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So einen Absturz hat das Handwerk noch nie erlebt

Düsseldorf: Handwerk klagt über Konjunkturabsturz

Die Frühjahrsumfrage der Handwerkskammer Düsseldorf bestätigt, was viele bereits befürchtet hatten: Die Corona-Pandemie beschert dem Handwerk einen starken Einbruch, der Klimaindex knickte um 27 Punkte ein. Besonders betroffen sind de Branchen im Dienstleistungs- und Gesundheitsbereich.

Der Konjunkturabsturz ist historisch, in diesem Ausmaß gab es das noch nie. „Das ist eine Vollbremsung ohne Bremsweg“, kommentierte Kammerpräsident Andreas Ehlert die aktuelle Situation. In der Abfrage Mitte März gaben nur gut 35 Prozent der Handwerksbetriebe an, von der Corona-Krise betroffen zu sein. Trotzdem brach das Geschäftsklima von 129 auf 102 Punkte ein. Dabei begannen zu diesem Zeitpunkt die massiven Eingriffe der Politik in das wirtschaftliche und öffentliche Leben gerade erst.

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Kammerpräsident Andreas Ehlert

„Das Ausmaß übertrifft die Folgen der Finanzmarktkrise von 2008 deutlich. Mittlerweile hat die Krise nahezu jeden Betrieb erfasst“, so Ehlert. „Besondere Sorgen mache ich mir um das Gesundheitsgewerbe und um die Personenbezogenen Dienstleistungen, die existentiell von der Schließung der Geschäfte betroffen sind.“ Hier hat sich das Geschäftsklima nach Auskunft der Kammer nahezu halbiert: In den Gesundheitsberufen um 48 Prozentpunkte auf jetzt 84 Prozent; die Dienstleister stürzten gar um 58 Prozentpunkte auf jetzt 74 Prozent ab. Friseure und Kosmetiker sind oft als Solo-Selbstständige tätig, verfügen nur über geringes Eigenkapital und halten bei hohe Fixkosten ohne Einnahmen nur kurze Zeit durch. Der Konjunkturschwung im NRW-Handwerk hatte sich bereits im vierten Quartal des Vorjahres auf rund ein Prozent nominales Wachstum deutlich verlangsamt.

Die Unternehmen im Kfz-Gewerbe und die Lebensmittel produzierenden Handwerke verzeichnen massive Einbrüche. Lediglich das Bauhauptgewerbe behauptet sich mit nur geringem Rückgang in der Krise. Der Großraum Düsseldorf erreicht 108 Prozent und ein Minus von 26 Punkten.

Kammerpräsident Ehlert lobt das bisherige politische Krisenmanagement. Besonders wichtig für das Handwerk sei, dass die angekündigten staatlichen Soforthilfen von Bund und Land für kleine und mittlere Unternehmen jetzt schnell bei den betroffenen Betrieben ankommen. Die öffentliche Hand müsse schon jetzt konjunkturbelebende Investitionen vorbereiten und dafür auch vergaberechtliche oder haushaltsrechtliche Vorgaben auf den Prüfstand stellen. Wichtig sei außerdem, dass die Öffentliche Hand alle Möglichkeiten nutze, Rechnungen jetzt so zügig wie möglich zu begleichen.

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