentierten am Donnerstag, wie es mit der Clar-Schumann-Musikschule weitergehen soll

Sozialstaffelung bei den Gebühren

OB Geisel legt großen wert darauf, dass die Clara-Schumann-Musikschule ein breites musikalischen Angebot bietet, das Kindern und Jugendlichen aus allen Bevölkerungsschichten offen steht. Die Düsseldorfer Musikschule zählt zu den Größten in Deutschland, jede Woche werden hier mehr als 10.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet.

Schon in der Vergangenheit konnten Eltern mit Düsselpass eine Preisreduzierung um 50 Prozent für die Kursgebühren ihrer Kinder beantragen. Diese Ermäßigung soll künftig auch für Eltern gelten, deren Haushaltseinkommen im Jahr 50.000 Euro nicht übersteigt. Den regulären Satz bezahlen künftig nur noch die Familien, deren Haushaltseinkommen zwischen 50.000 und 75.000 Euro liegt. Für Besserverdienende wird es teurer. So soll es einen 25-prozentigen Aufschlag für Familieneinkommen zwischen 75.000 und 100.000 Euro geben und wer über 100.000 Euro verdient, muss 50 Prozent mehr zahlen. Aktuell liegen die Gebühren beispielsweise für den Liedergarten bei 252 Euro pro Jahr. Dafür müssen die Familien der Kinder je nach Einkommen dann zwischen 125,50 und 378 Euro pro Jahr bezahlen. Einzelunterricht Klavier gibt es künftig in einer jährlichen Gebührenspanne zwischen 486 und 1458 Euro.

Hört sich kompliziert an und diese soziale Staffelung bedingt den Einsatz zusätzlicher Verwaltungsmitarbeiter, die sich mit den Anträgen und der Einkommensprüfung beschäftigen. Ob die höheren Preise für Familien mit gutem Einkommen zu einer Reduzierung der Warteliste führt, bleibt abzuwarten. Dr. Bischler benennt den aktuellen Status mit rund 2.000 Anwärtern, die auf eine Zusage der Musikschule warten.

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Dr. Doris Bischler war vorher Leiterin der Beethoven Musikschule in Bonn und leitet seit Oktober die Clara-Schumann-Musikschule

6,5 neue Lehrkräfte und zwei neue Mitarbeiter sollen künftig für mehr Unterricht sorgen und damit wurde die im Zusammenhang mit Personal 2020 verkündete Kürzung zurückgenommen. Wer den Hauptteil seiner Arbeit als Lehrer an der Musikschule zubringt, soll einen Anstellungsvertrag bekommen. Wer nur wenige Stunden unterrichtet bleibt auf Honorar-Basis. Doch der Stundenlohn soll dem der VHS-Honorarkräfte angepasst werden und bei 31 Euro pro Stunde liegen.

97 Standorte

Schon jetzt unterrichten die Lehrkräfte an 97 verschiedenen Standorten im ganzen Stadtgebiet. An 52 Schulen, 42 Kitas, zwei weiteren Standorten und in der Zentrale erhalten die Kinder und Jugendlichen ihre musikalische Bildung. Weitere Kooperationen sind geplant.

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Die Zentrale der Clara-Schumann-Musikschule an der Prinz-Georg-Straße, Foto: Stadt Düsseldorf

Weitere Ziele

Neben den veränderten Gebühren und den zusätzlichen Lehrerstellen beinhalte das Konzept noch weitere Punkte:

> Die Kooperation mit Weiterführenden Schulen soll ausgebaut werden. So könnten neue Bläser-, Sing- oder Streicherklassen gebildet werden.

> Falls das Land neue Fördermittel für das JeKits ("Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen") auslobt, will man sich gemeinsam mit den Grundschulen darum bemühen

> Die Begabtenförderung will man ausbauen und im Rahmen der studienvorbereitenden Ausbildung unter anderem zwei Mal pro Woche Unterricht im Hauptfach erteilen, um so noch gezielter zu fördern

> Die Öffentlichkeitsarbeit der Musikschule soll verbessert werden

> Die Spitzen auf der Warteliste sollen durch freie Mitarbeiter abgefangen werden

> Bis zum Jahr 2021 soll die politische Entscheidung fallen, ob mit Unterstützung der vom Förderverein der Musikschule bereitgestellten zwei Millionen Euro ein Erweiterungsbau an der Prinz-Georg-Straße realisiert werden soll.

Das komplette Konzept wird am 14. November 2019 dem Kulturausschuss vorgelegt.

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