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Die Düsseldorfer DGB-Vorsitzende Sigrid Wolf und OB Thomas Geisel.

Düsseldorf DGB: Über 180.000 Beschäftigte befinden sich in Kurzarbeit

Die Zahl der Kurzarbeitenden in Düsseldorf ist im April von Null auf mehr als 180.000 Menschen gestiegen. Grund dafür ist das Schließen vieler Firmen wegen der Corona-Pandemie. Darauf weist der Deutsche Gewerkschaftsbund, DGB, hin. Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Düsseldorf stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 15,8 Prozent auf 25.336 Personen an. Die Zahl der Düsseldorfer in Hartz IV nahm ebenfalls zu: von 57.402 im März auf 58.226 Personen in Bedarfsgemeinschaften samt Kindern im April.

Die neuen Arbeitsmarktzahlen seien „empfindliche Folgen der aktuellen Einschränkungen“. Die DGB-Stadtverbandsvorsitzende Düsseldorf Sigrid Wolf sagt es so: „Die hohe Zahl der Kurzarbeit schockiert. Sie macht aber auch deutlich, dass sich das Netz der Kurzarbeit einmal mehr bewährt. Überall da, wo Kurzarbeit angemeldet wird, soll Beschäftigung gehalten werden.“

Viele Arbeitnehmer plagten jedoch Existenzängste. Wer seit Wochen Einkommensausfälle von bis zu 40 Prozent schultere, müsse schneller stattliche Hilfen bekommen. Vor allem bei niedrigen Löhnen und ohne tarifliche Aufstockung reiche das Geld oft kaum.
Deshalb fordert der DGB eine bessere soziale Absicherung: „Dazu zählen zum Beispiel der grundsätzlich verbesserte Zugang zu Kurzarbeit, die neuen Hinzuverdienstmöglichkeiten, der jüngst erzielte Kompromiss zur Aufstockung des Kurzarbeitergeldes, ein verlängerter krisenbedingter Arbeitslosengeldanspruch, Verbesserungen beim Kinderzuschlag oder die fairere Behandlung in der Grundsicherung durch die Aussetzung der Vermögensanrechnung und Prüfung der Angemessenheit der Wohnung“, sagt Wolf.

Auf Anregung des DGB und seiner acht Gewerkschaften will die Stadt Düsseldorf einen Härtefallfonds einrichten. Das hat der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt beschlossen. Gedacht ist an unbürokratische Einmalzahlungen für Familien mit mehreren Kindern, bei denen beide Partner in Kurzarbeit sind oder es nur einen Berufstätigen gibt. Auch finanzielle Belastungen durch Kredite sollen bei der unbürokratischen Bewilligung eine Rolle spielen.

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