Wirtschaft Gewerkschaften

D_Bau_20180130

Im mehr Bau-Jobs in Düsseldorf bleiben offen - die Branche findet keine Facharbeiter.

Düsseldorf fehlen Fachkräfte: 2017 waren 51 Bau-Jobs über 90 Tage lang unbesetzt

Betonbauer verzweifelt gesucht: In der Düsseldorfer Bauwirtschaft waren 2017 exakt 51 Stellen durchschnittlich länger als drei Monate unbesetzt. Das sind60 Prozent mehr als im Vorjahr, teilt die Gewerkschaft IG Bau mit. Sie stützt sich auf eine Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit. Insgesamt waren in Düsseldorf demnach im Jahresmittel 146 offene Bauarbeiter-Jobs gemeldet.

„Während die Baukonjunktur so gut dasteht wie zuletzt Ende der 1990er-Jahre, finden heimische Unternehmen oft keine Fachleute mehr“, sagt Doris Jetten. Die Bezirksvorsitzende der IG Bau Düsseldorf nennt den Trend ein „Alarmsignal“. Vom Zimmerer bis zum Estrichleger fehlten in der Region Spezialisten in nahezu allen Bausparten.

Dünne Personaldecke

Jetten sieht hierfür einen doppelten Grund: „Einerseits haben viele Firmen trotz anziehender Auftragslage ihre Personaldecke in den letzten Jahren nicht ausreichend aufgestockt. Andererseits hat der Bau mit einem großen Nachwuchsproblem zu kämpfen. Zwar verdienen Azubis hier mehr als in allen anderen Branchen – doch immer mehr Schulabgänger zieht es an die Uni.“ Ende 2017 zählten die Sozialkassen der Bauwirtschaft (SOKA-BAU) in Düsseldorf lediglich 24 neue Ausbildungsverträge.

Für Bau-Berufe werben

Die IG Bau schlägt vor, in Schulen verstärkt für eine Handwerksausbildung zu werben. Zudem sollten die Betriebe auf Qualität achten und für gute Arbeitsbedingungen sorgen. Das beste Rezept gegen den Fachkräftemangel sei, den Beschäftigten ein ordentliches Auskommen und gute Arbeitsbedingungen zu bieten. In der aktuellen Tarifrunde fordert die IG Bau sechs Prozent mehr Lohn und die Bezahlung von Fahrzeiten.

Zurück zur Rubrik Gewerkschaften

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Gewerkschaften

D_verdi_UKD_Waschstrasse_16082018

Am Donnerstag (16.8.) zogen rund 500 Demonstranten zur NRW Staatskanzlei, um dort mit Ministerpräsident Armin Laschet über den Streik an den Uniklinken Essen und Düsseldorf zu sprechen. Doch weder er noch sein Stellvertreter Armin Stamp hatten Zeit für die Uni-Beschäftigten. Thomas Kutschaty, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag, hatte den Streikzug am Morgen begleitet und eine Delegetation der Beschäftigten eingeladen, ihn in den nächsten Tagen im Landtag zu besuchen. Doch auch von anderer Seite bekamen die Beschäftigten Unterstützung. Nach einem offenen Brief, in dem rund 200 Patienten sich solidarisch zeigten, kamen am Donnerstag einige Patienten zur Demonstration vor die Staatskanzlei.

D_UKD_Treppe_02082018

Die Beschäftigten des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) machten bei ihrer Demonstration am Donnerstag (2.8.) vor dem Finanzministerium eine klare Rechnung auf: Jeder Streiktag beschere den Uni-Kliniken in Essen und Düsseldorf einen Einnahmeverlust von einer Millionen Euro. Da werde es Zeit, dass die Minister auf den Tisch hauen und die Klinikvorstände zu erfolgreichen Verhandlungen drängen, forderten die Streikenden.

D_UKD_Streik_03072018

Seit vergangener Woche laufen die Gespräche zwischen dem Vorstand der Unikliniken (UKD) und der Gewerkschaft ver.di. Ziel ist es, Entlastungsmaßnahmen für die Beschäftigten zu verhandeln. Dafür hatten die Beschäftigten - neben zahlreichen Warstreiks - seit dem 3. Juli unbefristet gestreikt. Da von der Klinikleitung aus Sicht der Gewerkschaft keine konkrete Vorschläge zur Entlastung angeboten wurden, haben die Beschäftigten am Donnerstag entschieden, den Streik am Montag (30.7.) wieder aufzunehmen.

report-D: Social Media / RSS

Bildergalerien von report-D