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Am Donnerstag kann es an der Uniklinik zu Einschränkungen durch den Warnstreik kommen

Düsseldorf: Warnstreik für Donnerstag an der Uniklinik angekündigt

Die Gewerkschaft ver.di hat die Gespräche mit der Universitätsklinik Düsseldorf (UKD) für gescheitert erklärt und ruft die Beschäftigten für Donnerstag (14.6.) zum Warnstreik auf. Parallel in Essen und Düsseldorf werden vorerst nur eine begrenzte Anzahl an Mitarbeitern streiken. Sollte die Klinikleitung weiterhin nicht auf die Forderungen der Gewerkschaft eingehen, plant ver.di ein Intensivierung bis hin zur Urabstimmung und einem möglichen Erzwingungsstreik.

ver.di wirft dem UKD Blockadehaltung vor

In den Augen der Gewerkschaft ver.di verweigern die Vorstände der Uniklinken Düsseldorf den Mitarbeitern die Entlastung. Von einem Mediator begleitete Gespräche wurden abgebrochen. „Die Gespräche mit den Vorständen beider Kliniken haben gezeigt, dass es keine Bereitschaft gibt, zeitnah und verbindlich Personaluntergrenzen zu vereinbaren, die den Gesundheitsschutz der Beschäftigten und eine gute Versorgung der Patienten sicherstellt“, berichtet ver.di-Verhandlungsführer Jan von Hagen. „Statt in ernsthafte Verhandlungen einzusteigen, verstecken sich beide Vorstände hinter ihrer Mitgliedschaft in der Tarifgemeinschaft deutscher Länder. Die Beschäftigten haben keinerlei Verständnis dafür, dass sie durch Arbeitsüberlastung krank werden und die Arbeitgeber dabei nur zusehen. Deshalb gehen wir von einer hohen Zustimmung für einen Erzwingungsstreik in der Urabstimmung aus.“

Das UKD spricht von Eskalation durch ver.di

Das UKD bestreitet die Vorwürfe und sieht seitens der Gewerkschaft eine Weigerung zu konstruktiven Gesprächen. Die Initiative zu einem ersten Mediationsgespräch im April sei von der Klinikleitung ausgegangen. Die Gewerkschaft habe die Mediation abgebrochen und zu Verhandlungen für einen Entlastungstarifvertrag aufgefordert. In der Auffassung des UKD ist die Klinik aber nicht berechtigt eigenständige Tarifverhandlungen zu führen. Entlastungsmaßnahmen für das Personal habe die Klinik durch die Schaffung von 80 zusätzlichen Vollzeitstellen im Pflegedienst seit 2016 und der weiteren Einstellung von 80 Serviceassistenten geleistet.

„Offenbar geht es mehr um Eskalation als um konkrete Entlastung“, wirft Ekkehard Zimmer, Kaufmännischer Direktor und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des UKD, den Gewerkschaftlern vor. Denn die Einstellung von zwölf ausländischen Pflegekräften sowie die Finanzierung von knapp 15 Pflegestellen durch das Pflegeförderprogramm des Bundes werden durch die Personalvertretung blockiert.„Das UKD will seinen Entlastungskurs auch in 2018 und 2019 fortsetzen. Es ist schade, dass es hierfür keine Unterstützung von verdi bzw. durch den Personalrat der nicht-wissenschaftlichen Beschäftigten gibt.“ kritisierte Zimmer.

Streiks werden vorbereitet

Für Gewerkschaftler von Hagen halten diese Aussagen dem Praxistest nicht stand. Einzelne organisatorische Veränderungen oder Personalakquise im Ausland brächten keine ausreichende Entlastung, die beim Patienten ankomme. Ver.di fordert einen verbindlichen Betreuungsschlüssel auf den Stationen.

Deshalb sind eine begrenzte Anzahl von Beschäftigten an den Unikliniken Düsseldorf und Essen am 14. Juni zu ersten Warnstreiks aufgerufen. Sollten die Klinikvorstände bei ihrer Haltung bleiben, werden die Auswirkungen von Streiks erweitert. Ver.di wird die Streiks intensivieren und zu einer Urabstimmstimmung über einen Erzwingungsstreik aufrufen.

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