Wirtschaft Gewerkschaften

warnstreik_532013

Wer sich ohne öffentliche Verkehrsmittel zum Amt gekämpft hat, steht dort vielleicht vor verschlossenen Türen

Warnstreik wird Düsseldorf am Dienstag (26.4.) hart treffen

Vor der nächsten Verhandlungsrunde zwischen ver.di und den öffentlichen Arbeitgebern am Donnerstag (28.4.) zeigen die Gewerkschaftler die Unzufriedenheit der Arbeitnehmer. Am Dienstag werden in Düsseldorf Warnstreiks in zahlreichen Bereichen das Leben stark beeinträchtigen.

D_verdi_Jugend_25042016

Die ver.di-Jungend hat sich für die Streikaktion T-Shirts mit Aussagen wie "unbezahlbar", "dreist" und "unerhört" bedrucken lassen

Busse und Bahnen

Wer am Dienstag mit Bus oder Straßenbahn fahren möchte, wird wahrscheinlich lange warten. Die Rheinbahn versucht, einige Buslinien fahren zu lassen, die Straßenbahnen werden die Depots voraussichtlich nicht verlassen können. Die Streikenden werden die Arbeit während des ganzen Dienstags niederlegen.

Ämter

Auch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung beteiligen sich am Arbeitskampf. Zwar hat kein Amt offiziell geschlossen, aber bei Bürgerbüros und anderen Dienststellen wird es zu Verzögerungen kommen. Dasselbe gilt für das Garten- und Friedhofsamt.

Städtische Kitas

Einige der städtischen Kindergärten werden ebenfalls bestreikt. Die Eltern der Kinder in vom Streik  betroffenen Einrichtungen, sind im Vorfeld informiert worden. Die Stadt hat ab 7.30 Uhr den i-Punkt-Familie unter der Telefonnummer 89-98870 besetzt. Dorthin können sich Eltern wenden, die keine Betreuungsmöglichkeit für ihre Kinder finden.

Stadtwerke und Awista

Die Gewerkschaftsvertreter der Stadtwerke und der Awista rechnen mit einer hohen Beteiligung ihrer Kollegen am Warnstreik. Das Servicecenter am Höherweg und das Callcenter werden den ganzen Dienstag über nicht erreichbar sein. Mitarbeiter der Wasserwerke, Werkstätten, Müllverbrennung und Müllabfuhr werden die Arbeit niederlegen und zur großen Kundgebung am Burgplatz ziehen.

LVR-Klinik und Schwimmbäder

Das LVR-Klinikum ist das einzig verbliebene Krankenhaus in öffentlicher Hand. Auch dort beteiligt man sich am Warnstreik. Die Schwimmbäder in Düsseldorf werden ebenfalls geschlossen bleiben.

D_verdi_Peifer_25042016

Stephanie Peifer ist sehr unzufrieden mit den Angeboten der Arbeitgeberseite

Forderungen der Arbeitnehmer

Die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes sind empört über die Angebote der Arbeitgeber. In der zweiten Verhandlungsrunde wurden ihnen  zum 1.6.2016 netto 0,6 Prozent Lohnerhöhung angeboten und in 2017 nochmals 1,2 Prozent. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll auf 24 Monate festgelegt werden. Eine Lohnerhöhung in diesem Umfang würde für die Mitarbeiter brutto einen Betrag zwischen 10 und 37 Euro zusätzlich ausmachen. Die Forderung der Gewerkschaft liegt bei 6 Prozent. Um die Unzufriedenheit vor der nächsten Verhandlungsrunde am Donnerstag deutlich zu machen, stehen die Zeichen auf Warnstreik und Stephanie Peifer, Geschäftsführerin des ver.di Bezirks Düsseldorf, ist sich einer hohen Beteiligung sicher.

Demonstrationszüge und Kundgebung am Dienstag

Die Streikenden werden in drei Marschrouten ab 8 Uhr vom Rheinbahnbetriebshof in Lierenfeld, der Awista/Stadtwerken am Höherweg und dem Technischen Rathaus an der Brinkmannstraße  durch die Stadt zum Burgplatz ziehen. Der Berufsverkehr wird daher nicht nur vom fehlenden Personennahverkehr gestört, sondern auch von den Protestzügen durch die Innenstadt. Zur Kundgebung auf dem Burgplatz werden auch Streikende aus Krefeld, Mönchengladbach, Moers, Duisburg und Wesel erwartet.

