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Der Flughafen Düsseldorf will 600 Arbeitsplätze beerdigen. Dagegen protestieren die Betroffenen am Dienstagmorgen (2.3.) mit einer Mahnwache.

Düsseldorf: Mahnwache – weil der Flughafen 600 Mitarbeiter loswerden will

Arschkalt ist es am Dienstagmorgen (2.3.) bei dieser Mahnwache an der Flughafenstraße. Aber das passt zum Arbeitgeber: Kühl hat Flughafenchef Thomas Schnalke den Betriebsräten ausrichten lassen, dass sich der Airport von 600 der zurzeit von 2300 Beschäftigten trennen möchte. Rund 100 Beschäftigte gingen schon freiwillig. Aber das reicht der Geschäftsführung nicht. Nun hat sich die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di eingeschaltet. Mit einer Mahnwache trotzen rund 50 Teilnehmende der frostigen Kühle – ihres Arbeitgebers und des Wintermorgens.

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Peter Büddicker und Stephanie Peifer von ver.di bei der Mahnwache am Dienstagfrüh (2.3.) vor der Verwaltung des Flughafen Düsseldorf.

Dabei gibt es wegen Corona noch nicht einmal Kaffee. Den hat der Fachbereichsleiter Verkehr von ver.di, Peter Büddicker, schon lange auf: „Der Flughafen Düsseldorf hat den Notlagentarifvertrag abgelehnt und wird zeitgleich mit über 300 Millionen Euro von Bund und Land unterstützt, um den Betrieb in der Pandemie aufrechtzuerhalten.“ Nur zur Erinnerung: Die gern angenommene Staatshilfe kommt aus den Steuergeldern auch derjenigen, die nun vor die Tür gesetzt werden sollen.

50 Millionen Euro einsparen

Im Managerdeutsch klingt das bei Flughafenchef Thomas Schnalke dann so: Der Airport müsse seine operativen Kosten einschließlich der Personalaufwendungen um rund 15 Prozent reduzieren. In absoluten Zahlen: 50 Millionen Euro sollen eingespart werden. Erst dann habe der Flughafen wieder wirtschaftlich festen Boden unter den Füßen.

„Das geht so nicht. Die Corona-Krise müsse gemeinsam bewältigen“, fordert die Stephanie Peifer, die Geschäftsführerin von ver.di Düssel-Rhein-Wupper, während ihr das Kondenswasser auf den Brillengläsern gefriert. Jahrelang habe der Flughafen aus seinen Gewinnen die Anteilseigner bedient. Nun dürften nicht ausgerechnet die Arbeitnehmer das nachsehen haben, die den Überschuss erwirtschafteten.

Beschäftigte halfen immer, wann es darauf ankam

Vor der Flughafenverwaltung hat ver.di zur Mahnwache schon mal die Solidarität von Arbeitgeber Flughafen und Beschäftigten samt 600 Arbeitsplätzen symbolisch zu Grabe getragen. Im Schein flackernder Grablichter erinnern die Beschäftigten an zahlreiche Situationen, in denen sie länger blieben, Überstunden machten und halfen, weil es die Situation erforderte. Neben den regelmäßigen Starts in die großen oder etwas kleineren Ferien in NRW waren dies besondere Ereignisse wie am 16. April 2010, als in Island der Gletschervulkan Eyjafjalla ausbrach und mit seiner Staubwolke den Flugverkehr zum Erliegen brachte oder am 11. April 1996, als eine Brandkatastrophe den Düsseldorfer Flughafen in einen Ausnahmezustand versetzte.

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