Wirtschaft Gewerkschaften

D_Streik_Lokal_10012019

Düsseldorf Flughafen: Kötter Aviation zieht Berufung im Verfahren gegen ver.di-Gewerkschaftssekretär zurück

Das Arbeitsgericht Düsseldorf ist ein Hin und Her seiner Kunden sicher gewöhnt. Dennoch ist es bemerkenswert, dass Kläger Kötter Avation Security Flughafen Düsseldorf in weniger als zwei Monaten ein Urteil kassierte, Berufung einlegte und diese Ende Mai zurückzog. In der Abwägung zwischen Meinungsfreiheit und Persönlichkeitsrecht hatte sich das Gericht eindeutig auf die Seite der freien Meinungsäußerung gestellt (report-d.de, 8.4.2020).

Was bisher geschah

Der Streit: Peter Lange, geschäftsführender Direktor von Kötter, hatte den verdi-Gewerkschaftssektretär Özay Tarim verklagt, der seit Jahren für die Sicherheitskräfte am Düsseldorfer Flughafen erfolgreich im Lohnkampf unterwegs ist. In Flugblättern während des Streiks hatte Tarim Lange vorgeworfen, über eine Mitarbeiterin persönlich Druck ausgeübt zu haben, damit Beschäftigte Streikbrecher werden. Nun ist dieser Prozess vorbei. Und doch werden die Streitenden weiter auf einander treffen. Denn Peter Lange kann vom Düsseldorfer Flughafen nicht lassen.

Aufstieg mit 64

Bis Ende Mai hat er für Kötter Aviation Security als geschäftsführender Direktor die Fluggastkontrollen geleitet. Seit 1. Juni übernimmt der 64-Jährige diese Rolle für den Deutschen Schutz- und Wachdienst (DSW) – und steigt außerdem auf vom Kötter-Direktor zum DSW-Geschäftsführer der Sparte Luftsicherheit. Peter Lange kennt den Flughafen der Landeshauptstadt gut. Schon von 1997 bis 2004 agierte der Manager beim größten NRW-Airport: bis 2004 als Geschäftsführer des Düsseldorfer Flughafens und von 2004 bis 2006 als Geschäftsführer der Flughafen Düsseldorf Ground Handling.

Ein Mann - zwei Arbeitgeber

Die Personalie hat gleich drei ungewöhnliche Aspekte: Es war Peter Lange, der im November 2019 die vorzeitige Vertragskündigung von Kötter verantwortete, da die Passagier- und Gepäckkontrolle auf der Basis der bislang ausgehandelten Kondition wirtschaftlich nicht mehr durchführbar seien (report-d.de, 7.11.19). Kötter kündigte an, sich möglicherweise an der Ausschreibung zu beteiligen, verzichtete aber dann doch. Und es ist Peter Lange, der weiterhin und damit parallel zum neu-alten Job in Düsseldorf für DSW-Wettbewerber Kötter die Fluggastkontrollen am Flughafen Köln/Bonn leitet. Da verwundert es kaum noch, dass er auch den Betriebsleiter und den Schulungsleiter mit zur DSW bringt.

Neues Logo, bekannte Chefs

Für die rund 1000 Kötter-Beschäftigten, denen die Übernahme angeboten wurde, ist es jedenfalls eine beunruhigende Entwicklung, dass die alten Chefs wieder am Ruder sitzen. Denn sie hatten ein ruhigeres Fahrwasser in der Personal- und Tarifarbeit erwartet, als der Zuschlag für die Fluggastkontrolle an den DSW ging

Zurück zur Rubrik Gewerkschaften

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Gewerkschaften

verdi_fahne_2015

Nach dem Abschluss der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst hatte die Gewerkschaft ver.di das Ziel, die Abschlüsse auch die die Mitarbeitenden des Nahverkehrs in Nordrhein-Westfalen zu übernehmen. Dies ist in Verhandlungen am 6. und 7. November gelungen. Wie die Gewerkschaft am Samstag mitteilt, konnte auch die Abschaffung der Entgeltgruppe 5a erreicht werden, in die das neueingestellte Fahrpersonal eingestuft wird.

D_VErkaufsoffen_21032017

Mit einer Normenkontrollklage beim Oberverwaltungsgericht Münster will die Gewerkschaft ver.di die, in der aktuellen NRW-Coronaschutzverordnung genehmigten, verkaufsoffenen Sonntage verhindern. An fünf Sonntagen innerhalb von sechs Wochen dürften die Einzelhändler nach der Verordnung öffnen. Die Gewerkschaft befürchtet eine Konzentration der Kunden auf die Sonntage, was bei den aktuellen Infektionszahlen zu verhindern sei.

D_verdi_Bus_26102020

Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst sind am Sonntag (25.10.) erfolgreich beendet worden. Allerdings werden die Ergebnisse nicht automatisch für die Beschäftigten im Nahverkehr übernommen, da die Tarifverträge gekündigt wurden, um eine bundeseinheitliche Regelung zu erzielen. Deshalb gibt es am 6. und 7. November die Verhandlungen der Gewerkschaft ver.di mit den Vertretern des Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV NW). Erst dann entscheidet sich, ob auch in NRW zufriedenstellende Ergebnisse für Fahrer*innen von Bussen und Bahnen erreicht werden.

report-D: Social Media / RSS

Bildergalerien von report-D

SONDER-
VERÖFFENTLICHUNG