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Bereits am 17. Mai waren die Beschäftigten für ihre Forderungen auf die Straße gegangen

Düsseldorf: Mittwoch erneuter Streik im Handel für mehr Lohn

Die Tarifverhandlungen im Einzelhandel und im Groß-und Außenhandeln laufen nicht im Sinne der Arbeitnehmer, weshalb die Gewerkschaft ver.di zu einer zentrale Streikversammlung im Düsseldorfer Hofgarten am Mittwoch (29.5.) aufgerufen hat.

Kundgebung im Hofgarten

Beschäftigte aus etwa 120 Einzelhandelsbetrieben haben für Mittwoch einen ganztägigen Streik angekündigt. Die Streikenden treffen sich im Hofgarten und werden nach der Auftaktkundgebung über die Jacobistraße und Schadowstraße durch die Innenstadt zur Tonhalle ziehen. „Wir wollen den Arbeitgebern deutlich machen, dass die Beschäftigten angemessene Löhne und Gehälter brauchen, weil dies der beste Schutz vor Altersarmut ist. Deshalb fordert ver.di mit Nachdruck die Umsetzung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge (AVE) im Handel, um Dumpinglohn-Geschäftsmodelle zum Nachteil der Beschäftigten zu verhindern“, betont ver.di-Verhandlungsführerin Silke Zimmer.

Einzelhandel

Rund 487.000 sozialversicherungspflichtige und 205.000 geringfügig Beschäftigte arbeiten im Einzelhandel. Die Arbeitgeber hatten in der ersten Verhandlungsrunde eine Entgelterhöhung von 1,5 Prozent zum 01. Mai 2019 und weitere 1,0 Prozent zum 01. Mai 2020 angeboten. Die Gewerkschaft ver.di fordert 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens 163 Euro bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

Groß- und Außenhandel

Im Groß- und Außenhandel sieht es nicht viel besser aus. Dort sind 289.777 sozialversicherungspflichtige und 45.878 geringfügig Beschäftigte tätig, für die die Arbeitgeber bisher einen Zweijahresabschluss von 1,8 Prozent im ersten Jahr und weiteren 1,2 Prozent im zweiten Jahr angeboten haben. ver.di fordert ebenfalls eine Entgelterhöhung von 6,5 Prozent, mindestens aber 180 Euro mehr Lohn und Gehalt, bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

Nicht akzeptable Angebote

„Angesichts der Umsatzsteigerungen und Gewinne beider Branchen, sind die bisherigen Angebote beschämend und zeugen nicht von Respekt und Wertschätzung gegenüber den Beschäftigten“, erklärte Silke Zimmer.

In beiden Branchen liegen die Angebote unterhalb der Preissteigerung und würden damit Reallohnverluste für die Beschäftigten bedeuten, kritisiert die Gewerkschaft. Sowohl im Einzel-, wie auch im Groß- und Außenhandel lehnen die Arbeitgeber die geforderte Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge, die Erhöhung der Azubi-Vergütung um 100 Euro sowie eine Mindestanhebung als soziale Komponente ab.

Die Tarifverhandlungen werden im Einzelhandel am 6. Juni und im Groß- und Außenhandel am 26. Juni in dritter Runde in Düsseldorf fortgesetzt.

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