Wirtschaft Gewerkschaften

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"Unverzichtbar" steht auf dem Mund-Nase-Schutz - beim Warnstreik im Öffentlichen Dienst in Düsseldorf am Dienstag galt das auch für die Forderungen der Beschäftigten nach mehr Geld und besseren Arbeitsbedingungen.

Düsseldorf Warnstreiks: Ärger über „respektloses Arbeitgeberangebot“ – Stillstand bei Rheinbahn, Kitas und in der Verwaltung

Tarifkämpfe werden nicht von Gewerkschaften gewonnen, sondern von unverdrossen kämpfenden Beschäftigten. Dies betonten ver.di-Sekretäre am Dienstag (20.10.) sowohl im IHZ-Park (IHZ= Internationales Handels-Zentrum) an der Moskauer Straße in Düsseldorf Oberbilk als auch vor der Sana-Klinik in Düsseldorf Gerresheim. Rund 2000 Rheinbahn-FahrerInnen, MüllwerkerInnen, MitarbeiterInnen der Stadtverwaltung und Klinikpersonal gingen in die nächste Runde des Warnstreiks im Öffentlichen Dienst.

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Am Dienstagmorgen (20.10.) blieben Busse und Bahnen in den Düsseldorfer Rheinbahn-Depots.

8 Uhr früh im noch weitgehend unentdeckten Park entlang der Moskauer Straße in Düsseldorfer Oberbilk. Hier standen die Streikenden zusammen – dicht genug, um Britta Wortmann und Henning Brust von ver.di zuhören zu können und weit genug auseinander und mit Maske, um den Corona-Auflagen genüge zu tun.

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ver.di-Sekretär Henning Brust sprach zu den Warnstreikenden von Awista und Stadtwerken.

Einhellig angelehnt wird von den Streikenden das erste Angebot der öffentlichen Arbeitgeber. Die hatten die Gewerkschaften in den Tarifgesprächen lange hängen lassen und dann einen Tarifvertrag mit dreijähriger Laufzeit bis zum 31. August 2023 angeboten. Jeweils zum 1. März 2021 und 2022 werden Tariferhöhungen um 1 Prozent angeboten. Zum 1. März 2023 dann ein Plus von 1.5 Prozent. Hinzu kommen eine Corona-Sonderzahlung von 300 Euro für alle Beschäftigten und eine Verringerung der Arbeitszeit in Ostdeutschland in den Jahren 2023 und 2024 auf 39 Wochenstunden.

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Auf der anderen Seite des IHZ-Parks versammelten sich die Beschäftigten der Stadtverwaltung.

„Das ist respektlos“, sagt ver.di-Sekretär Henning Brust. Die Gewerkschaften fordern einen Tarifvertrag für zwölf Monate, 4,8 Prozent mehr Geld. Mindestens aber 150 Euro mehr. Auszubildende und Praktikanten sollen 100 Euro mehr bekommen. Bei Pflegekräften und Bus- und BahnfahrerInnen sollen die Arbeits- und Entgeltbedingungen grundlegend verbessert werden. Alles andere ist nach Meinung von ver.di eine Klatsche für die, die während des Lockdowns im Frühjahr beklatscht wurden. Darauf solle jeder Einzelnen in Diskussionen immer wieder hinweisen, ermunterten die Redner am Dienstag: „Lasst Euch nicht erzählen, das Ihr ja einen sicheren Arbeitsplatz habt – im Gegensatz zu anderen.“

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Kabarettist Jens Neutag unterhielt die Streikenden auf beiden Seiten des Parks.

Der Düsseldorfer Kabarettist Jens Neutag sorgte mit spontanen Vorträgen zur aktuellen Lage für Lacher bei den Streikenden. Wenige hundert Meter weiter versuchten sich die Pendler mit Auto oder Fahrrad in Richtung Innenstadt zu bewegen.

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