Wirtschaft Bildung

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(v.l.) Schulleiterin Annette Günther, Initiator Payam Nouraei, Lasse Branding, Connor Lehmann, Marie-Agnes Strack Zimmermann, Helmut Born, Uwe Warnecke, Philipp Tacer und Guido Dietel

Düsseldorf: Wahlkampfarena in der Heinrich-Heine-Gesamtschule

Die Schüler der Stufen Q1 und Q2 an der Heinrich-Heine Gesamtschule hatte am Dienstag Politikunterricht der besonderen Art. Die Düsseldorfer Kandidaten von fünf Parteien waren in die Aula der Schule gekommen und wurden von rund 250 Schülern erwartet. Moderiert durch zwei Oberstufenschüler stellten sie sich den Fragen aus drei Themengebieten. Viele der Schüler und Schülerinnen dürfen am 24. September zum ersten Mal wählen. Bei wem sie ihr Kreuz machen – oder auch nicht machen werden – war vielen Teilnehmer nach der Diskussion klarer.

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(v.l.) Connor Lehmann und Lasse Branding moderierten die Wahldiskussion

Das Gerüst um die Heinrich-Heine Gesamtschule zeigt schon von außen, es tut sich etwas an der Schule. Doch nicht nur die Fassade wird im neuen Glanz erstrahlen. Auch im inneren der Schule tut sich einiges und den Anstoß dazu hat Payam Nouraei gegeben. Der Lehrer für Sport und Gesellschaftslehre diskutierte mit seinen Schülern über die bevorstehende Bundestagswahl und so wurde die Idee geboren, die Kandidaten in die Schule zu einer Podiumsdiskussion einzuladen. Gesagt getan, die Einladungen wurden verschickt und bis auf die CDU machten es alle Parteien möglich am Dienstag (12.9.) zur Graf-Recke-Straße zu kommen.

Die Schüler entwickelten das Konzept

Im Vorfeld wurden drei Themengebiete für Fragen entwickelt: Bildung, Digitalisierung und die Wahlbeteiligung Jugendlicher. Dabei legten die Jugendlichen Wert darauf, dass sich jeder Kandidat zu allen Fragen äußern darf. Die Moderation übernahmen Lasse Braning, Q1, und Connor Lehmann, Q2.

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Bei verschiedenen Äußerungen seiner parteikollegen konnte sich philipp Tacer das Schmunzeln kaum verkneifen

Dann war es soweit: Philipp Tacer, SPD-Bundestagskandidat für den Düsseldorf Norden (106), Uwe Warnecke, Grüner Bundestagskandidat für den Düsseldorf Süden (107), Marie-Agnes Strack-Zimmermann, FDP-Bundestagskandidatin für den Wahlkreis 106, Guido Dietel, AfD-Bundestagskandidat für den Wahlkreis 106 und Helmut Born als Vertreter für den Linken-Bundestagskandidaten Udo Bonn, nahmen auf dem Podium der Aula Platz.

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Marie-Agnes Strack-Zimmermann punktete mit klaren Worten

Die rund 250 Schüler und Lehrer begrüßten alle mit freundlichem Applaus. Schnell wurde bei den von den Moderatoren gestellten Fragen klar, dass die Diskussionsteilnehmer alle auf Wahlkampfmodus waren. Die Antworten wurden geschickt mit den jeweiligen Wahlprogrammen verbunden und auch Spitzen in Richtung Konkurrenz blieben nicht aus. So bescheinigten alle beim Thema Bildung deren Bedeutung und die Notwendigkeit der Finanzierung, um eine gute Qualifikation zu erreichen. Dass die Bildungshoheit bei den Ländern liegt und sich der Bund aus vielen Dingen heraushält, wurde ebenso beschrieben, wie die großen Anstrengungen, die aktuell in Düsseldorf unternommen werden, um den Schulbau und die Sanierung voran zu treiben.

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Uwe Warnecker versuchte es mit einem Exkurs zur Mietpreisbremse

Viel konkreter wurde es aber nicht und bei der Nachfrage, was denn die Schüler in den kommenden vier Jahren an Verbesserungen zu erwarten hätten, blieb es bei Allgemeinplätzen.

In der offenen Fragerunde stellten einzelne Schüler Fragen zur Mietpreisbremse, Vorratsdatenspeicherung und dem Wahlrecht mit 16.

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Helmut Born ist stolz darauf, dass viele junge Menschen bei den Linken neu eintreten

AfD entzaubert sich selbst

AfD-Mann Guido Dietel war in der Diskussion stets bemüht, die Unfähigkeit der etablierten Parteien und der GroKo darzustellen und welcher Fortschritt in Deutschland einzieht, wenn die AfD das Sagen hat.

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Sehr überzeugt von sich und seinen Ansichten konnte Guido Dietel bei den Schülern nicht landen

Unter dem Applaus der Schüler hielt Strack-Zimmermann ihm das AfD-Plakat vor, auf dem eine Schwangere zu sehen ist und der Text „Unsere Deutschen machen wir uns selbst“. Seine Partei sei nicht Fremdenfeindlich betonte Dietel, sie wolle nur das erhalten, was sich die Deutschen seit dem Krieg erkämpft hätten. Überzeugt von seinen politischen Ansichten verstieg er sich bei der Fragerunde zu der Aussage, der Islam sei keine Religion, sondern eine politische Bewegung, die den Menschen vorschreiben würde, wann sie essen, trinken und sich waschen müssten. Der Islam sei Terror und als Beleg für diese Aussage führte er das Fernsehprogramm an, das entsprechendes berichten würde.

Die AfD-Thesen kamen bei den Schülern der Heinrich-Heine Gesamtschule, die einen Ausländeranteil von rund 60 Prozent hat, nicht gut an. So hätten sie noch lange diskutieren können.

Klar war eine Botschaft bei Ihnen angekommen: Egal welche demokratische Partei man wählt, wichtig sei, sein Wahlrecht auszuüben.

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