Wirtschaft Gewerkschaften

D_Ferienjob_20180710

Für Ferienjobs gibt es genau festgelegte Regeln - erklärt der DGB.

DGB Düsseldorf: Darauf müssen Schülerinnen und Schüler bei Ferienjobs achten

Bald beginnen die Sommerferien (Beginn NRW: 16. Juli). Viele Schülerinnen und Schüler suchen einen Ferienjob. „Im Jugendarbeitsschutzgesetz ist geregelt, unter welchen Bedingungen Kinder und Jugendliche arbeiten dürfen“, erklärt Sigrid Wolf, Geschäftsführerin der DGB-Region Düsseldorf-Bergisch Land. Das betrifft die Art der Tätigkeit, die Arbeitszeiten und – natürlich – die Entlohnung.

Ferienjobs müssen leichte Tätigkeiten sein, wie etwa Gartenarbeit, Zeitung austragen oder Botengänge. Schwere körperliche oder gefährliche Tätigkeiten, der Umgang mit Gefahrenstoffen oder Akkord-Arbeit sind Jugendlichen untersagt.
Eigentlich ist arbeiten bis einschließlich dem 14. Lebensjahr verboten. Sofern die Eltern zustimmen, dürfen Kinder ab 13 Jahre bis zu zwei, in der Landwirtschaft drei Stunden täglich zwischen 8 und 18 Uhr arbeiten. Wer zwischen 15 und 17 Jahre alt ist, gilt als Jugendlicher und unterliegt weniger Einschränkungen. Schulpflichtige dürfen nicht länger als vier Wochen im Jahr in den Ferien jobben, denn die sind in erster Linie zur Erholung da.

Für die tägliche Arbeitszeit gelten strenge Regeln

Die Arbeitszeit von acht Stunden am Tag und 40 Stunden die Woche darf nicht überschritten werden, auch nicht der Arbeitszeitraum zwischen 6 bis 20 Uhr. Ausnahmen gelten für Schülerinnen und Schüler, die bereits 16 Jahre alt sind. Sie dürfen in Gaststätten bis 22 Uhr und in Mehrschicht-Betrieben bis 23 Uhr arbeiten, allerdings nicht an Wochenenden.

Aber auch hier gibt es wieder Ausnahmen, wie zum Beispiel Sportveranstaltungen. Ebenso im Jugendarbeitsschutzgesetz geregelt sind die Ruhepausen von unter 18-Jährigen. Wer viereinhalb bis sechs Stunden am Tag arbeitet, hat Anspruch auf mindestens 30 Minuten Pause. Bei mehr als sechs Stunden sind es 60 Minuten.

Wer älter ist als 18 Jahre, hat Anspruch auf den Mindestlohn

Mit dem Mindestlohngesetz haben Ferienjobber, die älter als 18 Jahre sind, Anspruch auf 8,84 Euro je Stunde. Das gilt auch, wenn der Ferienjob als geringfügige Beschäftigung (bis zu 450 Euro/Monat) ausgeübt wird. Bei Geringfügigkeit dürfen maximal 51 Stunden im Monat gearbeitet werden.

Für unter 18-Jährige ohne abgeschlossene Berufsausbildung gilt das Mindestlohngesetz hingegen nicht – eine gesetzliche Lücke, die vom DGB vehement kritisiert wird. Hier sollte man die Lohnhöhe ganz genau im Blick haben, wenn der Arbeitsvertrag unterzeichnet wird: „Auch Ferienjobs müssen fair bezahlt werden. Zwar sind keine Beiträge zur Sozialversicherung fällig, Steuern jedoch schon, wenn der Lohn über dem monatlichen Lohnsteuerfreibetrag von 750 Euro brutto liegt“, so Wolf. Dabei werden die Steuern normalerweise im nächsten Jahr erstattet, wenn man beim Finanzamt einen Antrag stellt. Dafür benötigt der Arbeitgeber in jedem Fall die elektronische Lohnsteuerkarte – auch die erhält man beim Finanzamt.

Einen Ferienjob nie ohne schriftlichen Vertrag beginnen

Auf jeden Fall sollte jede Schülerin und jeder Schüler nur mit einem Vertrag in der Hand einen Ferienjob beginnen. Der muss vorher abgeschlossen werden und ganz klar Aufgaben, Arbeitszeiten und den Lohn regeln.
Was passiert, wenn sich einer verletzt? Während des Ferienjobs sind Schülerinnen und Schüler bei der Unfallversicherung des Arbeitgebers versichert. Dieser Schutz beginnt ab dem ersten Arbeitstag und gilt auch für den Weg zur Arbeit und zurück nach Hause.

Sollten sich Arbeitgeber nicht an die Gesetze halten, gemeinsam mit den Eltern etwas dagegen tun. Am besten wendet man sich in solchen Fällen an die Aufsichtsbehörden – in der Regel sind das örtliche Gewerbeaufsichtsämter oder die Ämter für Arbeitsschutz. Arbeitgeber, die gegen gesetzliche Bestimmungen verstoßen, müssen mit Geldbußen rechnen.

Zurück zur Rubrik Gewerkschaften

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Gewerkschaften

D_UKD_16072016

In einer Streikversammlung haben die Beschäftigten der Uni Düsseldorf am Montag (16.7.) gemeinsam mit ihren Kollegen aus der Uniklinik Essen beschlossen, den Streik mit dem Ende der Nachtschicht am frühen Mittwochmorgen ( 18.7.) zu unterbrechen. Damit wird der Weg frei gemacht für Verhandlungen zwischen der Klinikleitung und ver.di, in denen Entlastungsmaßnahmen, Personalbemessungsverfahren, ein Konsequenzenmanagement, Sofortmaßnahmen und Verbesserung in der Ausbildungsqualität vereinbart werden sollen.

Verdi_weiss

Offenbar haben die Klinikvorstände aus Düsseldorf und Essen am Donnerstag (12.7.) in Berlin den klaren Auftrag oder zumindest grünes Licht der Tarifgemeinschaft deutscher Länder für Verhandlungen erhalten. Denn die Weigerung des UKD-Vorstandes, Gespräche mit ver.di zu führen, verwandelte sich am Freitag (13.7.) in die Einsicht in Verhandlungen die „Chance auf konkrete Entlastung“ zu erreichen. Damit haben die Streikenden einen ersten Erfolg erzielt. Ob der Streik während der Gespräche ausgesetzt wird, wollen die Gewerkschaftsmitglieder in einer Sitzung am Montag entscheiden.

D_verdi_landtag_12072018

Rund 500 Demonstranten machten am Donnerstag (12.7.) vor dem Düsseldorf Landtag deutlich, dass die Belastungsgrenze der Beschäftigten an der Uni-Klinik überschritten ist. Am 13. Streiktag forderten sie erneut die Landesregierung auf, endlich aktiv zu werden und für mehr Entlastung bei den Mitarbeitern zu sorgen. Denn die Streikenden fordern nicht mehr Geld, es geht ihnen um Entlastung durch mehr Personal, damit die Patienten ordentlich versorgt werden.

report-D: Social Media / RSS

Bildergalerien von report-D