Mittwoch leidet der Flugverkehr

Für Mittwoch (27.4.) hat ver.di die Mitarbeiter von Check-ins, Werkstätten, Luftsicherheitskontrolle und Bodenverkehrsdienste wie Vorfeld, Fracht, Gepäck und Verwaltung zum Warnstreik aufgerufen. Der Düsseldorfer Flughafen wird voraussichtlich ab 3 Uhr morgens betroffen sein. Fluggesellschaften bieten Umbuchungen an.

Auswirkungen ÖPNV

U-Bahn- und Straßenbahnlinien fahren nicht. Die Regional- und S-Bahnen sind von dem Streik nicht betroffen.

Für folgende Linien versucht die Rheinbahn den gewohnten Takt sicherzustellen:

Linie 730: Freiligrathplatz U - Unterrath - Gerresheim - Eller - Reisholz - Benrath - Urdenbach, Südallee

Linie 746: Velbert ZOB - Wülfrath - Mettmann, Jubiläumsplatz - Mettmann-Stadtwald S

Linie 751: Ratingen-Hösel S – Ratingen-Lintorf – D-Angermund S – D-Kaiserswerth, Klemensplatz

Linie 770: Velbert ZOB – Heiligenhaus – Ratingen-Hösel S

Linie 771: Velbert ZOB – Heiligenhausb – Ratingen Ost S – Ratingen Mitte

Linie 785: D-Heinrich-Heine-Allee U - D-Reisholz S - Hilden Mitte - Hilden Süd S - Langenfeld-Richrath - Langenfeld S

Linie 831: Krefeld, HPZ Uerdingen - Krefeld, Uerdingen Bf - Meerbusch, Lank-Latum - Meerbusch, Haus Meer U

Linie 834: Oberkassel, Belsenplatz U - Nordfriedhof - Mörsenbroich - Düsseldorf Hbf

Linie O5: Erkrath S - Erkrath-Hochdahl S - Trills - Hochdahler Markt - Sandheide - Willbeck - Erkrath-Millrath S

Linie O6: Erkrath, Haus Brück - Erkrath S - Unterfeldhaus - Kempen - Hochdahler Markt - Erkrath-Millrath S

Linie O14 (TaxiBus mit Anmeldung): Ratingen-Breitscheid, Am Kessel - Mintarder Weg - An der Pönt - Krummenweg - Ratingen-Hösel S

Linie O19 (TaxiBus mit Anmeldung): Ratingen, Fliedner Krankenhaus - Lintorf, Rathaus - Ratingen-Lintorf, Mörikestraße

Linie SB51: D-Flughafen Bf - D-Nordfriedhof - Meerbusch-Büderich, Landsknecht U – Kaarster Bf

Linie SB56: Bilk S – Universität Süd

Zurück zur Rubrik Gewerkschaften

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Gewerkschaften

D_dus_26072019

Der Tarifkonflikt zwischen der Gewerkschaft ver.di und dem Aviation Handling Service (AHS) geht schon seit Januar 2020. Eigentlich gab es damals bereits eine Einigung, bei der besonders die Beschäftigten im Niedriglohnsektor eine Gehaltsverbesserung versprach. Doch die Firma AHS, die für die Passagierabfertigung am Düsseldorfer Flughafen zuständig, weigert sich immer noch die Tarifeinigung zu unterzeichnen. Um Druck zu machen und die Fortsetzung der Tarifverhandlungen zu erreichen, rief die Gewerkschaft am Sonntagmorgen (28.3.) die Beschäftigten zum Streik auf.

D_Wolf_08122017

Bei den Beschlussfassungen der Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer zur Corona-Pandemie, ist nach Ansicht des Deutschen Gewerkschaftsbundes die Lage der Beschäftigten zu wenig berücksichtigt worden. Es gibt immer noch kein Mindestkurzarbeitergeld und die Maßnahmen der Arbeitgeber zum Schutz der Mitarbeiter seien weiter in Appellen formuliert. Die Diskussion um den Gründonnerstag ist entbrannt: Ein gesetzlich verordneter Feiertag oder ein Ruhetag, der über Urlaub oder Freizeitausgleich vom Beschäftigten geregelt wird?

D_Schokolade_18032021

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat die aktuellen Zahlen des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie ausgewertet und kommt auf rechnerisch 20.800 verzehrte Süßwaren in Düsseldorf im vergangenen Jahr. Das entspricht deutschlandweit einem Umsatzzuwachs von 7,5 Prozent. Vor den im April beginnenden Tarifverhandlungen fordert die Gewerkschaft höhere Löhne für die Beschäftigten.

report-D: Social Media / RSS

Bildergalerien von report-D

SONDER-
VERÖFFENTLICHUNG