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Live-Videoschalte aus Düsseldorf nach Berlin - dort erläuterte der IG Bau-Verhandlungsführer, warum die Gewerkschaft bei ihren Tarifforderungen bleibt.

Düsseldorf IG Bau: Live-Schalte in die Tarifkommission und Kritik an der Stadt Düsseldorf

Mit einer Live-Videoschaltung vom Düsseldorfer Johannes-Rau-Platz in die Verhandlungskommission nach Berlin hat die Industriegewerkschaft Bau – Bauen-Agrar-Umwelt am Montagabend (18.5.) auf den Start der Tarifverhandlungen aufmerksam gemacht. Für die 850.000 Beschäftigten der Branche fordert die Gewerkschaft 6,8 Prozent mehr Lohn – mindestens aber 230 Euro. Zudem soll künftig ein Wegegeld für die Anfahrt zur Baustelle gezahlt werden. Azubis sollen 100 Euro pro Monat mehr bekommen. 80 IG Bau Mitglieder waren zu der Versammlung nach Düsseldorf gekommen.

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80 Gewerkschafter der IG Bau aus Nordrhein-Westfalen kamen zur Demo nach Düsseldorf

Auf der einen Seite der Rhein und ein Bilderbuch-Sonnenuntergang – auf der anderen Seite mächtig Wut auf die Arbeitgeber. Die bewerten die Baukonjunktur vor dem Verhandlungsstart nämlich ganz anders als die Gewerkschaften. Die Unternehmen befürchten einen Auftragseinbruch durch Corona, weil die Steuereinnahmen der öffentlichen Hand rapide sinken. Der Essener Baukonzern Hochtief beispielsweise hat deshalb für die kommenden 13 Monate eine Nullrunde angeboten. Hochtief ist schon vor langem aus dem Flächentarifvertrag ausgestiegen. Für das provozierende Angebot gab es in Düsseldorf schrille Pfiffe und laute Buhrufe.

Der Bau boomt - Arbeitnehmer fordern ihren Anteil

Der Verhandlungsführer der IG Bau, Carsten Burkhardt, machte bei der Live-Schalte nach Berlin die Verhandlungsposition der IG Bau deutlich: In den zurückliegenden Jahren hätten die Bauunternehmen von einem Boom profitiert. Derzeit seien die Auftragsbücher immer noch prall gefüllt und die Öffentliche Hand habe signalisiert, den Motor der Bauwirtschaft mit Konjunkturprogrammen am Laufen zu halten. „Deshalb gibt es für uns keinen Grund, unsere Forderungen zu überdenken.“

"Klatschen allein reicht nicht"

Die Düsseldorfer DGB-Chefin Sigrid Wolf stimmte diesem Ansatz in ihrer Grußadresse des DGB zu. Sie erinnerte daran, dass die Milliarden für Rettungsschirme aus den Steuergeldern von ArbeitnehmerInnen stammen. Arbeitsrechte und Arbeitsschutz dürften nicht geschliffen werden – mit dem Argument der Corona-Krise. Stattdessen bräuchten die systemrelevanten Berufe jetzt mehr Gehalt und Verbesserungen ihrer Arbeitsbedingungen: „Klatschen allein reicht nicht“, rief Wolf.

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Antonia Kühn von der IG Bau und Sigrid Wolf, Chefin des DGB Düsseldorf Bergisch-Land.

Antonia Kühn von der IG Bau kritisierte die Stadt Düsseldorf dafür, dass die Auftaktkundgebung lange Zeit von der Stadt nicht genehmigt worden war. Eigentlich hatte die IG Bau eine Drive-In-Demo auf den Oberkasseler Rheinwiesen geplant und beantragt. Diese sei erst drei Tage vor dem Termin von Düsseldorf verboten worden. „Wir Gewerkschaften lassen uns nicht von einer Stadt das Recht nehmen, für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingung zu demonstrieren.“ Die Ersatzkundgebung an der Kniebrücke habe wegen Düsseldorf kurzfristiger Absage unter Hochdruck organisiert werden müssen.

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