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Demonstration gegen "prekäre" Beschäftigungsverhältnisse vor der Außenstelle des BAMF an der Erkrather Straße

Lehrkräfte von Integrationskursen demonstrieren in Düsseldorf für angemessene Bezahlung

Die steigende Zahl der Flüchtlinge hat den Bedarf an Deutsch- und Integrationskursen wachsen lassen. Doch das Bundesinnenministerium hält die Bezahlung der akademisch gebildeten Lehrkräfte immer noch auf Sparflamme. Dagegen wurde am Mittwoch in Düsseldorf demonstriert und Unterschriften übergeben.

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"Integration hat ihren Preis, Qualität kostet was" skandieren die Demonstranten

Vor der Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) an der Erkrather Straße haben sich am Mittag über 100 Demonstranten mit Transparenten, Trillerpfeifen und Megafonen eingefunden. Aus vielen Teilen NRWs sind sie angereist, denn die Problematik ist eine bundesweite. Die Lehrkräfte für Deutsch- und Integrationskurse werden von den Trägern als Honorarkräfte beschäftigt. Sie haben den Status als Selbstständige und müssen selber für ihre Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung aufkommen. Bei Urlaub und Krankheit fällt das Einkommen weg. Als Honorar verdienen die Lehrkräfte 23 Euro, was für viele einen Monatsverdienst von gerade mal 1000 Euro bedeutet.

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Bis kurz vor der Übergabe werden noch Unterschriften geleistet

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hatte im Vorfeld zur einer Unterschriftenaktion für eine angemessene Bezahlung aufgerufen. Rund 1500 Unterschriften übergaben die Demonstranten am Mittwoch an Manfred Terfurth, den Regionalkoordinator des BAMF Düsseldorf. Zuvor war es zwischen Demonstranten und Ordnungsdienst zu Rangeleien gekommen, da die Delegation das Gebäude des BAMF nicht betreten durfte. Terfurth kam vor die Tür, nahm die Unterschriften an, wollte aber kein Gespräch führen. Auch auf direkte Nachfragen, was er denn über die Bezahlung denken würde, gab er keine Antwort.

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(v.l.) Manfred Terfurth (Regionalkoordniator des BAMF in Düsseldorf) erhält die Unterschriften von Sebastian Krebs (stellv. Landesvorsitzender der GEW)

Enttäuscht zogen die Demonstranten weiter in die Innenstadt, um vom DGB-Haus aus zum Marktplatz zu ziehen. Ihre Forderungen haben sie auf Transparente und Schilder geschrieben. Die Lehrkräfte fordern vergleichbaren Konditionen wie die von angestellten Lehrern an Berufsschulen. Denn die Bildung erfordert auch Qualität bei den Lehrern. Das BAMF hat die Zusatzqualifikation Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache (DaF und DaZ) für Lehrkräfte ausgesetzt und kann so auch nicht ausgebildete Kräfte für die Sprachkurse einsetzen. Die Ausweitung der Kursgröße auf 25 Personen trägt zusätzlich dazu bei, dass die Unterrichtsqualität sinkt. Kinder lernen die deutsche Sprache in der Schule, aber rund 70 Prozent der Asylbewerber sind Erwachsene. Ohne qualifizierten Unterricht sehen die Demonstranten die Integration der Menschen als gefährdet an.

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