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Während sich Arbeitsmarktverwaltung und Wirtschaft für ihre Ausbildungsbemühungen feiern, sieht der DGB einen unverändert hohen Sockel nicht versorgter Jugendlicher

Düsseldorf – Ausbildung: Verwaltung und Arbeitgeber loben sich, der DGB kritisiert „Taschenspielertricks“

Verwirrend waren die Veröffentlichungen zu den Arbeitsmarktzahlen am Mittwoch (2.11.). Der Chef der Düsseldorfer Agentur für Arbeit, Roland Schüßler, feierte sich und sein Haus dafür, dass die Jugendarbeitslosigkeit um 6 Prozent auf 1.488 Personen in Düsseldorf gesunken sei. Zugleich stünden 100 Bewerbern um eine Ausbildung rechnerisch 125 Ausbildungsstellen gegenüber. Alles statistische Taschenspieler-Tricks – rief der Deutsche Gewerkschaftsbund dazwischen. Seit fünf Jahren verharre die Zahl der unversorgten Jugendlichen in NRW auf dem konstant hohen Niveau von 23.000 jungen Frauen und Männern.

So waren denn Licht und Schatten eindeutig verteilt. Die Vertreter der Wirtschaft warfen sich stolz in die Brust. "Zum Stichtag 30. September konnte das Handwerk in Düsseldorf 844 neue Ausbildungsverhältnisse schließen. Das entspricht ziemlich genau dem Vorjahres-Level. Und ist ein Erfolg, den ich nicht zuletzt auf die gut abgestimmten und nachhaltigen gemeinsamen Aktivitäten aller drei Institutionen zurückführe, die hier und heute gemeinsam Bilanz ziehen“, zeigt sich Dr. Christian Henke zufrieden.

IHK Düsseldorf: "Deutlich mehr Auszubildende"

Die Düsseldorfer IHK-Ausbildungsunternehmen haben bis zum 30.9.2016 auch deutlich mehr Auszubildende eingestellt als im Vorjahreszeitraum“, ergänzt IHK-Geschäftsführer Clemens Urbanek, Leiter der Abteilung Berufsbildung/Prüfungen. Die IHK habe bis Ende September 3.268 (Vorjahr: 3.166) neu abgeschlossene Ausbildungsverträge in Düsseldorf registriert, also 102 mehr als im Vorjahreszeitraum (+ 3,1 Prozent). “Die IHK-Betriebe sind damit mit über 70 Prozent aller neuabgeschlossenen Verträge der Ausbilder Nr. 1 in Düsseldorf”, so Urbanek.

DGB fordert Ausbildungsumlage

Alles in Ordnung also? Nein, denn nun drängen die ersten Flüchtlinge auf den Arbeitsmarkt. Laut DGB-Vize Elke Hannack haben bundesweit erst 3600 Flüchtlinge einen Lehrvertrag bekommen – von 10.300 gemeldeten Personen. Der NRW-Chef des DGB, Andreas Meyer-Lauber, forderte von der rot-grünen Landesregierung, eine Ausbildungsumlage einzuführen. Angesichts der hohen Zahl unversorgter Jugendliche gelinge es offenbar nicht auf freiwilliger Basis, eine Kehrtwende herbeizuführen.

Arbeitsmarkt im Oktober 2016

Von September auf Oktober nahm die Zahl der Arbeitslosen um 381 auf jetzt 24.158 ab. Damit ist die Arbeitslosigkeit in der Landeshauptstadt Düsseldorf im dritten Monat in Folge gesunken und lag stabil unter dem Vorjahresniveau. Der Bedarf an Fachkräften ist mit aktuell 6.359 gemeldeten offenen Stellen unverändert hoch“, so Roland Schüßler, Chef der Agentur für Arbeit Düsseldorf. Aufgrund des Rückgangs der Arbeitslosigkeit bei allen Personengruppen ist die Arbeitslosenquote von 7,5 Prozent im September auf 7,4 Prozent im Oktober gesunken. Vor einem Jahr betrug die Arbeitslosenquote noch 8,3 Prozent.

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