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Handwerker sind gefragt, aber trotzdem will die LEG ihnen keinen Tarifvertrag geben

Düsseldorf: LEG-Handwerker streiken für Tarifvertrag

Die Zentrale des Immobilienunternehmens LEG ist ist Düsseldorf an der Hans-Böckler-Straße in Düsseldorf Golzheim. Davor versammelten sich am Montagmittag (30.11.) rund 80 Beschäftigte der Handwerkergesellschaft TSP (Technik Service Plus). An dieser Gesellschaft hat der LEG Konzern die Mehrheit und darin das Kleinreparaturmanagement an den Gebäuden und in den Wohnungen zusammengefasst. Allerdings sind mit Mitarbeitenden der TSP nicht im LEG-Tarifvertrag erfasst. Dagegen protestieren die Beschäftigten gemeinsam mit ihren Gewerkschaftsvertretern.

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“gewohnt gut“ ist das Motto der LEG, offenbar gilt dies nicht für alle Beschäftigten

Großkonzern LEG

Die LEG Immobilien AG verfügt über rund 136.000 Wohnungen, in denen rund 365.000 Menschen leben. Damit ist die LEG der größte Vermieter in NRW und Deutschlands drittgrößtes privates Wohnungsunternehmen. Die über 350 Mitarbeitenden der Handwerkergesellschaft TSP kümmern sich gemeinsam mit weiter Unternehmen um Kleinreparaturen in den Wohnungen und Gebäuden. Die TSP ist ein Gemeinschaftsunternehmen der LEG Immobilien AG und der B&O Service und Messtechnik AG, wobei die LEG 51 Prozent hält.

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Rund 80 Beschäftige aus verschiedenen Standorten zogen am Montag vor die Konzernzentrale

Forderung nach Tarifvertrag

Der Streik und die Kundgebung vor der LEG Zentrale resultiert daraus, dass es zwar einen Tarifvertrag für die Mitarbeitenden der LEG gibt, dieser aber nicht für die TSP-Beschäftigten gilt. Bereits seit fünf Tagen streiken die Mitarbeiter aus den Standorten Dortmund, Castrop-Rauxel, Münster und Düsseldorf.

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Andrea Becker und Benedikt Frank bei der Kundgebung vor der LEG

Andrea Becker, Fachbereichsleiterin Besondere Dienstleistungen NRW, fordert die Geschäftsführung der TSP seit Juni auf, über einen Tarifvertrag zu verhandeln. Doch dies wird abgelehnt, da die LEG-Konzernspitze dies unterbindet. „Bislang haben sich bereits ein Viertel der Beschäftigten an unseren Streikaufrufen beteiligt. Das wollen wir nun noch einmal steigern!“, betont Andrea Becker. Sie kritisiert, dass es unverständlich sei, dass ein börsennotierter Konzern, der seit Jahren Rekordgewinne vermeldete, den Beschäftigten einen Tarifvertrag und damit regelmäßige Lohnerhöhungen verweigere. Zwar gebe es seit Bestehen der TSP unregelmäßige freiwillige Leistungen des Arbeitgebers, aber keine kontinuierliche Entwicklung der Löhne. „Handwerkerinnen und Handwerker werden auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragt. Das spiegelt sich aber nicht in der Bezahlung der TSP-Beschäftigten wieder, was für Unverständnis und Wut sorgt.“, so Becker.

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Die Plakate sprechen eine deutliche Sprache

Konzernspitze wird fürstlich vergütet

Besonders sauer sind die Streikenden, da sich der LEG-Vorstandsvorsitzende durch die Aktionärsversammlung seine Vergütung um 52 Prozent auf 4,3 Millionen Euro im Jahr hat erhöhen lassen. Die Forderungen der Beschäftigten, bei 100-prozentiger Umsetzung, belaufen sich auf ca. 0,9 Millionen im Jahr.

Da das Corona konforme Streiken mit Maske und Abstand schwierig ist, geht die Gewerkschaft neue Wege. Die Mitarbeitenden werden in den digitalen Streik treten und sich von zu Hause aus in Video-Streik-Konferenzen einwählen, um damit den Druck auf die LEG zu erhöhen.

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