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Die Berliner Fashion Week gehört der Vergangenheit an

Berliner Fashion Week wandert nach Frankfurt - Düsseldorf bleibt gelassen

Nicht nur bei den Düsseldorfer Profashionals sorgte die Top-Branchennachricht für Gesprächsstoff: Die Berliner Mode-Messe zieht um im nächsten Jahr. Nein, nicht etwa an den Rhein, um das Messegeschehen an einem Standort zu konzentrieren, sondern an den Main nach Frankfurt.

Klar, Frankfurt falle einem nicht gleich ein, wenn man über einen neuen Standort für die in die schrumpfenden Jahre gekommene Berliner Veranstaltung nachdenke, gibt Anita Tillmann zu. Aber plötzlich ist Frankfurt für die Geschäftsführerin der fürs Berliner Messegeschehen zuständige Premium Group, der perfekte Ort.

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Anita Tillmann. Geschäftsführerin der Premium Group, Foto: Boris Kralj

Freude in Frankfurt

Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Bankenmetropole am Main erklärte auf der Pressekonferenz am Montag seine Stadt zum neuen internationalen Hot Spot der Mode. Der Geschäftsführer der Messe Frankfurt, Detlef Braun, freut sich schon auf fünf Plattformen für Mode, auf rund 2000 Modelabel, all die Designer und nicht zuletzt auf 140 000 Besucher aus 100 Nationen, erstmals im Juli 2021. Ein großer Coup, nachdem die Mainmetropole die Automesse IAA an München verloren hat.

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Das Modemessen-Karussell dreht sich nach Frankfurt

Aus dem Duo Berlin-Düsseldorf wird ein Trio

Dabei war bis zum Wochenbeginn das Ordergeschehen in der Modebranche noch weitgehend geregelt: Spielplätze sind Berlin und Düsseldorf. In der Hauptstadt, läuft mehr oder weniger die Infomesse. In Berlin wird Party gemacht, die Stadt zieht einfach an. Gearbeitet und geordert wird dann in Düsseldorf. Zwischendurch zankte man sich zwar schon mal, wer denn nun die attraktivere Messe von beiden sei, Berlin, arm aber sexy, aber mit Mercedes-Stern, oder Düsseldorf, eben reicher und schicker.
Beide Standorte hatten es in den vergangenen Saisons nicht leicht, und jetzt, in Corona-Zeiten, wo mancher im ausgebeulten Jogging-Anzug im Home-Office rumhängt, statt im smarten Business-Anzug durch die Drehtür eines Bürohochhauses zu federn, da wird es noch schwerer das Geschäft mit der Mode, besonders im darbenden Einzelhandel. Im Internet läuft‘s besser, wie man hört. Da soll‘s sogar Gewinner in der Krise geben.

Düsseldorf bleibt gelassen

Zur Frage, was die Neuverteilung der Messen für den Modestandort Düsseldorf bedeutet war Angelika Firnrohr, Geschäftsführerin des Düsseldorfer Fashion Net, am Montag eine gefragte Gesprächspartnerin. Das Fashion Net ist ein Verein, von Vertretern der Modebranche, der Modemesse Igedo und der Stadt Düsseldorf zur Stärkung des Modestandorts Düsseldorf.

„Eigentlich nichts“, meint Angelika Firnrohr, fröhlich auf die Frage, die sie am Montag immer wieder beantworten sollte: „Das Telefon stand nicht still. Viele waren entsetzt, andere haben nur gelacht. Keiner kann sich das so recht vorstellen.“ Die Entscheidung für Frankfurt als Modemessestadt wird nicht gerade als eine elegante Lösung an gesehen. Firnrohr räumt ein: „Womöglich wäre es besser gewesen, sich auf einen Standort zu konzentrieren. Das wünschen sich die Einkäufer schon lange.“ Und Düsseldorf, wo vom 8. bis 10. August die DFD läuft, die Düsseldorf Fashion Days, wie die einstige CPD jetzt heißt, wäre dazu bereit gewesen. Wie es ja schon einmal eingesprungen ist, während der Blockade Berlins nach dem Krieg, als dort die traditionelle „Durchreise“, die erste deutsche Modemesse, nicht stattfinden konnte. Das war 1949 die Geburtsstunde der Igedo in Düsseldorf, zeitweise die größte Modemesse der Welt.

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