Wirtschaft Karriere

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Dr. Axel Fuhrmann, Thomas Geisel, jahrgangsbeste Friseurmeisterin Nadine Schlögl, Prof. Andreas Pinkwart, jahrgangsbeste Steinmetzmeisterin Anna Staudt und Andreas Ehlert bei der Meisterfeier

979 neue Meister feiern in der Düsseldorfer Stadthalle

Düsseldorf als Startup-City war am Sonntag Veranstaltungsort für die größte Meisterfeier in ganz Deutschland. 979 Jungmeister erhielten in der Stadthalle ihre Meisterbriefe. Auch wenn man bei klassischen Startups nicht unbedingt an Handwerksbetriebe denkt, werden viele der Jungmeister den Weg in die Selbständigkeit gehen und Firmen gründen oder übernehmen. Festredner war der NRW-Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, Professor Andreas Pinkwart.

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Die 20 Jahrgangsbesten Jungmeister erhielten ihre Meisterbriefe auf der Bühne

Neben der Verteilung der Meisterbriefe an die 979 Jungmeister bot die Feier vor den rund 3000 Gästen in der Stadthalle den Rednern auf dem Podium Gelegenheit für klare Worte. Denn neben den Gratulationen an die Absolventen nutzte Handwerkskammerpräsident Andreas Ehlert die Chance, in Richtung Minister Pinkwart deutlich zu formulieren, wo die Politik den Handwerkern Knüppel zwischen die Beine werfe.

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Neben den Jungmeistern und ihren Angehörigen waren auch zahlreiche politische Vertreter in die Stadthalle zur Meisterfeier gekommen, hier (v.l.) Andreas Rimkus (MdB, SPD) und Thomas Jarzombek (MdB, CDU), Minister Pinkwart, Kammerpräsident Ehlert und OB Geisel

Die Bürokratie sei eine Krake, betonte Ehlert. Wenn man einen Tentakel abschneide, würde zwei neue Arme wachsen, eine in der Landesregierung und eine in der Bundesregierung. So sei die Abschaffung der Hygieneampel ein wichtiges Signal, aber die Datenschutzverordnung, die Gewerbeabfallverordnung oder die Dieseldiskussion zeigten, wie neue Gesetze die Arbeit der Handwerker erschwerten. Das sei abschreckend für Gründer.

Startup-City Düsseldorf

Oberbürgermeister Thomas Geisel zitierte in seiner Rede seinen SPD-Parteifreund Andreas Rimkus, der über die Meisterfeier gepostet hatte „die größte Startup-Party“ in Deutschland. Der Meisterbrief sei ein Wertbrief, mit dem die Jungmeister alle Möglichkeiten hätten und Düsseldorf als Stadt öffne ihnen als Gründer alle Türen, führte Geisel aus. Ob er sich allerdings mit seiner anschließenden Aussage, bei Startups denke man an „übergewichtige blasse Nerds, die ständig in ihr Smartphone schauten“ und bei den Jungmeistern habe er ein ganz anderes Bild, Freunde auf allen Seiten gemachte hat, ließ auch Minister Pinkwart bei seiner Rede unkommentiert.

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Professor Andreas Pinkwart bei der Meisterfeier

Ohne Handwerk stünde Deutschland nicht da, wo es heute stehe, umriss Pinkwart die Rolle des Handwerks und der Qualifikation der Meister. Dabei gehe es nicht nur um die Wirtschaftskraft, sondern auch um die verantwortungsvolle Rolle gegenüber Mitarbeitern. Er benannte den vorbildlichen Einsatz bei der Integration von Flüchtlingen, aber auch das persönliche Engagement, wenn es darum ginge Auszubildende bei der Stange zu halten oder Motivationsprobleme zu lösen. Die Bereitschaft des Handwerks zur Qualifizierung, zur Leitungsverantwortung und zur Innovation sei vorbildlich.

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Für musikalische Unterhaltung auf der Bühne sorgte die Jazz-Rock-Pop-Band des Landespolizeiorchesters NRW. Hinter der Bühne war eine Kinderbetreuung für den Nachwuchs der Jungmeister organisiert

979 Jungmeister

Der Bereich der Kraftfahrzeugtechnik war bei den Absolventen dieses Jahres am stärksten vertreten: 207 Meisterbriefe wurden überreicht, davon nur zwei an Meisterinnen. 152 neue Meister gibt es im Friseurhandwerk mit 24 männlichen und 128 weiblichen Prüflingen. An dritter Stelle in der Top 10 der Meisterprüfungsverfahren liegen die Installateure und Heizungsbauer mit 113 neuen Meistern, darunter keine Meisterin.

Beispiel aus der Praxis

Ein gutes Beispiel für eine bestandene Meisterprüfung und dem Gang in die Selbständigkeit ist Anna Staudt aus Düsseldorf. Sie hat als Jahrgangsbeste die Meisterprüfung zum Steinmetz und Bildhauer abgelegt und die Unternehmensnachfolge eines Steinmetzbetriebes am Friedhof Itter angetreten. Den Schritt in die Selbständigkeit hat sie noch nicht bereut, kämpft aber täglich gegen die Mühlen der Bürokratie an. Denn die städtische Vergabepolitik macht es nicht einfach, Aufträge zu erlangen. Ein Großteil der täglichen Arbeitszeit muss im Büro erledigt werden.

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(v.l.) Ricarda Grubert und Anna Staudt

Dass dies auch in anderen Gewerken der Fall ist, schildert Ricarda Grubert. Sie hat nach dem Abitur eine Bäckerlehre gemacht und wurde dafür von ihrer Kameraden belächelt. Mit der Ausbildung hatte sie bereits Bestandteile der Meistervorbereitung mit absolviert. Durch die Fortbildung zur Betriebswirtin bei der Handwerkskammer, qualifiziert sie sich nun noch weiter. Den Einsatz und das viele Lernen hat sie noch nicht bereut, denn sie kennt die Arbeit in der Backstube ebenso wie die am Schreibtisch und fühlt sich für gut gerüstet, eine eigene Bäckerei zu übernehmen. Der kaufmännische Hintergrund gibt ihr Sicherheit für die Verhandlungen mit Geschäftspartnern und Banken.

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