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Mit dem Blue-Container-Projekt verbindet Jian Guo Deutschland und China

Ein Chinese aus Düsseldorf bringt den Kulturaustausch auf die Schiene

Jian Guo hat eine Vision: Wenn Völker miteinander Handel betreiben, dann sollte es nicht nur um das Geschäft gehen. Dazu gehört für ihn das gegenseitige Verständnis. Und deshalb engagiert sich der 48-jährige Chinese von Düsseldorf aus für den Kulturaustausch – in erster Linie zwischen Deutschland und China, aber auch mit allen Anrainerstaaten der Seidenstraße. Die wirtschaftliche und kulturelle Wiederbelebung dieser historischen Trasse zwischen Europa und Peking ist derzeit sein wichtigstes Projekt. Von Schloss Elbroich aus will er die ganz große Weltpolitik mitgestalten, zumindest etwas menschlicher machen.

Das Projekt ist mit der Hoffnung verbunden, dass sich durch seine Aktivitäten Menschen unterschiedlichster Kulturen kennenlernen und zusammenfinden. Denn nur dann – so seine Philosophie – kann man auch miteinander Geschäfte machen. Zum gegenseitigen Wohl: „Freundschaft muss vom Herzen kommen. Sonst wird das nichts.“

Ein Zug nach Peking

Um dieses ehrenwerte Ziel zu erreichen, schickt der 1. Vorsitzende des DCKD Düsseldorf, einem Verein zum Kulturaustausch zwischen Deutschland und China, einen Zug auf die Reise nach Peking. Los geht es am 1. Juni vom Duisburger Hafen, der Endstation der neuen Seidenstraßen-Strecke. Die blauen Container sind beladen mit Wirtschaftsgütern und jeder Menge Kultur. An den Haltepunkten Taschkent (Uzbekistan), Astana (Kasachstan), Urumqi (West-China) und Peking soll es jeweils zehntägige Präsentationen geben.

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Von Düsseldorf aus hält Jian Guo Kontakt nach China

Jian Guo arbeitet schon lange an diesem Projekt. Wie im Kommunismus üblich, gab es auch in diesem Fall einen Fünfjahresplan. Der entscheidende Kick kam dann am 29. März 2014, als Chinas Staatspräsident Chinas Xi Jinping die Stadt Duisburg besuchte und dort im Hafen einen der ersten Containerzüge in Empfang nahm, die über die Seidenstraßen-Trasse nach Europa kamen. Von diesem Tag an gab es für das Blue Container-Projekt Unterstützung von „ganz oben“.

Dass es einmal zu diesem Treffen mit dem vielleicht mächtigsten Mann der gegenwärtigen Welt kommt, hat sich Jiam Guo als junger Kunststudent in der Zehn-Millionen-Stadt Xi’an nicht träumen lassen. Tuschemalerei war an der dortigen Kunstakademie sein Spezialfach. Trotz Bachelor-Abschluss und Lehrauftrag kam er in seiner Heimat aber wirtschaftlich kaum über die Runden: „30 Euro im Monat waren einfach viel zu wenig.“ Ihn lockte das westliche Ausland, speziell Deutschland.

Studium in Düsseldorf

Nachdem er zwei Jahre lang die deutsche Sprache gepaukt hatte, beantragte er ein Visum. Letztlich landete er an der Fachhochschule Düsseldorf, um Design bei Professor Helfried Hagenberg zu studieren. Dort erlangte er seinen Abschluss und gründete 2004 zusammen mit Hagenberg den gemeinnützigen Verein DCKD. Acht Jahre später, 2012, bezog Guo zusammen mit zwei Mitarbeitern die Räume in Schloss Elbroich – nicht im hochherrschaftlichen Teil, eher im ehemaligen Dienstbotenbereich.

Das relativ kleine Budget von damals 20.000 Euro (inklusive Miete und Gehälter) hinderte ihn nicht, kreativ an Werk zu gehen. So richtete er im Erdgeschoß große Räume her, die fortan für Ausstellungen von chinesischen und deutschen Künstlern genutzt werden. Seitdem beteiligen sich chinesische Hochschulen an der Finanzierung des Vereins. Sie sind an Ausstellungsmöglichkeiten für chinesische Künstler interessiert. Und an einem Austausch von Kunststudenten.

High Tech-Sponsor SUDA

Allein mit Kreativität und den Zuschüssen der Hochschulen hätte Jian Guo das Blue Container-Projekt aber nicht stemmen können. Da bedurfte es schon eines potenten Sponsors. Er fand ihn mit dem SUDA-Konzern, eine auf e-Mobilität und Elektroautos spezialisierte Unternehmensgruppe. Da wundert es nicht, dass der Blue Container-Zug nicht nur mit Kunst bestückt ist, sondern auch SUDA-Produkte an Bord hat.

Der rastlose Jian Guo war gerade in Uzbekistan und Kasachstan, um letzte Details der geplanten Aktionen in den Anrainerstaaten der neuen Seidenstraße zu besprechen. Doch sein Blick ist nicht nur nach Zentralasien gerichtet: Vom 2. bis zum 10. Juni steigt im Duisburger Rheinpark eine China-Präsentation mit Repliken des Weltkulturerbes von Duhuang, einer Ausstellung von zehn zeitgenössischen Künstlern aus China und Deutschland, einer Wirtschaftsmesse und Kultur- und Wirtschaftssymposien. Bei diesen Foren sollen ebenfalls europäische Kritiker der Seidenstraßen-Kampagne der chinesischen Staatsregierung zu Wort kommen.

Ist das alles abgearbeitet, wird es für Jian Guo einen neuen Fünfjahresplan geben. Diesmal geht es um eine dauerhafte China-Präsentation. Mit der Stadt Düsseldorf ist er bereits wegen einer geeigneten Location im Gespräch ...

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