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Rote Lichter an der Kontrolle signalisierten: Hier wird heute gestreikt

Düsseldorf: Streik des Sicherheitspersonals am Flughafen – 350 von 570 Flugbewegungen gestrichen

Lange Gesichter bei den Passagieren von Condor Flug DE1456: Am Donnerstagmorgen (10.1.) führte der Weg nach Fuerteventura über Münster/Osnabrück. Bus statt Business- oder Economy-Klasse: Ein Fehlstart in den Urlaub! Mehr Glück hatten die Passagiere von DE1428 nach Teneriffa, nur 15 Minuten später: Sie durften abheben. Mehr als 380 Beschäftigte der Sicherheitskontrollen am Düsseldorfer Flughafen traten mit Beginn der Frühschicht in einen eintägigen Warnstreik. Sie fordern mehr Geld: 20 Euro pro Stunde.

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Es war deutlicher leerer in der Abflugshalle als an normalen Tagen

„Das heute soll ein Warnschuss in Richtung der Arbeitgeber sein. Die haben sich in bislang vier Verhandlungsrunden nicht bewegt“, klagte verdi-Gewerkschaftssekretär Andreas Rech. Für die erste Live-Schaltung im ARD-Morgenmagazin versammelten sich die Streikenden rings um die Kamera – im ansonsten wie ausgestorben daliegenden Terminal. Ansonsten verzichteten sie darauf, laut skandierend durch die Abflughalle zu ziehen. Rech sagt: „Unser Streik richtet sich ja nicht gegen die Passagiere.“

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(vl.) Thomas Kötter, Flughafen-Sprecher, Gewerkschaftssekretär Andreas Rech und Wahid Shorbaji vom Sicherheitspersonal des Düsseldorfer Flughafens

Auch wenn 350 von 570 Starts und Landungen in Düsseldorf am Donnerstag ausfallen – böse Worte gibt es von den Betroffenen Urlaubern und Geschäftsleuten nicht. „Zu streiken – ist ein Recht der Beschäftigten“, sagt einer schulterzuckend. Und auch die Fluggesellschaften und der Flughafen haben vorab alles getan, um Warteschlagen, Durcheinander und böses Blut zu vermeiden. Im Zweifel wurden die Flüge einfach gestrichen. Oder eben auf andere Flughäfen wie Münster/Osnabrück umgeleitet. „Die Situation im Terminal ist entspannt“, sagte Flughafensprecher Thomas Kötter gegenüber report-D.

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Diese Passagiere konnten ihre Reise antreten, allerdings erst nach dem Transport zum Flughafen Münster-Osnabrück

Sind 20 Euro pro Stunde für die Luftsicherheitsassistenten nicht sehr viel – mehr als viele andere bekommen? Auf diese Frage ist Verdi-Mann Rech vorbereitet: „Unsere Kolleginnen und Kolleginnen sind sieben Tage pro Woche im Schichtdienst unterwegs. Sie tragen eine hohe Verantwortung. Und hier in Düsseldorf zahlen Firmen wie Kötter Aushilfskräften 19,50 Euro pro Stunde – das ist nicht weit weg von den 20 Euro.“ Noch immer fehle Sicherheitspersonal in Düsseldorf – weshalb Lücken mit zeitlich befristeten Verträgen gestopft würden. Und: „Es waren die Arbeitgeber, die sich einen deutschlandweit einheitlichen Tarifvertrag für die Sicherheitskräfte im Flugbereich gewünscht haben.“

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Im Streiklokal war man sich einig, die Arbeitsgeber müssen mehr Entgegenkommen zeigen

Die Gewerkschaft verdi verhandelt derzeit im Namen von rund 23.000 Beschäftigten im Bereich der Sicherheit an deutschen Flughäfen. Ihre Hauptforderung: An der Sicherheitskontrolle sollen Beschäftigte mindestens 20 Euro pro Stunde bekommen. Der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) hat demgegenüber eine Entgelt-Erhöhung von 1,8 bis 2 Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit für den Tarifvertrag von zwei Jahren angeboten. „Das ist ja gerade mal ein Inflationsausgleich“, sagte Gewerkschaftssekretär Andreas Rech gegenüber report-D. Die Verhandlungen sollen am 23. Januar in Berlin fortgesetzt werden.

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Knapp zwei Drittel aller Flüge wurden am Donnerstag in Düsseldorf annuliert

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