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Mit flotten Sprüchen traten die AWO-Beschäftigten für mehr Lohn ein

Düsseldorf: Gescheiterte Tarifverhandlungen bei der AWO

Trotz Warnstreik von über 2000 AWO-Mitarbeitern am Dienstag (29.1.) verliefen die Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft ver.di und der AWO-NRW ergebnislos. Die Gespräche wurden am Nachmittag abgebrochen. Damit sind nach Aussage der Gewerkschaft weitere Streiks wahrscheinlich.

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Über 2000 Streikende hatten sich vor dem DGB-Haus versammelt

Vor dem DGB-Haus in Düsseldorf hatten sich am Dienstagvormittag rund 2.500 AWO-Mitarbeiter versammelt, um ihre Forderung nach besserer Bezahlung zu unterstreichen. Die Streikenden kamen aus ganz Nordrhein-Westfalen. Es sind Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Kindergärten, OGS-Betreuungen, Senioren- und Pflegeheimen. Viele von ihnen hatten zur Kundgebung Hexenhüte, Hexenbesen oder Zauberhüte angezogen und damit direkt auf den Kommentar der Arbeitgeber reagiert. „Die Forderungen, die Gewerkschaftsvertreter vorlegten, stammten eher aus dem Zauberhut klassenkämpferischer Phantasien als aus der sozialpolitischen Wirklichkeit“ hatte die AWO verlauten lassen.

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Die Demonstranten hatten Plakate mit ihren Forderungen dabei

Der Wohlfahrtsverband hatte sieben Prozent mehr Lohn über eine Laufzeit von 30 Monaten verteilt angeboten. Ver.di forderte eine Lohnsteigerung von zehn Prozent bei einer Laufzeit von dreizehn Monaten und monatlich 100 Euro mehr für die Auszubildenden. Die Forderung sei mehr als gerechtfertigt, erklärte Ver.di-Verhandlungsführer Wolfgang Cremer. Ziel sei es, die gleiche Entlohnung wie im Öffentlichen Dienst zu erreichen. Denn die Mitarbeiter in den Kitas, den OGS oder Heimen würden die gleiche Arbeit leisten, dafür aber deutlich weniger verdienen. Das Argument der AWO, man könne die höheren Löhne nicht von den Kommunen erhalten und deshalb nicht besser bezahlen, halt die Gewerkschaft für fragwürdig.

AWO zeigte kaum Entgegenkommen

Die Verhandlungsrunde setzte sich um 13 Uhr zusammen, am frühen Abend erklärten die Gewerkschaftler sie sei im Kern ergebnislos verlaufen. Lediglich bei der Ausbildungsvergütung hat sich die AWO bewegt und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um je 50 Euro pro Monat in zwei Schritten, ab dem 01.01.2019 und dem 01.01.2020 angeboten. Außerdem sollen Azubis in der praxisintegrierten Ausbildung zum Erzieher eine Ausbildungsvergütung nach Pflegetarifvertrag der AWO NRW erhalten. Ansonsten blieb die Arbeitgeberseite beim Angebot von rund 7 Prozent in drei Schritten, bei 30-monatiger Laufzeit.

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ver.di Verhandlungsführer Wolfgang Cremer

Enttäuschung bei der Gewerkschaft

„Im Kern unserer Tarifrunde sind wir keinen Schritt vorangekommen. Im Gegenteil. Die Arbeitgeber haben betont, dass sie eine lange Laufzeit auf jeden Fall wollen. Die 30 Monate halten sie für gerechtfertigt. Sie erkennen nicht an, dass ihr Angebot deutlich unter dem Wert der Lohnerhöhungen im öffentlichen Dienst liegt und es für eine so lange Laufzeit bei der AWO in NRW deshalb keinen Grund gibt.“ Einkommensverluste von bis zu 400 Euro monatlich gegenüber der Bezahlung im öffentlichen Dienst seien nicht hinnehmbar. „Wenn sich das nicht bessert, wird es weitere Streiks geben“, kündigte Wolfgang Cremer von ver.di an.

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Nächste Verhandlungsrunde

Am 4. Februar will die ver.di Tarifkommission über das weitere Vorgehen beraten. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 12. Februar terminiert. Mit weiteren Streiks bei der AWO muss gerechnet werden. Nach Angabe der Gewerkschaft waren am Dienstag in Düsseldorf von den 17 OGS zehn geschlossen und weitere vier mit Notdienst in Betrieb. Die Schüler des Berufsbildungszentrums hatten ihren Demokratieunterricht bei der Demonstration abgehalten. Von den 25 AWO-Kitas bleiben am Dienstag drei geschlossen und acht waren eingeschränkt in Betrieb.

AWO-Kreisgeschäftsführerin Marion Warden zeigte sich zuversichtlich, dass die Verhandlungspartner bald eine Kompromisslösung in dieser Tarifauseinandersetzung finden.

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