Wirtschaft Gewerkschaften

D_verdi_kaufhof_alle_17052019

Nach ihrer Kundegebung statteten die Bankmitarbeiter ihren Kollegen vom Einzelhandel noch einen Solidaritätsbesuch ab

Düsseldorf: Beschäftigte aus Einzelhandel und Banken streiken in der City

Den Kaufhof im Blick hatten rund 1000 Beschäftigte des Einzelhandels am Freitag (17.5.): Sie hatten den Corneliusplatz in der Düsseldorfer Innenstadt für ihre Streikkundgebung ausgesucht. Gleich nebenan auf dem Schadowplatz demonstrierten 500 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Banken. Alle Streikenden waren sich einig: Eine Sechs vor dem Komma müssen die Tarifverhandlungen bringen. Während die Arbeitgeber im Einzelhandel 1,5, bzw. 1 Prozent in der ersten Verhandlungsrunde angeboten hatten, liegt nach Angaben der Gewerkschaft vor der vierten Verhandlungsrunde für die rund 200.000 Beschäftigten der privaten und öffentlichen Banken noch kein verhandelbares Angebot vor.

D_verdi_kaufhof_Begegnung_17052019

Der ein oder andere Streikende musste erstmal gucken, bei welcher Kundgebung er richtig war

Die Banken

Das musikalische Angebot der Streikkundgebungen unterschied sich, doch in ihren Forderungen waren sich die mit gelben Westen bekleideten Gewerkschaftsmitglieder einige: Mindestens sechs Prozent mehr Lohn soll es geben. Rund 500 Bankmitarbeiter und -mitarbeiterinnen von privaten und öffentlichen Banken waren auf den Schadowplatz gekommen. Zum ersten Mal dabei auch Mitarbeiter der Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale (Helaba). Viele Mitarbeiter würden sich immer noch nicht trauen an Streiks teilzuehmen, berichtete eine Betriebsratsvorsitzende. Denn die Beschäftigten würden eingeschüchtert und ihnen mit dem Verlust des Arbeitsplatzes gedroht. Die Chefs würden das schlechte Image der Banken den Mitarbeitern zur Last legen, dabei habe dies das Management zu verantworten.

D_verdi_kaufhof_Banker_17052019

Die Bank-Beschäftigten wollen mehr Lohn und Entlastung

Die nächste Verhandlungsrunde mit der Tarifkommission ist für Montag (20.5.) terminiert. ver.di fordert sechs Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Für übertariflich Beschäftigte soll eine Dynamisierung der Gehälter und für Auszubildende 100 Euro mehr im Monat erreicht werden. Doch es geht der Gewerkschaft nicht nur um Geld. Sie möchte auch über Arbeitsbelastung und Weiterbildung verhandeln, denn Rationalisierungen durch Digitalisierung stehen an. So fordert ver.di für alle Beschäftigten sechs Gesundheits- und Entlastungstage, wobei zwischen Gehaltssteigerung oder Freizeit gewählt werden soll.

D_verdi_kaufhof_Stacheln_17052019

Da werden die Stachel ausgefahren - auch bei der Demo

Der Einzelhandel

Rund 1000 Beschäftigte aus den verschiedensten Einzelhandelsfirmen waren dem Streikaufruf von ver.di auf den Corneliusplatz gefolgt. Sie kamen von Obi, Ikea, DM-Drogerie, Douglas, Primark, dem Esprit-Outlet, Karstadt, Kaufhof, Amazon, H&M und vielen mehr. Nachdem die Arbeitgeber in der ersten Verhandlungsrunde lediglich 1,5 Prozent Lohnerhöhung ab dem 1. Mai angeboten hatten und weitere 1,0 Prozent ab 1. Mai 2020, wollten sie ein deutlichen Zeichen setzen. Die mangelnde Wertschätzung für ihre Arbeit beantworteten sie mit Streik.

D_verdi_kaufhof_go_17052019

Ganz bewusst zog der Demozug der Einzelhandelsbeschäftigten durch die Schadowstraße

ver.di fordert für den nordrhein-westfälischen Einzelhandel eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 6,5 Prozent, mindestens aber 163 Euro, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Für Ausbildende soll es 100 Euro im Monat mehr geben. Ein wichtiger Punkt in den Verhandlungen ist der Gewerkschaft die Allgemeinverbindlichkeitserklärung (AVE) der Tarifverträge. Durch die AVE würde ein Tarifvertrag auch dann gelten, wenn Arbeitgeber oder Beschäftigte/r nicht tarifgebunden sind. Voraussetzung ist, dass das Bundesministerium für Arbeit und Soziales den Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklärt hat. Nach der Streikversammlung auf dem Corneliusplatz zogen die Teilnehmer durch die Innenstadt vorbei an Kaufhof und Karstadt.

Zurück zur Rubrik Gewerkschaften

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Gewerkschaften

D_Senioren_12102019

Weil die Rente nicht reicht, müssen sich Immer mehr alte Menschen in Düsseldorf etwa dazu verdienen. Das kritisiert der DGB-Stadtverband Düsseldorf und stützt sich dabei auf eine eigene Analyse der Erwerbstätigkeit von über 65jährigen in Düsseldorf. Demnach waren am 31. Dezember 2018 in Düsseldorf 8.518 Personen über 65 Jahren in Minijobs beschäftigt. Zum selben Stichtag fünf Jahre zuvor waren es 7.687. Das bedeutet eine Steigerung von 10,8 Prozent.

D_DGB70_2_08102019

Am 13. Oktober 1949 wurde der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) gegründet. Um dies zu feiern, hatte die DGB-Regionsgeschäftsführerin Sigrid Wolf am Dienstagabend (8.10.) eingeladen. Neben Vertretern zahlreicher Unternehmen und der Arbeitsagenturen hatten sich Politiker und Weggenossen eingefunden.

D_DGB_Flughafen_Banner_08102019

Die Reinigungskräfte am Flughafen Düsseldorf arbeiten fast unsichtbar und sorgen in den Terminals und Flugzeugen für Sauberkeit. Mit einem Warnstreik am Dienstag (8.10.) protestierten sie gegen die festgefahrenen Tarifverhandlungen für das Gebäudereiniger-Handwerk, dem auch sie zugeordnet sind. Die Industriegewerkschaft BAU (IG Bau) hat auch in der sechsten Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern keine Einigung erzielen können.

report-D: Social Media / RSS

Bildergalerien von report-D